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Verdunstungskühlung im Abluftzweig der KWL
Verfasser:
capslock
Zeit: 29.05.2019 16:10:28
0
2790224
Bezogen darauf, dass für unser Haus eine 5,8 kW W/W-WäPu ausreicht, das Haus auch bei -15° zu heizen und zusätzlich Warmwasser zu machen, bräuchte ich eine Kühlleistung von 500 W bis maximal 1 kW, um im Sommer die Temperatur 6° unter Außentemperatur zu halten. Tatsächlich bleibt das Haus bei Nachtlüftung vom Keller zum Dachboden und tagsüber alles verrammelt (inkl. Jalousien) auch angenehm kühl, außer es kommen etliche Tage über 30°.

Eigentlich ein idealer Fall für Verdunstungskühlung.

1. Hier hat jemand was mit Verdunstungsmatten gemacht. Die interessante Info ist in den Kommentaren. Sofern man geeignete Matten findet, könnte man das auch in die Abluft vor dem Wärmetauscher einschleifen.

http://knedox.blogspot.com/2009/09/echte-klimaanlage-im-eigenbau.html

2. Ich habe noch einen alten Venta 45 Luftwäscher. Der soll Standalone in 35 m²-Zimmer locker seine 8 l/24 h wegpfeifen. Mit KWL vielleicht sogar mehr, wenn er eingeschleift ist?

3. Ultraschallvernebler. Hat hier mal jemand was probiert oder kann ein Modell empfehlen? Die 12€ - Teile von ebay müssen es vielleicht nicht sein.

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 29.05.2019 16:36:47
2
2790241
Auch wenn ich nicht an eine große Wirkung glaube, ist die Idee, die Abluft mittels Verdunstung und damit die Zuluft der KWL abzukühlen, irgendwie interessant (wenn man gerne bastelt).

Alles Andere - nämlich in die Zuluft "hinein zu verdunsten" - halte ich für eine schlechte Idee. Denn gerade die Luftfeuchtigkeit ist es, die die Sommer unseres schönen Landes versauen. Und dann kommt logischerweise noch mehr dazu...
Vielleicht hast Du dann statt feuchtwarmen 27°C nur noch feuchtere 26°C im Haus... mit Kellerfeeling.

Im Sommer nimmt man lieber Feuchte raus, statt welche einzutragen. Testweise (und um die KWL erstmal außen vor zu lassen) probiere folgenden alten Trick: Nasse Handtücher innen an die Fenster hängen. Klappt sogar, aber leider mit dem o. g. Effekt.

Verfasser:
pinot
Zeit: 29.05.2019 18:20:24
0
2790268
Das Wasser, das da reinverdunstet wird, verlässt ja mit der Abluft die Bude.
Passt.

Aber:
Die warme angesaugte Luft kühlst Du im Tauscher ab.
Das heisst, die rel Feuchte steigt.
D.h., Du pustest feuchte Luft in die Bude. Alarm.
D.h., nicht selten hast Du im Wärmetauscher auf der Zuluftseite Kondensatbildung und damit Biotop. Alarm, Alarm.

Wäre mir alles zu gefährlich.

Wenn Du eine Klima Split mit 2,5 kW einbaust, ist WAF gegeben und Du wirst staunen, wieviel Wasser da rausläuft, obwohl sie im Umluftbetrieb arbeitet.

Verfasser:
Jojo_
Zeit: 29.05.2019 20:03:38
0
2790305
die abgeschätze Kühlleistung bezweifel ich. Man kann nämlich nicht einfach von der heizlast als Delta zwischen Auslegungstemperatur und Innentemperatur auf die Kühlleistung schließen. Schließlich ist die Dachfläche im Sommer wesentlich wärmer als die Umgebungsluft. Auch die Fassade ist je nach Farbe und Ausrichtung signifikant wärmer als die Außenluft.

Ich überlege auch gerade noch, wie ich unsere KWL mit Rotationstauscher und Feuchterückgewinnung für den Sommer pimpen kann.

Ich hab mal überlegt, in die Zuluft einen Luftentfeuchter zu schalten. Also einfach ein kleines Gerät in eine Box stellen und dann von der Zuluft umströmen zu lassen.
Oder einfach einen Entfeuchter irgendwo im Haus aufstellen?

Oder ggf. doch eine Zweischlauchklima reinfickeln? Oder diese im Haus aufstellen?

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 29.05.2019 20:26:17
0
2790310
Rohr-Klima, Luftentfeuchter... naja, alles was den Verdichter im Haus hat, rattert eben auch ordentlich vor sich hin. Und die Abwärme ist auch mit dabei.

So einen billigen Luftentfeuchter auseinander zu friemeln ginge aber, wenn man das kann (und für die Prediger unter den Foristen: darf ;-)). Den Verdampfer extern in die Zuluft basteln, Kondenswasser abführen, und auch schauen, dass das Ding seine "Kälte" los bekommt, bevor es ein Eisklumpen wird. Aber auch so, dass der Taupunkt der Außenluft deutlich unterschritten wird, sonst kann das natürlich nix mit dem Entfeuchten.

Je nach Gerät kann man da schon mit 1 kW Kälteleistung rechnen. Immerhin etwas.
Die Wärme muss aber halt auch weg.

Verfasser:
capslock
Zeit: 30.05.2019 07:14:22
0
2790354
Zitat von pinot Beitrag anzeigen
Das Wasser, das da reinverdunstet wird, verlässt ja mit der Abluft die Bude.
Passt.

Aber:
Die warme angesaugte Luft kühlst Du im Tauscher ab.
Das heisst, die rel Feuchte steigt.
D.h., Du pustest feuchte Luft in die Bude. Alarm.
D.h., nicht selten hast Du[...]



Ist das nicht ein Denkfehler? Nehmen wir mal an, ich hätte das Haus per Fensterkühlung in der Nacht auf 16 oder 18° runtergekühlt. Wenn dann über die unmanipulierte KWL warme Außenluft reinkommt, kühlt sie sich in den Zimmern ab, und die Luftfeuchtigkeit wird u.U. noch größer. Oder es kondensiert im Kreuzwärmetauscher (nicht Enthalpietauscher!) was an den Lamellen aus, dann läuft es ab.

Die Kondensation sollte aber ziemlich sicher stattfinden, wenn ich die Abluft zusätzlich kühle. Muss nur noch prüfen, ob der Ablauf auch für beide Seiten des Kreuzwärmetauschers funktioniert, sollte aber aus o.g. Gründen.

Verfasser:
capslock
Zeit: 30.05.2019 07:21:49
0
2790359
Zitat von Jojo_ Beitrag anzeigen
die abgeschätze Kühlleistung bezweifel ich. Man kann nämlich nicht einfach von der heizlast als Delta zwischen Auslegungstemperatur und Innentemperatur auf die Kühlleistung schließen. Schließlich ist die Dachfläche im Sommer wesentlich wärmer als die Umgebungsluft. Auch die Fassade ist je nach[...]


Stimmt insofern, dass es sich jeweils um dunkelrote Ziegel, allerdings hinterlüftet. Aber mit Dämmung von U-Wert 0,13 bei der Wand und 0,18 beim Dach dahinter. Der Dachboden wird auch recht warm, aber in der Decke über dem OG ist auch nochmal 6 cm Dämmung. Wie gesagt, nach Nachtkühlung haben wir auch abends noch um die 20° im Haus, selbst wenn den Nachmittag über ständig über 30° waren. Erst wenn die Nächte deutlich über 20° liegen, wird es übel. Und da dürfte man mit relative wenig Kühlleistung viel bewirken können.

Das Argument mit Fassade und Dach kann man auch umkehren. Bei sternklarem Himmel im Winter dürften die deutlich kälter als -15° werden.

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 08:08:41
0
2790361
Ich hab mal überlegt, in die Zuluft einen Luftentfeuchter zu schalten. Also einfach ein kleines Gerät in eine Box stellen und dann von der Zuluft umströmen zu lassen.
Oder einfach einen Entfeuchter irgendwo im Haus aufstellen?


Die Entfeuchter geben die Kondensationswärme und die Gerätewärme in die getrocknete Luft.

Es wird trockener und wärmer in der Bude.

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 08:11:51
0
2790364
Oder ggf. doch eine Zweischlauchklima reinfickeln?

Diese Kisten sind im Wirkungsgrad und beim Radau von einer Klima Split Welten entfernt.

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 08:13:32
0
2790366
Ist das nicht ein Denkfehler?

Wenn ich den erkennen könnte.

Du steigerst die Feuchte in der Hütte!

Verfasser:
capslock
Zeit: 30.05.2019 08:32:27
0
2790370
Zitat von pinot Beitrag anzeigen
Ist das nicht ein Denkfehler?

Wenn ich den erkennen könnte.

Du steigerst die Feuchte in der Hütte!


Wenn die ausströmende Luft so kalt wird, dass im Wärmetauscher Feuchtigkeit auskondensiert, dann wirkt die KWL wie eine Klimaanlage, nämlich entfeuchtend. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimmer, als wenn ohne Kühlung warme Außenluft über die KWL in die kalte Wohnung strömt.

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 08:52:59
0
2790377
Wenn die ausströmende Luft so kalt wird, dass im Wärmetauscher Feuchtigkeit auskondensiert, dann wirkt die KWL wie eine Klimaanlage, nämlich entfeuchtend.

Nee, natürlich nicht.

Du senkst die Temperatur in der Zuluft und bläst damit feuchte Luft in die Hütte.

Eine Klima arbeitet im Umluftbetrieb, senkt die Temperatur der Raumluft und senkt die Feuchte in der Hütte, da das Kondensat aus der Hütte kommt.

Verfasser:
capslock
Zeit: 30.05.2019 11:13:41
0
2790416
Zitat von pinot Beitrag anzeigen
Wenn die ausströmende Luft so kalt wird, dass im Wärmetauscher Feuchtigkeit auskondensiert, dann wirkt die KWL wie eine Klimaanlage, nämlich entfeuchtend.

Nee, natürlich nicht.

Du senkst die Temperatur in der Zuluft und bläst damit feuchte Luft in die[...]


Du hast nur Recht, wenn die Bude komplett luftdicht ist und die KWL ausgeschaltet.

Wenn wir davon ausgehen, dass die KWL zumindest nachts notwendig ist, dann ist es wünschenswert, dass die zugeführte Frischluft entfeuchtet wird, zumindest dann, wenn man keinen Umluft-Entfeuchter hat.

Und wo Du falsch liegst: es kommt nicht darauf an, ob ich die zugeführte Luft abkühle. Es geht immer um die absolute zugeführte Wassermenge, mit der ich irgendwie umgehen muss. Und derzeit (eventuelle Kondensation im Wärmetauscher, solange das Haus noch von der Nachtlüftung kalt ist), tue ich das eher nicht.

Verfasser:
capslock
Zeit: 30.05.2019 11:14:58
0
2790417
So, dürfen wir zur Ausgangsfrage zurückkommen: wie verdunste ich am besten ca. 0,5 l / h im Abluftzweig?

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 30.05.2019 13:29:34
2
2790442
Einen Wasserkocher unter ein Abluftventil der KWL stellen und stündlich einen halben Liter nachfüllen...

Im Ernst, Antworten hast doch genug. Ohne vernünftig und deutlich unter den Taupunkt zu kühlen, geht nix raus aus der Luft. Und mit Verdunstern in der Abluft den WT so weit runterkühlen, dass die Zuluft im WT kondensiert... bekommst du nicht hin. Aber probier's. Kannst ja dann auch mal schauen, wo dieses Wasser rausläuft.

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 18:02:25
0
2790521
So betrachtet gebe ich dir recht und ändere den Satz:

Du steigerst die Feuchte in der Hütte!

in:

Eine Lüftungsanlage steigert im Sommer die Feuchte in der Hütte.

Ansonsten wie Phil sagt:

Große Oberfläche zum Verdunsten mit Ultraschall, Baumwolllappen o.ä.

Verfasser:
capslock
Zeit: 30.05.2019 21:53:58
0
2790598
Naja, Luft braucht der Mensch aber auch.

Nach Blick in die Taupunkttabelle:
bei 30° und 65% liegt der Taupunkt bei 22,8°, d.h. nach Nachtlüftung scheidet die KWL schon den ganzen Tag Feuchtigkeit ab.

Wahrscheinlich ist es sogar besser als mit Umluft-Klima, jedenfalls kenne ich das aus Ferienwohnungen im Süden, die immer ein gewissen Muffelgeruch haben, vermutlich von der über die undichten Fenster nachströmenden Luft, die sich auf den kalten Wänden niederschlägt.

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 22:30:09
0
2790605
Naja, Luft braucht der Mensch aber auch.

Klar, bei mir energetisch richtig unvernünftig über Tür und Fenster, da ich meine Lüftung Bj 1985 wg hygienischen Bedenken nie in Betrieb genommen habe.

d.h. nach Nachtlüftung scheidet die KWL schon den ganzen Tag Feuchtigkeit ab.

Kannst Du mal die Menge ermitteln?
Es bedeutet aber, dass die Zuluft mit 100% rel. Feuchte in die kühlere Hütte strömt.

Bei der Split tropft es im halb Sekunden Takt. Ich werde den Sommer mal einen Eimer drunter stellen.
Die Feuchte in der Hütte liegt im Sommer irgendwo bei 60% rel. Das führt dazu, dass man sich bei 23 - 24° wohfühlt.

Den Muff in manchen südlichen Wohnungen halte ich für Schimmel, kann ich gar nicht ab.

Aber zu deinem Projekt: Enthalphie von Wasser glaube ich noch mit o,6 kW/Liter zu wissen.
Würde bedeuten, dass Du 7 kWh am Tag da reintust.
Brauchst Du soviel?

Verfasser:
pinot
Zeit: 30.05.2019 22:37:50
0
2790607
Da fällt mir noch ein:

Ich habe vor Jahren einen Ständer mit mehreren Ölbrennerdüsen gebaut, mit denen ich Wasser beim Sonnenbaden verneble.
Funzt wider Erwarten seit Jahren, ich habe allerdings extrem weiches Wasser, jedoch mit viel Eisen und Mangan.

Kannst ja mal ausprobieren, was so ne Düse an deinem Wasser spricht.

Verfasser:
Woldler
Zeit: 06.06.2019 20:44:48
1
2792637
@capslock
Servus,
habe gerade erst deinen Thread entdeckt.
Ich mach das mittlerweile seit drei Jahren im Sommer mit der Verdunstungskühlung.
Nennt sich Adiabate Kühlung.
Ich habe im ganzen Haus Bayernlüfter, in den Schlafzimmern und im Wohnzimmer kühle ich zusätzlich.
Das geht ganz einfach, also bei einer AT von 34 Grad und einer RT von 22 Grad kommt normalerweise die Zuluft mit ca. 24 Grad in den Raum. Dies macht ja schon der Wärmetauscher im Gerät. Da kondensiert schon ordentlich Feuchte im WT aus und tropft nach außen.
Jetzt gebe ich der Abluft die oben am Gerät angesaugt wird noch ordentlich Feuchte zu und schon kommt meine Zuluft nur noch mit max. 21 Grad in den Raum.
Die Feuchte wird der Abluft zugegeben, dann wird erstens die Luftfeuchte im Raum nicht erhöht und zweitens kann kein Schimmel in der Zuluft entstehen.
Die Feuchtigkeit produziert jeweils ein ganz einfacher Ultraschallvernebler für 20€.
Diesen verwende ich auch im Winter, aber dann im Raum um die Luftfeuchte anzuheben.
Wenn du natürlich schon 30 Grad im Haus hast, reicht die Kühlleistung nicht um das ganze wieder abzukühlen.
Doch wenn man tagsüber alles zumacht wie du und in der Zeit die Zuluft auf diese Art kühlt bleibt es angenehm kühl im Haus.
Wir hatten letzten Sommer im Schlafzimmer max. 21 Grad. Und wir haben volle Südseite.
Grüße
M.

PS: Schau mal bei OldBo auf die Internetseite nach "Adiabate Kühlung". Der Artikel hat mich damals auf die Idee gebracht.

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