News vom 11.09.2017

Dämmung - Fluch oder Segen

Arten der Dämmung

Im Prinzip kann man alle Teile eines Hauses dämmen. Bei der Geschossdecke zum Dach ist dies inzwischen Pflicht. In Frage kommen dafür viele Dämmmaterialien, unter anderem auch Schüttdämmungen. Zu beachten ist jedoch, dass diese trittfest verarbeitet werden. Und schallfest, wenn das Dachzimmer vom hardrockliebenden Nachwuchs bezogen werden soll.

Welche Materialen für welche Gebäudeteile in Frage kommen, steht in dieser Tabelle. <br />Bild: www.co2online.de
Welche Materialen für welche Gebäudeteile in Frage kommen, steht in dieser Tabelle.
Bild: www.co2online.de

Dachgeschoss als Wohnraum

Doch auch das Dach selbst sollte man dämmen.  Bis zu 20 % der Heizenergie können durch ein ungedämmtes Dach (inkusive Geschoßdecke) verloren gehen. Geht man von jährlichen Heizkosten von 1.500 Euro aus – bei einem ungedämmten Haus kann es sogar noch viel mehr sein – ergibt sich allein dadurch ein Einsparpotential von bis zu 300 Euro jährlich. Nicht schlecht.

Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Bei Spitzdächern bietet sich meist eine Zwischensparrendämmung an. Der Dämmstoff wird zwischen den tragenden Holzsparren des Daches eingebracht. Meist wird hier Mineralwolle verwendet, zu der wir noch im 7. Teil der Serie kommen. Der Nachteil ist die etwas schwierigere Verarbeitung des Materials und die anschließende Verkleidung mit einer Dampfsperre und Gipskarton. Das macht die Sache nicht ganz billig. Immerhin gewinnt man so etwas an Wohnraum. Aber auch Polystyrol oder organische Dämmstoffe kommen in Frage.

Falls die Sparren zu schmal sind, kann die Dämmung auch direkt darunter angebracht werden. Das nennt sich dann – logisch – Untersparrendämmung. Im Neubau oder bei einer Neueindeckung des Daches kann man die Dämmung auch direkt auf die Sparren legen, die dann – ebenso logisch – Aufsparrendämmung heißt. Die beiden letzten Verfahren haben den Vorteil, dass sie Wärmebrücken komplett vermeiden, also Stellen, an denen die Wärme schneller nach außen dringt als an anderen Gebäudeteilen. Die Kosten belaufen sich, so das Portal co2online, auf bis zu 150 Euro je m². Die Zwischensparrendämmung ist dabei mit Abstand die günstigste Variante. Sie kostet bestenfalls die Hälfte davon.

Fassaden sparen am meisten

Die größte Fläche nimmt jedoch bei den meisten Gebäuden die Fassade ein. Deren Dämmung ist auch der finanziell aufwändigste Teil. Aber: Bis zu 25 % der Wärmeenergie gehen bei unsanierten Altbauten über die Fassade verloren. Mit Dämmung könnten es nur 5 % sein.

Eine Dämmung der Fassade sollte aufgrund des Aufwandes und der doch recht hohen Investition erst dann erfolgen, wenn sowieso ein Fassaden- oder Fensterwechsel ansteht. Auch hier kommen viele Dämmmaterialien in Frage. Zu den Kosten: Die Wärmedämmverbundsysteme kommen auf Kosten von rund 100 Euro je m². Bei einer herkömmlichen Dämmung, etwa mit Styropor, kommt man auf ein Drittel davon. Wer die Wahl hat… Allerdings hat die nicht jeder. Die Dämmstoffdicke und damit die Art des Dämmstoffes hängen eben auch vom Mauerwerk, dessen Material und seiner Stärke ab. Einen entsprechenden Rechner haben wir in Teil 2 der Serie vorgestellt.

Keller lieber vom Fachmann

Nachdem wir uns von oben nach unten gearbeitet haben, kommen wir nun zum Keller. Einfach zu dämmen ist die Kellerdecke. Die Einsparpotenziale liegen aber nur bei maximal 5 %. Üblicherweise werden Polystyrol-Platten von unten an die Kellerdecke angebracht. Die Kosten dafür liegen bei etwa 15 Euro je m².  Ob man die Decke verkleidet, hängt vom ästhetischen Empfinden des Bauherren ab. Falls der Keller als Wohnraum genutzt werden soll, müssten natürlich auch die Außenwände gedämmt werden. Dazu sind wasserbeständige und verrottungssichere Materialien nötig, auch Perimeterdämmung genannt. Im Nachhinein ist das nicht oder nur teilweise möglich und eigentlich viel zu teuer. Von einer Innendämmung, zu der wir noch im letzten Teil der Serie kommen, ist aber generell abzuraten, weil das nur bei vollkommen trockenen Kellerwänden möglich ist. Und wer hat die schon.

Im nächsten Teil der Serie am 13.09.2017 erläutern wir die Wärmedämmverbundsysteme, die wegen ihrer einfachen Handhabung sowohl bei Sanierungen als auch im Neubau sehr beliebt sind.

Bisher erschien:
1. Dämmung – Fluch oder Segen
2. Was kann eine Dämmung
3. Rechtliches
4. Arten der Dämmung

Erscheinen demnächst:
5. Wärmedämmverbund-systeme
6. Dämmstoff – Styropor und andere Kunststoffe
7. Dämmstoff – Mineralwolle und andere Fasern
8. Dämmstoff – organische Stoffe aus Pflanzen und Tieren sowie Recyclingmaterial Dämmfehler
10. Innendämmung




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Peter Brand schrieb: @Kathrin: Guten Morgen und danke fürs erste Feedback. Ja, die sporadischen sind immer nett. An sich dürften wir den Fehler erst seit einigen Wochen haben. Habe bei der Fernbedienung in der untersten...
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