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News vom 06.09.2019

Themenserie "Feinstaub" - Teil 3

Welche Rolle spielen die Brennstoffe in einem Gebäude bei der Feinstaubbildung?

In Teil 2 unserer Serie zum Thema Feinstaub wurden die gesetzlichen Regelungen, die letztlich in Grenzwerten für Feinstaub münden, betrachtet. Damit diese auch eingehalten werden können, reicht eine ordnungsgemäß zugelassene und installierte Feuerstätte allein nicht aus, auch der richtige Brennstoff muss zum Einsatz kommen.

CO2- und Feinstaubemissionen verschiedener Festbrennstoffe. <br />Bild: DEPI. <br />Quelle: Umweltbundesamt
CO2- und Feinstaubemissionen verschiedener Festbrennstoffe.
Bild: DEPI.
Quelle: Umweltbundesamt

Ein bekanntes Beispiel ist Scheitholz: Wird dies nicht lange genug gelagert (im gespaltenen Zustand mindestens ein Jahr, bei einigen Holzsorten sogar länger), ist der Feuchtigkeitsgehalt zu hoch. Hier eine Übersicht über die richtigen Lagerzeiten, erstellt vom DEBRIV-Arbeitskreis Festbrennstoffbeauftragte:

  • Pappel, Fichte, Kiefer:            1 Jahr
  • Linde, Erle, Birke:                   1,5 Jahre
  • Buche, Esche:                         2 Jahre
  • Eiche:                                      2,5 Jahre

Für den Verbrennungsvorgang ist eine Holzfeuchte von maximal 20 Prozent zugelassen. Werden die genannten Lagerzeiten nicht einhalten, wird diese Obergrenze locker überschritten und die Verbrennung wird gehemmt. Das wiederum führt – neben anderen unangenehmen Dingen wie Kohlenmonoxidbildung – auch zu einer vermehrten Feinstaubbelastung.

Schlechte Lagerung – viel Staub

Doch nicht sachgemäß gelagertes Scheitholz ist nur eine Quelle von zu viel Feinstaub. Auch andere Holzprodukte können diesen erzeugen, etwa Pellets. In Pelletkesseln, also vollwertigen Heizungsanlagen, ist das Feinstaubproblem aufgrund hoher und kontinuierlicher Verbrennungstemperaturen weitgehend gelöst. Allerdings wird eine Pelletheizung immer mehr Feinstaub produzieren als eine Öl- und Gasheizung. Wie wir im 1. Teil der Serie erklärt haben, liegt das in der Natur der Festbrennstoffe. In der Grafik oben ist dies gut zu sehen. Am schlechtesten schneidet bei dem Vergleich – wenig überraschend und ja schon beschrieben – der Scheitholzkaminofen ab.

Doch in Pelletkaminöfen, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen, ist diese schlechte Verbrennung kein Muss, zumindest dann nicht, wenn man hochwertige Ware verwendet. Dafür sollte man sich immer an dem ENplus-Zertifikat orientieren. Nur das garantiert eine einwandfreie und die Grenzwerte einhaltende Verbrennung von Pellets in Kaminöfen.

Ein weiterer Brennstoff, der jedoch nur in größeren Anlagen verbrannt wird, sind Hackschnitzel. Diese sind zwar genormt, aber eben auch eine Feinstaubquelle. Hier gibt es ebenfalls eine ENplus-Zertifizierung, auf die bei Kauf und Verwendung geachtet werden sollte. Auch Holzbriketts, die wie Pellets unter Druck und Temperatur aus Holzresten geformt werden, sind gut in Kaminöfen verwendbar. Allerdings ist deren Feinstaubbelastung größer als die von Scheitholz. Auf gar keinen Fall sollten Rindenbriketts verbrannt werden. Deren Verwendung ist in Deutschland eben wegen der hohen Feinstaubbildung verboten.

Alle Holzbrennstoffe haben jedoch gegenüber Öl, Gas und Fernwärme einen Vorteil: Sie stoßen deutlich weniger CO2 aus.

Auch Kohlebriketts denkbar

Neben den holzbasierten gibt es noch Kohleprodukte, die genau diesen Vorteil nicht haben. Am bekanntesten sind Braunkohlebriketts, die in Kaminöfen mit Rost oder in Kachelöfen verbrannt werden. In Frage kommen aber auch Steinkohleprodukte wie Koks, die etwa gern in Gärtnereien zur Beheizung von Gewächshäusern benutzt werden.

Ihr Anteil am gesamten Festbrennstoffaufkommen ist jedoch eher gering. Dennoch wird Kohle gerade in ländlichen Gebieten genutzt. Sie hat eine hohen Brennwert und ist fast konkurrenzlos günstig. Allerdings müssen auch mit Kohle beheizte Öfen die gültigen Grenzwerte nach der BImSchV einhalten. Helfen kann hier ebenfalls eine richtige Lagerung des Brennstoffs, die immer dunkel, trocken und ohne Wärmeeinwirkung erfolgen sollte.

Im nächsten Teil unserer Themenserie am 09.09.2019 werden aktive Filter beschrieben, die meist nach dem elektrostatischen Prinzip Feinstaub abscheiden.

Bisher erschienen:
1: Was ist Feinstaub und wie entsteht er? 
2. Welche Normen und Gesetze sind beim Feinstaub einzuhalten?
3. Welche Rolle spielen die Brennstoffe in einem Gebäude bei der Feinstaubbildung?  

Demnächst erscheinen:
4. Welche Arten von Feinstaubfiltern gibt es? Teil 1: aktive, elektrostatische Filter 
5. Welche Arten von Feinstaubfiltern gibt es? Teil 2: passive, katalytische Filter 
6. Welche Arten von Feinstaubfiltern gibt es? Teil 3: alternative Lösungen 
7. Wie und mit welchen Filtern lassen sich Kaminöfen am besten nachrüsten? 
8. Praktische Beispiele von Filtern bei neuen Öfen und in der Nachrüstung

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