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Warmwasserleitung ohne Zirkulation
Verfasser:
Münzberg
Zeit: 04.02.2002 16:10:46
0
844
Gibt es eine allgemein anerkannte Regel der Technik oder Normvorschrift, in welcher die maximale Länge einer Warmwasseranschlußleitung bzw. die maximal zulässige Ausstoßdauer bis 40 grädiges Trinkwasser ansteht, festgelegt ist. (DVGW 3 Liter Regel und die Empfehlungen zur Ausstoßzeit im Feurich sind bekannt)
Bisher gibt es lediglich Einzelfallentscheidungen oder ein Gutachterbericht von 92 in dem dieses Thema angesprochen ist.
Eine Empfehlung im Feurich kann ich nicht als rechtsverbindlich ansehen!

Verfasser:
Jens Fischer
Zeit: 05.02.2002 08:44:39
0
845
Sehr geehrter Herr Münzberg,

im Werkvertragsrecht nach BGB § 633(1)und in der VOB/B §13(1) sind die sogenannten "anerkannten Regeln der Technik" verankert. Wenn also nicht spezielle Vereinbarungen zu Ausstoßzeiten in Ihren Werkverträgen als Wohnungsbaugesellschaft mit den Planern und Installateuren getroffen werden, gelten immer diese Regeln. Sie sind gleichzeitig Mindestanforderungen. Herrn Feurich's Ausstoßzeiten gehören dazu. Seine Literatur ist ein Standardwerk der Sanitärtechnik. Die darin aufgeführten Ausstoßzeiten sind technisch machbar und für den gewöhnlichen Gebrauch (Wohnung)vernünftig.
Leider kann ich den Grund Ihrer Zweifel nicht erraten. Vielleicht liegt er in einer laufenden Auseinandersetzung mit einem Ihrer Mieter. In den vergangenen 10 Jahren habe ich mit meinem Ing.-Büro die haustechnische Sanierung von mehr als 2000 Wohnungen in bewohntem Zustand geplant und fachlich begleitet. Kein Verhalten und keine Forderung von Mietern ist mir fremd. Es gibt jedoch immer eine Grenze der Vernunft und eine gerichtliche Auseinandersetzung wird bei Überschreitung unvermeidbar. Der Weg zu einen gestandenen, auf Baurecht spezialisierten, Rechtsanwalt ist dann unausweichlich. Er wird in der Lage sein, die fachjuristischen Erklärungen zu liefern.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Fischer

Verfasser:
Hofmann Matthias
Zeit: 13.02.2002 14:42:22
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846
Zu diesen im Fachverband SHK Bayern häufiger gestellten Fragen hat das Amtsgericht Schöneberg am 29.4.96 folgendes Urteil (Az: 102 C 55/94) gefällt:

Leitsätze:

Nach dem üblichen Standard hat der Vermieter dafür zu sorgen, daß dem Mieter fließendes Warmwasser in der Küche und im Bad spätestens nach 10 Sekunden mit einer Temperatur von 45° C zur Verfügung steht, wobei nicht mehr als 5 Liter Wasser abgezapft werden dürfen.

Eine Wartezeit von 5 Minuten und mehr bis eine Temperatur von 45° C erreicht wird und der damit verbundene sinnlose Wasserverbrauch sind derart unzumutbar, daß eine Minderung der Kaltmiete um 10% gerechtfertigt ist.

Der Mieter kann verlangen, daß ihm jederzeit - auch nach eintägiger Abwesenheit - sofort Wasser zur Verfügung steht, das auch in optischer Hinsicht Trinkwasserqualität hat (hier: 5% Mietminderung wegen bräunlicher Verfärbung des Wassers).

Verfasser:
Ralf Sparwel
Zeit: 15.02.2002 08:24:46
0
847
Hallo

Man kann sich teilweise nur wundern.

Innerhalb von 10 sec. 45°C Wassertemperatur, dies läßt alle Arten von Durchlauferhitzern im Mietwohnungsbau wohl nicht mehr zu, wenn man nicht riskieren will ein Mietminderung zu "kassieren".

Dazu dann als Gegensatz die 5 Min. welche selbstverständlich nicht mehr zumutbar sind.

Bloß wir sprechen nun schon von 2 extremen Gegensätzen, irgendwo fehlt hier das gesunde Mittelmaß !

Mfg Ralf Sparwel

Verfasser:
Claus Thurm
Zeit: 15.02.2002 10:03:06
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848
Das Urteil des AG Schoeneberg kann nicht einfach übernommen werden. Es ist als erstes zu fragen auf welcher Grundlage es aufbaut. Wenn dies ein Sachverständigen-Gutachten ist, so waere das als erstes zu überprüfen.
Auch mir erscheint das Zeitlimit von 10 sec. nicht ohne weiteres übertragbar.
Es kommt immer darauf an um welche Zapfstelle es sich handelt. Bei einem Waschtisch im Bad kann man mit 35
°C immerhin schon mit ausreichender Waerme die Haende waschen, oder morgens die Zaehne putzen. Bei 45 °C wird bei normaler Körperpflege schon kaltes Wasser beigemischt, die Temperatur ist also ein Ausnahmefall.


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