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Solar Heizungsunterstützung im Altbau
Verfasser:
boardslive
Zeit: 20.05.2019 09:40:06
0
2787271
Hallo zusammen,
ich mal wieder ;)

Ausgangslage: Altbau, nur teilweise saniert, 70qm mit FBH, 160qm mit Heizkörper aus den 80er Jahren. Größtenteils also ungedämmt. 2,5 Stockwerke, Holzverbrauch über die Heizsaison ca. 40-50 Raummeter gemischtes Holz (1/4 hart, 3/4 weich; genaue Heizlast unbekannt) – wenn mit Scheitholz allein geheizt wird (mit Pelletsverbrauch noch keine Erfahrungswerte).

Bestand: ETAtwin 30, 2000l Puffer, 450l Warmwasser separat.
Einige häufig genutzte Räume sind nord- und ostseitig angelegt, dort muss leider auch in der Übergangszeit geheizt werden. Südseitige Räume kommen „von allein“ schneller auf Temperatur.

Meine Idee: Ist es möglich, mit südseitigen Solarpanels die Heizung so zu unterstützen, dass in der Übergangszeit 40-45 Grad Vorlauf erreicht werden können, ohne dass der Kessel angefeuert wird?
Die Solarenergie müsste somit in den Puffer eingespeist werden und würde dann für Heizung und/oder Warmwasser zur Verfügung stehen.
Auf Niveau des Erdgeschoßes könnte ich 15-20qm Solarpanels unterbringen, Leitungsweg zum Puffer wären nur wenige Meter.

Die Fragen: Macht das Sinn? Erreiche ich bei Sonnenschein und (sagen wir mal) 15 Grad Lufttemperatur die 45 Grad Vorlauf? Wird das je wirtschaftlich sein und mit welchen Kosten wäre ungefähr zu rechnen? Gibt’s die Panels evtl. gebraucht, weil nun jeder auf PV umsteigt? :)

Vielen Dank!

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 20.05.2019 10:12:04
1
2787283
Alles eine Frage der Auslegung. Mit genügend Fläche sollte das problemlos klappen.das Problem wird sein, wo Du dann mit der Wärme hinwillst, wenns richtig Sommer ist. 2000 Liter auf 20m2 wird eng.
Gruss
Dom

Verfasser:
HFrik
Zeit: 20.05.2019 11:02:24
2
2787306
Mein Vorschlag wäre PV statt ST, und dann eine Brauchwasserwärmepumpe die mittags läuft um den Holzverbrauch im Sommer wegzunehmen und in der Üebrgangszeit zu minimieren, oder eine Geisha (LWWP als Monoblock) die das Warmwasser im Sommer macht und in der Übergangszeit auch Raumwärme liefert. Letzteres bekommt auch eine BAFA Förderung welche in Relation zum Gerätepreis spürbar ist.
Damit erspart man sich das Problem der grossen Puffer und überschüsse (Überschüsse kan man verkaufen oder als Haushaltsstrom nutzen) und holt je Euro und je m²Dachfläche mehr Wärme vom Dach als mit ST.
Da PV-Module aber erst seit kurzem so spottbillig sind hat sich das noch nicht überall herumgesprochen.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 20.05.2019 20:08:16
2
2787527
Zitat von boardslive Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,
ich mal wieder ;)

Ausgangslage: Altbau, nur teilweise saniert, 70qm mit FBH, 160qm mit Heizkörper aus den 80er Jahren. Größtenteils also ungedämmt. 2,5 Stockwerke, Holzverbrauch über die Heizsaison ca. 40-50 Raummeter gemischtes Holz (1/4 hart, 3/4 weich

Die Fragen: Macht das Sinn? Erreiche ich bei Sonnenschein und (sagen wir mal) 15 Grad Lufttemperatur die 45 Grad Vorlauf? Wird das je wirtschaftlich sein und mit welchen Kosten wäre ungefähr zu rechnen? Gibt’s die Panels evtl. gebraucht, weil nun jeder auf PV umsteigt? :)

;[...]


Ja !

Bei 2000 l Speicher Faustwert 20m² Kollektorfläche.

Es steigt nicht jeder auf PV um

45 Grad Vorlauf sind bei Einstrahlung > 300W/m² erreichbar

Von gebrauchten Kollektoren ist abzuraten (Gewährleistung, Förderung, unbekannte Vorgeschichte)

Kosten für Kollektoren, Solarkreislauf, Regelung ohne Montage, Hausnummer schwierig, da abhängig von Fabrikat, Angebote einholen, googeln.


Dietmar Lange

Verfasser:
Onkel2012
Zeit: 20.05.2019 20:21:08
0
2787529
Holzfeuerung mit Puffer OHNE ST Anlage ist unterlassene Hilfeleistung.
20qm auf 2000ltr. Puffer sind ein gesundes Verhältnis. Das sollte klappen.
Von gebrauchten Kollektoren würde ich auch Abstand nehmen - der Aufwand defekte Kollektoren zu tauschen ist einfach zu hoch!

Verfasser:
kd-gast
Zeit: 20.05.2019 20:27:40
1
2787532
bei 230 qm wfl.
und 40-50 Raummetern Holzverbrauch.....
trotz modernen Holzvergaser!
würde ich vor der solaranlage
Mal die kpl.
Bausubstanz auf den Prüfstand stellen!
überall Fenster und Dach vorhanden?
oder heizt ihr den Himmel?
"Ironie Off"

also ich hoffe ihr wisst was ich meine...

wobei eine passende solarthermie immer gut zu einer HV Anlage passt.

aber erstmal die Anlage optimieren ( heizkurve / Rücklauftemperatur etc.)

Gruß kd-gast

Zeit: 22.05.2019 17:31:49
2
2788138
Die Frage ist:
Willst du eine STA oder willst du eine Lösung?

Es gibt mehrere technische Lösungen, die sich im Detail unterscheiden, teilweise erheblich. Die Alternative WP+PV wurde ja auch schon genannt. Wenn du dich auf STA festgelegt hast, warum auch immer:
Ja, es geht

Meist wird STA aber nur gewählt, weil es das erste ist, was einem in den Sinn kommt oder angeboten wird. Da es aber doch schon um eine größere Sache geht, die auch noch eher langfristig besteht, empfehle ich nochmal darüber nachzudenken was genau du willst und wo die Schwerpunkte sind. Dazu unten mehr.

Typische Zahlen:
Die Übertragung auf deinen Fall gilt vorbehaltlich der noch offenen Details und individuellen Eigenschaften.

-Bei der angedachten Anlagengröße geht es häufig um niedrig fünfstelige Beträge.
-Eigenleistung senkt den Preis natürlich.
-Ebenfalls kostensenkend wirkt sich der schon vorhandene Puffer aus. Wieviel das ausmacht, hängt von den Details ab.
-Letzlich entscheidet natürlich das Angebot des Heizungsbauers/Lieferanten.
- Im Umfeld Altbau mit hohem Verbrauch ist ein jährlicher Nettoertrag in der Größenordnung um 5000 kWh für eine 20 m² Anlage realistisch, was idealisiert 3 Raummeter Brennholz (gemischt) entspräche. Da solche Kessel in der Praxis nicht so effizient sind wie auf dem Papier, gerade in der Schwachlastzeit (Frühing, Herbst und Sommerbetrieb (Warmwasserbereitung), werden daraus dann eher 5-6 Raummeter Einsparung. Je nach Anlage kann das auch noch mehr werden, je nachem wie effizient das Gesamtsystem aktuell ist. Dieses "noch mehr" kann man dann "wegoptimieren", auch ohne STA.

Ob sich ein fünfstellger Invest für 6 Raummeter Brennholz im Jahr lohnt, hängt vom Preis und deinen Prioritäten ab.

Geht es dir nur um Brennstoffmenge mal Preis oder auch um andere Dinge wie Arbeitsersparnis etc.? Z. B. 4 Monate nicht an den Kessel zu müssen und in den 2 Übergangsmonaten weniger an den Kessel zu müssen, ist natürlich ein weiterer Vorteil.

Die Kombination WP+PV hat da ähnlche Eigenchaften, aber mit folgenden Unterschieden.

Ertrag:
Der Überschuß der STA ist nicht wirklich ein Problem, aber er ist nutzlos. Was man nicht braucht, nützt nichts. Der Bedarf beschränkt den Nutzen! (kurzer Merksatz). Bei WP+PV schaltet die WP dann ab, aber die PV arbeitet weiter und beliefert zusätzlich Haushalt und Netz (Einspeisung). Das sind zustzliche Ersparnis beim Haushaltsstromverbrauch und zusätzliche Einnahmen.

Entlastung 1:
Bei wenig Sonne liefert die STA nicht. Die PV kommt damit teilweise etwas besser klar, hat aber grundsätzlich das gleiche Problem. Die Sonne ist also keine zuverlässige Quelle. Im Sommer klappt es dank Puffer dennoch recht gut. Im Frühling und Herbst klappt es nicht so gut. Aber die WP kann auch ohne Sonne laufen. Der Kessel kann also eine wesentiche längere Phase zuverlässig eingemottet werden. Das kostet etwas Netzstrom, spart aber vergleichsweise viel Holz (Effizienz des Kessels bei Schwachlast). Die Arbeitserleichterung kommt noch extra.

Entlastung 2:
Im Winter liefern weder STA noch PV viel. Beides liefert im Winter in der Regel nur Teildeckung, aber die WP kann den Kessel im Winter trotzdem wesentlich besser unterstützen als die STA. Ja, das kostet dann anteilig zusätztlich Netzstrom, spart aber Holz und Arbeit und man ist nicht so an der Kette.

Wir haben selbst eine ähnliche Anlage wie du (Holzvergaser mit 2000 Liter Heizungspuffer und zusätzlichem Warmwaserboiler). Ich denke du weißt was ich meine. Die Puffer sind bei der Heizlast an kalten Tagen schnell leer, so daß man den Kessel dann nicht über längere Zeit aus lassen kann und man wieder feuern muß, egal ob man will, Zeit hat, krank ist... Die Sonne interessiert sich dafür nicht. Aber eine WP liefert dann wenn ich will! Und sei es auch nur eine 5 KW-Anlage, so streckt das dann die Stützzeit der Puffer selbst an kalten Tagen ganz erhebich und kann in der Übergangszeit auch komplett übernehmen.

Man wird nicht jünger und ganz nebenbei benötigt man dann auch weniger Lagerplatz für Brennholz, wenn man anteilig mit WP zuheizt. Bei der STA ist und bleibt der Kessel der Hauptversorger und die STA hilft Was die STA da spart, habe ich oben schon grob gerechnet.

Platzersparnis:
Im Vergleich dazu kann schon eine kleine WP mit nur 5 KW deinen Holzverbrauch bis zu 50% reduzieren, wenn sie vorrangig betrieben wird und die Holzheizung ergänzt / hilft wenn es kalt wird. Das ist eine völlig andere Größenordnung. Das ist dann ein Rollentausch der Geräte, eine Option die bei STA nicht gegeben ist. Die denkbaren Ausnahmen wie Sonnenhäuser setzen einen vielfach größeren Puffer voraus und sind für Fälle dieser Art daher nicht von Bedeutung.

Aber wie gesagt:
Es liegt bei dir wie du die Schwerpunkte für dich jetzt, also wie du diese Eigenschaften für dich gewichtest.

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 28.05.2019 14:22:58
1
2789913
Zitat von kd-gast Beitrag anzeigen
bei 230 qm wfl.
und 40-50 Raummetern Holzverbrauch.....
trotz modernen Holzvergaser!
würde ich vor der solaranlage
Mal die kpl.
Bausubstanz auf den Prüfstand stellen!
überall Fenster und Dach vorhanden?
oder heizt ihr den Himmel?
"Ironie[...]


100 % Zustimmung.

Ich empfehle bei der Ausbildung von Energieberatern eine Faustregel zu beachten, ehe der Einsatz von Solarwärme diskutiert wird.

Ist das Haus in der Heizperiode mit Rücklauftemperaturen < 45°C heizbar ?

Wenn nein, dann erst die Maßnahmen empfehlen, die die Einhaltung dieser Bedingung sicher stellen.

Dietmar Lange

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 28.05.2019 14:36:44
1
2789915
Zitat von kd-gast Beitrag anzeigen
bei 230 qm wfl.
und 40-50 Raummetern Holzverbrauch.....
trotz modernen Holzvergaser!
würde ich vor der solaranlage
Mal die kpl.
Bausubstanz auf den Prüfstand stellen!
überall Fenster und Dach vorhanden?
oder heizt ihr den Himmel?
"Ironie[...]


100 % Zustimmung.

Ich empfehle bei der Ausbildung von Energieberatern eine Faustregel zu beachten, ehe der Einsatz von Solarwärme diskutiert wird.

Ist das Haus in der Heizperiode mit Rücklauftemperaturen < 45°C heizbar ?

Wenn nein, dann erst die Maßnahmen empfehlen, die die Einhaltung dieser Bedingung sicher stellen.

Dietmar Lange

Verfasser:
HeizMarco
Zeit: 31.05.2019 13:55:51
0
2790743
Hallo Boardslive,

also wenn ich von unserer Anlage ausgehe dann brauchen wir bei knapp 300qm Wohnfläche und alleiniger Holzheizung und Beheizung über Fußbodenheizung und Wandheizung (max. 30grad Vorlauftemperatur im Winter) ohne Solar ca. 15-17 Raummeter Holz .....und jetzt mit Solar sind es in etwa 12-14 Raummeter.
Die 3-4 gesparten Raummeter sind das was wir in den Sommermonaten und Übergangszeit in etwa für Warmwasser verheizt haben.
Wenn man nun bedenkt daß wir für den Raummeter Holz etwa 30-40 Euro bezahlen sparen wir durch Solar 160,- euro pro jahr.
Ich habe unsere 8 Röhrenkollektoren mit gesamt ca. 17qm apertur an der Südfassade selbst montiert.
Kostenpunkt dürfte so bei ca. 3000,- bis 4000,- insgesamt für Material liegen.
Braucht man also mindestens 20-25 Jahre bis sich die Anlage rechnet.
Ist für uns nur die Arbeit die man sich erspart fürs anheizen im Sommer (nur für warmwasser)

Zeit: 04.06.2019 15:46:33
0
2791881
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von kd-gast Beitrag anzeigen
[...]


100 % Zustimmung.

Ich empfehle bei der Ausbildung von Energieberatern eine Faustregel zu beachten, ehe der Einsatz von Solarwärme diskutiert wird.

Ist das Haus in der Heizperiode mit Rücklauftemperaturen < 45°C heizbar ?

Wenn nein, dann erst die[...]

Sehr schön. Daumen hoch. Sie beschreiben da genau die nächsten Schritte. Da stellt sich die Frage, wo Sie sonst immer die Probleme mit der WP sehen. In der Konkurrenz?

Mit den genannten Schritten plus ein paar Details aus dem Portfolio eine Energiebeeraters (Aufstellung mit den ermittelten Heizlasten und Heizkörpern/Flächen) weiß man sehr genau was Sinn macht und was nicht.

Das Haus auf Schwachstellen bei der Dämmung zu untersuchen gehört immer dazu. Das sollte eigentlich jedem klar sein.

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Hanna1995 schrieb: Hallo zusammen, vielen Dank für eure tolle Hilfe bisher! Vier Fragen hätte ich dazu: - Bei unserer Rigole handelt es sich um eine "Rohrrigole mit Kiesschüttung". Darf ich diese wirklich über dem Graben...
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