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Fichten-Riemenboden für Fussbodenheizung
Verfasser:
kurse_pe
Zeit: 13.08.2019 21:18:59
0
2812825
Hallo Zusammen,

wir sind derzeit mitten in der Hausplanung.
Hier mal die Eckdaten:
- Vollholzhaus vergleichbar mit Thoma Holz 100 oder Ziegelhaus
- Geplant ist ein Ringgrabenkollektor mit Sole Wasser Wärmepumpe und daher niedrige Vorlauftemperaturen in der Fussbodenheizung
- Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
- Bei dem Vollholzhaus würde es vermutlich auf eine Lithotherm FBH rauslaufen, bei dem Ziegelhaus auf einen normalen Nassestrich.

Eigentlich steht das jetzt noch nicht an, aber mir lässt das keine Ruhe :-)
Mir schwebt als Traum vor, einen geölten Fichten Riemenboden mit Nut und Feder zu verbauen, wie in so schönen Altbauwohnungen. Die werden normalerweise glaub ich auf Leisten genagelt oder verschraubt.

Bevor ich jetzt weiter träume eine Frage:
Ist so ein Boden für eine Fussbodenheizung gänzlich ungeeignet? Bzw. kann man sagen wie viel Heizenergie hier verloren geht?

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten!

Viele Grüße,

Sigi

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 13.08.2019 21:51:44
0
2812842
Rein Interesse halber. Darf man fragen um welchen Vollholzanbieter es sich handelt?
Holz 100 ist doch dieses kreuzlagenvollholzsystem?
Es gibt da ja noch was ähnliches das durch den Holzbearbeitungsspezialisten Hundegger verkauft wird - bzw mit deren Maschinen.

Und einen Anbieter der mit Dübelholz wirbt (also ohne Schrauben, ohne Kleber)...

Wir kennen den dübelholzanbieter jetzt schon seit drei Häusern und liebäugeln irgendwann mit nem nochmaligen Hausbau... Und da hätte ich gerne ne Vollholz alternative zum Vergleich.
Für mich käme nur Vollholz in Frage auf Passivhaus Niveau.

Unsere Mutter hat in ihrem Massivholz Passivhaus einen richtigen Holzstab Parkett verlegen lassen - geklebt mit nem Öko zertifizierten Kleber.

Ich denke bei dem hier gemeinten Massivholzboden ist es ähnlich.
Mit dem "Wärmewiderstand" lässt sich rechnen, wieviel Energie das mehr kostet... Aber letztlich macht sich ein Grad mehr Vorlauftemperatur nicht bemerkbar.
Ausgleichen könnte man das durch Wandheizung.
Und wenn Öko dann evtl mit Lehmputz.

Verfasser:
kurse_pe
Zeit: 13.08.2019 22:59:41
0
2812875
Ich kenne bei den Vollholzwandanbietern:
- Massiv-Holz-Mauer
- Holz 100 von Thoma
- HRW Vollholzwandsystem
Das sind glaub ich alles Kreuzlagensysteme.

Mein Favorit bei Vollholz ist aktuell die HRW Wand, da preislich wohl recht interessant und wohl der ?einzige? Anbieter welcher ohne zusätzliche Holzfaser-Dämmung auskommt. (Quelle: Nachbarn, der vor 2 Jahren so ein Haus gebaut hat).
Hundegger nagelt, Holz 100 verwendet Holzstifte die aufquillen und HRW verklebt bei hohen Temperaturen ohne Chemie. Bei Hundegger und Holz 100 sieht man die Stifte bzw. Nägel auf der Innenwand, falls man innen nicht verputzen will.

Vielleicht auch eine ganz interessante Info zum Thema Vollholzwand:
Ich habe gestern bei einem lokalen Schlüsselfertig Bauunternehmen, der Holz 100 aber auch Ziegelhäuser baut, angefragt.
Er hat mir mal zwei Erfahrungswerte auf die schnelle mitgegeben:
Ziegelhaus 9x11m, Doppelgarage kostet aktuell ganz grob 400.000 Euro
Das gleiche Haus mit Holz 100 kostet aktuell ganz grob. ca. 100.000 Euro mehr.

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 14.08.2019 07:27:26
0
2812926
Danke für die Info.
Über Holz100 liest man auch allgemein, dass es eher etwas mehr kostet :-)

Ohne Werbung zu machen, kenne ich (aus drei vergangenen Hausbauten).
Kaufmannbau. Das System wird selbst hergestellt - und selbst verbaut, aber auch für andere Zimmereien produziert (Nennt sich dann wohl KMH Bausysteme)...
Falls der Hersteller zu weit weg ist von dir, kannst du dort ja mal anfragen, welche Zimmerei/Haushersteller in deiner Nähe das System einsetzt.

Als Alternative kenne ich sonst noch SchreyöggBau. Der verwendet KLH Holz.
Das KLH Holz hätte einen Kleber der absolut unbedenklich wäre. Damit wurde auch schon Kindergärten errichtet. ("lösungs- und formaldehydfreien PUR – Klebstoff von Purbond"...)

Verfasser:
kurse_pe
Zeit: 14.08.2019 11:51:33
0
2812993
Vielen Dank für die Info. Muss ich mal in meine Auswahl mit aufnehmen.

Wie kommt man denn an den Wärmewiderstand?

Mir würde z.b. so ein Boden vorschweben:
https://holzhandel-deutschland.de/fichte-massivholzdielen-21x144-mm-rustikal-rundum-nut-feder-mit-microfase-p14006?c=17

Der würde dann ja nicht geklebt, sondern verschraubt werden.

In der Artikelbeschreibung steht kein Wärmewiderstand und es steht explizit Fussbodenheizung: nein.
Allerdings hat der nur eine Höhe von 21mm und unteschreidet sich dann auch nicht von einem Parket oder Klick-System.

Kann man dann über so einen Holzfussboden auch kühlen?

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 14.08.2019 12:29:22
1
2812997
Zitat von kurse_pe Beitrag anzeigen
Vielen Dank für die Info. Muss ich mal in meine Auswahl mit aufnehmen.

Wie kommt man denn an den Wärmewiderstand?

Mir würde z.b. so ein Boden[...]



Musste gerade nochmals nachschauen... Der Wert nennt sich "Wärmedurchlasswiderstand":

Bei Holzböden sollte der Boden wohl nicht stärker als 2,2cm sein.
Ein massives "hartes" Holz ist wohl besser als ein "leichtes" Holz.
Also Eiche ist dann z.B. wohl besser als Fichte.
Am Ende des Tages aber sicher auch ne Preisfrage.

Bei Holzböden wird generell zum verkleben geraten, damit eine vollflächige Verbindung mit dem Untergrund zustandekommt... Hier bitte auch Lösungsmittelfreie Kleber achten. (Die gibt es, man muss nur danach fragen/suchen)...

Ob man kühlen kann, ist ne interessante Frage. Kommt wahrscheinlich darauf an, mit welchen Temperaturen man da in die FBH geht.
Nicht das sich das Holz zu stark zusammenzieht...
Auch aus dem Grund würde ich einen Massiven Holzboden verkleben

Hier mal ein paar Beispielswerte:
Parkett: 0,10 - 0,15 m2 K/W
Dielen: 0,10 - 0,15
Kork: 0,13 m2 K/w

Fliesen 1,3cm: 0,012 m2 K/W
Marmor 3cm: 0,014 m2 K/W

Hier gibts ne allgemeine Beschreibung zu dem Thema...

https://www.parkett-direkt.net/holzboden-auf-fussbodenheizung-ausfuehrliches-merkblatt

Mit dem Wert, den dein Boden hat, könnten die Rechenprofis hier evtl. rechnen mit wieviel mehr an Vorlauftemperatur du evtl. heizen/rechnen musst...
Dann kann man sagen 1 Grad mehr, kostet 5% mehr Heizenergie.
Dann kannst du für dich entscheiden, ob es dir Wert ist.

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 14.08.2019 12:47:43
0
2813005
aus dem Grund würde ich eher nach nem Boden mit 1,5cm Stärke schauen.

Was die Verlegung angeht, sollte man -wenn im Sommer verlegt- wohl zuvor die Fussbodenheizung einschalten. Das dient wohl der Vorbeugung für den Winter.
Da würde der Boden sich ausdehnen und man würde wohl Spalten zwischen den Dielen sehen....

Unsere Mutter hat sich für einen Parkett mit Eiche geräuchert und später geölt entschieden.
D.h. dort das ist die Kombination aus einem Trägermaterial das Stabil ist gegenüber Kälte/Wärme und der eigentlichen Nutzschicht.
Die Nutzschicht ist so, dass man wohl bis zu 2x anschleifen könnte.
Verklebt wie gesagt vollflächig.

Der Boden wurde von einem Schreiner verlegt.
Wir haben bewusst einen regionalen Hersteller gewählt:
https://fendt-holzgestaltung.jimdo.com/boden/

Hier ein paar Eindrücke mit verschiedenen Möbeleinrichtungen:

https://fendt-holzgestaltung.jimdo.com/2018/08/29/rund-um-den-boden-die-sortierung/

Der Hersteller vertreibt die Böden auch deutschlandweit über die großen Holzfachhändler.

P.S. über den Schreiner war es fertig verlegt - günstiger, als im Einkauf als Privatkunde :-)

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 14.08.2019 20:20:10
0
2813128
Persönliche Erfahrung ...
Zitat von lowenergy
... Austausch vom Bodenbelag im ~35 m² Wohnbereich ... die bislang schwimmend auf Dampfbremsfolie verlegte Holzfaserdämmung (6 mm) und das darüber liegende 8mm Laminat ist komplett raus ... nun sind nur noch 2 mm dicke Vinyl-Designdielen direkt auf dem CA-Estrich verklebt ... das soll rechnerisch bei gleicher VLT von +32°C die Heizleistung von 25W/m² auf 35W/m² verbessern - immerhin 40% mehr Heizleistung ...
... hat definitiv gezeigt, dass jeder Millimeter zusätzlicher Oberbelag auf den wasserführenden Bodebwärmeaustauschflächen kontraproduktiv ist. 😉

Verfasser:
kurse_pe
Zeit: 26.08.2019 14:25:05
0
2816524
Hallo Zusammen,
vielen Dank für den wertvollen Input.

Ich würde die Fragestellung gerne noch erweitern:
Hintergrund warum ich einen Fichtenriemenboden möchte ist 1. weil er mir sehr gut gefällt und 2. er pro qm nur ca. 15,- kostet und 3. für mich einfach in der Verlegung ist.

Jetzt mal eine naive Frage: Wenn ich eine Wandheizung oder Deckenheizung einsetze, dann kann ich doch den Riemenboden direkt mit einer Holzunterkonstruktion auf den Rohdecke schrauben und benötige kein Estrich und Trittschalldämmung usw?
Wenn ich die Rohre direkt an die Wände oder Decke befestige und dann drüberputze benötige ich nur mehr Material beim Verputzen, aber keine Wärmeleitbleche usw. ?

Das heisst zusammengefasst:
- sehr günstige Bodenkonstruktion( günstiger Bodenbelag, kein Estrich usw. )
- Rohrlängen die für sowieso für den Fußboden benötigt werden, liegen in der Wand/Decke)
- Mehrverbrauch von Putz wegen Aufbauhöhe der Wand/Deckenheizung hält sich in Grenzen?

- Wie ist es dann hier mit dem Trittschall?
- Wie verhält sich der Wärmeübergang von verputzen Heizungsrohren? Ist das schlechter wie bei estrich?
- Ist das ein günstiger gangbarer Weg, oder muss man sich einfach von Holzböden verabschieden wenn man kostengünstig und effizient heizen will und kostengünstig bauen will?
- Hört sich für mich erst mal inovativ an, wenns aber so gut wäre würden es vermutlich mehr so machen, ich finde hierzu aber nichts.
Ob es dann zusätzlich noch eine BKA wird hängt davon ab ob wir uns demnächst für ein Vollholzhaus oder doch Ziegelhaus entscheiden.

Vielen Dank und viele Grüße

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 26.08.2019 15:32:29
0
2816543
Grundsätzlich kommt es darauf an ob du auf Passivhausniveau bauen willst, oder "nur" Standard Enev / Kfw55.
Auf Passivhasuniveau musst du pro qm Wohnfläche weniger FBH verlegen. Das kommt dir an der Wand zugute.

Wand oder Decke ist halt nicht Standard und daher bei vielen Hausherstellern verpönnt, exorbitant teuer oder wird gar nicht erst angeboten...
KLeine Nachteile hat das natürlich... Man sollte später wissen wo die Wandheizung oder Deckenheizung verläuft... D.h. vor jedem bohren für ein Bild, für ne Deckenlampe, für... sollte man sich sicher sein, dass man nicht die WH/DH anbohrt :-)

Einzig in Räumen wie BAD, wirst du allein mit Wandheizung nicht deine Wohlfühltemperatur erreichen. Da ist inzwischen immer FBH + Wandheizung notwendig.
Evtl. reicht Wand + Deckenheizung aus.

Trittschall ist nur ein Thema wenn die zweistöckig baust ein Thema :-)
Ansonsten stellt sich die Frage ob Keller oder Bodenplatte.

Wenn man die FBH oder WH oder DH eh selbst machen will, könnte man in deinem Konzept durchaus den Wunschholzboden nehmen, den du ja scheinbar selbst verlegen willst.

Wandheizung wird ja meist kombiniert mit LEHMPUTZ um ein feuchteregulierendes Wohnklima zu bekommen... den Vorteil würde ich mitnehmen.

Verfasser:
kurse_pe
Zeit: 26.08.2019 16:11:41
0
2816559
Das Haus bekommt einen Keller, EG, DG

Ich bin jetzt keine überzeugter Wandheizungs/Deckenheizungsbefürworter, sodass unbedingt diese Technik verbaut werden soll. Die Idee kam mir nur weil meine Annahme war, dass so das Thema Heizung und Fussboden im Zusammenspiel hochqualitativ und trotzdem günstig abgehandelt werden kann. Wenn dieses Konzept teurer ist, wird es sterben und es gibt dann nur Fließen bzw. Vinyl :-)

Alle Räume die gefliest werden bekommen FBH (Bad, WC, evrl. Flur) Hier kann die FBH vermutlich alle Vorteile ausschöpfen. Zusätzlich Wandheizung nur wenn es die Heizlast erfordert.

Holzböden sollen das Schlafzimmer, die Kinderzimmer und das Büro bekommen.
Im Keller würde ich den Technikraum mit der Werkstatt/Hobbyraum zusammenfassen. Dann braucht der schon gar keine Heizung.
Ein zweites Büro im Keller würde auch wieder Holzboden mit Wandheizung oder Deckenheizung bekommen. Die restlichen Keller sind Lagerfläche und brauchen keine Heizung.

Das ganze macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man es selbst macht bzw. selbst einzeln vergibt. Ein Fertighausanbieter macht vermutlich hier wirklich nicht mit.

Würde ich in dem Aufbau ein Problem mit Trittschall bekommen? Die Räume mit FBH würden natürlich den Standardaufbau inkl. Trittschalldämung bekommen.

Ist Lehm nicht ein guter Isolator und dann wieder vergleichbar mit Holzboden mit FBH? Ist das preislich überhaupt interessant ggü. normalen Putz?

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micha_el schrieb: Kann man die BW-Bereitung zu einem Zeitpunk starten wenn das Geräusch nicht stört? ich vermute die Funktion ist dazu da, kein heisses Wasser zu den Heizkörpern/FBH zu lassen. Mit max Pumpendrehzahl...
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