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News vom 28.07.2017

Die Energiewende in den eigenen vier Wänden

Rechtliches – Grundlagen für die Einbindung Erneuerbarer Energien

Wie der gesamte energetische Bereich im Großen per Recht und Gesetz geregelt ist, so ist er auch das im Kleinen für den Häuslebesitzer. Allerdings – bei den sich ständig ändernden gesetzlichen Regelungen kann man schon mal den Überblick verlieren. Hier nun der aktuelle Stand über Gesetze und Verordnungen, die die Energiewende in den eigenen 4 Wänden betreffen (und von denen wir hoffen, dass sie zumindest noch eine Weile nach der Bundestagswahl im September Bestand haben werden).

Bild: Wordcloud unterstützt von Worditout
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EEG

Das ErneuerbareEnergienGesetz hält seit diesem Jahr einige Neuregelungen bereit. Die wichtigste für unseren kleinen Bereich ist die Regionalstromvermarktung. Die besagt, dass jeder Stromerzeuger (und das ist jeder Besitzer einer PV-Anlage) diesen Strom auch regional in einem Umkreis von 50 km vermarkten kann. Zugegeben – noch lohnt die Einspeisevergütung mehr als die dadurch zu erzielenden Erlöse. Doch die Vergütung fällt in Zukunft weg. Wohin also mit dem dann reichlich produzierten Strom? Ein normaler Haushalt braucht etwa eine Leistung von 1,5 kW, in Spitzen bis zu 2 kW. Die meinsten PV-Anlagen sind deutlich größer. Wer sich eine neue PV-Anlage baut, sollte also darüber nachdenken, ob er nicht gleich die lieben Nachbarn zumindest teilweise mitversorgen kann. Dazu eine einfache Rechnung. PV-Strom lässt sich mit den aktuellen Anlagen für etwa 10 Eurocent je kWh (ohne Speicherung) erzeugen. Unser Nachbar muss dafür etwa bis 30 Eurocent bezahlen. Was spräche also dagegen, ihn für – na sagen wir 20 Eurocent – zu beliefern? Eine Win-Win-Situation - nur nicht für den örtlichen Stromversorger und Netzbetreiber. Noch Zukunftsmusik – aber keine allzu ferne.

EnEV

Die EnergieEinsparVerordnung wurde 2016 weiter verschärft. Zudem rückt nun stärker der Primärenergiefaktor in den Vordergrund. Alle Technologien und die ihnen zugrundeliegenden Brennstoffe werden mit einem Faktor versehen. Je niedriger das Gesamtprodukt aller Faktoren (streng genommen handelt es sich um eine Summe), um so effizienter das Haus. Und das wird ja in einem Energieausweis vermerkt. Hier einige Beispiele für diese Faktoren:

Heizöl 1,1
Erdgas 1,1
Solarthermie 0,4
Biogas 0,5
Erdwärme 0,0
Solarstrom 0,0

Klar, dass die Erneuerbaren hier die Nase vorn haben. Allein schon deshalb und den sich ergebenden Vermarktungsvorteilen für ein energieeffizientes Haus ist es sinnvoll, so viel wie möglich davon einzubinden.

Und: Bonuspunkte beim Primärenergiefaktor werden zudem auf die Energieeffizienz gewährt. Das gilt etwa für Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), deren erzeugte Energie überwiegend vor Ort verbraucht wird. Das bringt uns auch schon zum nächsten Gesetz.

KWKG

Das-Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz wurde ebenfalls für Beginn dieses Jahres neu gefasst. Allerdings betreffen die Änderungen nur Anlagen mit einer stromerzeugenden Leistung ab 1 MW. Und das ist für unsere Häuslein doch etwas viel. Deswegen können wir diese ruhig beiseitelassen.

EEWärmeG und EWärmeG

Nicht beiseitelassen können wir das ErneuerbarenEnergienWärmeGesetz. Das schreibt vor, das im Neubau 15 Prozent Erneuerbare Energien einzubinden sind - und zwar so:

15 % Solarthermie oder 50 % Biomasse (flüssig oder fest) oder 30 % Biogas (kann man mit einem entsprechenden Vertrag regeln) oder 50 % Umweltwärme (das meint Wärmepumpen). Als Ersatz werden aktzeptiert: Nutzung der Wärme von Luft und Abwasser, Wärme aus KWK-Anlagen (sic!), Fernwärme ebenfalls zu 50 % aus KWK oder Dämmung die sich an einem bestimmten Standard der EnEV orientiert.

In Baden-Württemberg gibt es zudem das EWärmeG, das ähnliches für Bestandssanierungen vorschreibt, was wir ja schon im 1. Teil dieser Serie erwähnt haben.

MieterstromG

All diese Gesetze und Verordnungen gelten für Hausbesitzer und kommerzielle Bauherrn von Wohngebäuden. Aber auch für Mieter kann es interessant werden. Denn erst im Frühsommer wurde das MieterstromGesetz verabschiedet. Es sieht eine Förderung der an Mieter gelieferten Strommenge von 2,75 bis 3,8 Eurcent je kWh vor. Förderfähig sind Anlagen vor Ort bis 100 kW. Der erzeugte und gelieferte Strom muss 10 % günstiger sein als der örtliche Grundversorgertarif. Die Verträge müssen allerdings jedes Jahr aufs Neue abgeschlossen werden.

Im nächsten Teil am 01.08.2017 der Serie geht es ganz konkret um die Kräfte-Wärme-Kopplung und ob sich ein Mikro- oder Mini-BHKW für ein Wohnhaus überhaupt lohnen kann.

Bisher erschien:
1. Die Energiewende in den eigenen vier Wänden – eine Übersicht
2. Rechtliches – Grundlagen für die Einbindung Erneeurbarer Energien

Erscheinen demnächst:
3. Eigene Stromerzeugung: Kraft-Wärme-Kopplung
4. Eigene Stromerzeugung: Brennstoffzelle
5. Eigene Stromerzeugung: Photovoltaik
6. Eigene Stromerzeugung: Stromspeicherung zuhause
7. Eigene Stromerzeugung: Vor- und Nachteile
8. Eigene Wärmeerzeugung: Biomasse
9. Eigene Wärmeerzeugung: Solarthermie
10. Eigene Wärmeerzeugung: Wärme - Vor- und Nachteile

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