Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
Ersatz für Stiebel-Eltron LWA 303
Verfasser:
Lars O
Zeit: 15.06.2019 16:57:19
0
2795110
Liebe Experten...

In unserem Haus, Baujahr 1995, welches wie 2010 gekauft haben ist eine Stiebel-Eltron LWA 303 installiert. Die Luftwärmepumpe übernimmt Heizung, Warmwasser und (dezentrale) Lüftung. (Keine Sole kein Solar). Die anlage wurde 2008 vom Vorbesitzer eingebaut im Austausch gegen eine andere Wärmepumpe.
Mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern zieht das Teil im Jahr so 18.000 kWh Strom (immerhin Wäremepumpentarif, aber Trotzdem...)
Des weiteren ist die Zuverlässigkeit von dem Gerät einfach unglaublich schlecht. 2 Mal mussten schon aufwändige Reparaturen am Kältekreis ausgeführt werden. Nun haben wir den nächsten Kostenvoranschlag für knapp über 2000 Euro. Stiebel lehnt jegliche Kulanz ab mit der super Begründung das ja alles qualitätsgeprüft das Werk verlasse und man da bei einem 12 Jahre alten Gerät nichts machen kann (trotz regelmäßiger Wartung und 2 Vorangegangenen Reparaturen).

Nun überlege ich mir natürlich die ganze Anlage rauszuwerfen - aber was funktioniert in unserer Situation am besten? Das ganze soll natürlich vom Fachmann geplant und installiert werden, aber ich vielleicht hat hier jemand Ideen in welche Richtung (Technologien/Hersteller) ich überhaupt denken muss, wenn ich mir einen Fachmann suche...

Macht es beispielsweise Sinn für Lüftung und Warmwasser weiter auf eine Wärmepumpe zu setzen und für die Heizung dann auf Gas zu gehen? (Gasanschluss muss noch gelegt werden aber das müsste dann halt so sein). Es scheint ja auch Warmwasserwärmepumpen zu geben, die auch noch mal einen zusätzlichen Wärmetauscher zur integration des Heizkreislaufs haben (z.B. BUDERUS Logatherm WPT 250 IS)

Aber vielleicht gibt es da Modelle die besser sind...

Beheizte Fläche sind ca. 180 m² - Heizlast müsste überschlägig bei etwa 8kW liegen (ist nur ein Schätzwert)

Vielleicht hat ja jemand Ideen oder andere Gedanke dazu...

LG
Lars

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 15.06.2019 17:03:55
0
2795112
Keinesfalls zusätzlich auf Gas umschwenken!
Dadurch werden die faktischen Heizkosten wegen der Nebenkosten (z.b. Schornsteinfeger usw.) noch weiter erhöht!

Vermutlich ist die Bereitschaft zur auf folgend verlinkter Seite beschriebenen Technik nicht vorhanden?
Link: https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/

Eine Variante, die schon mehrfach erfolgreich umgesetzt werden konnte, wäre die Installation eines preiswerten und effizienten Luft-Wasser-Wärmepumpenmonoblocks, der bivalent parallel zur vorhandenen Wärmepumpe genutzt werden würde.

Beispielsweise die Panasonic WH-MDC05H3E5 (<~ Link) gibt's aktuell für rund 2.500 Euro zu erwerben.

Zeit: 15.06.2019 19:03:10
0
2795134
Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Beheizte Fläche sind ca. 180 m² - Heizlast müsste überschlägig bei etwa 8kW liegen (ist nur ein Schätzwert)

Genau darin besteht das Problem. Auch wenn das jetzt nur geschätzt ist, liegt das um Welten neben dem sinnvollen Einsatzgebiet dieses Gerätes. Ich bin jetzt mal nicht ganz nett und politisch korrekt, sondern sage es einmal frei heraus wie es ist, denn diese Art Geschichte lese ich leider nicht zum ersten Mal.

Das Gerät ist nicht prinzipiell schecht.
Das Gerät ist für Passivhäuser entworfen worden und nicht für "normale Häuser!
Dieses Gerät für dieses Haus auszuwählen war daher ein Griff ins Klo!
Und leider hat das bisher keiner erkannt oder gesagt. :(


Ich bin deshalb so deutlich, weil dies kein Einzelfall ist, so traurig es ist.

Das Probem:

Die LWA 303 ist ein "Energierecycler". Das ist von der Bauart nur eine Wärmerückgewinnung aus der Abluft auf WP-Basis. Sie bringt / pumpt aber keine Wärme in das Haus, sondern minimiert nur die Lüftungsverluste. Und genau da ist das Problem! Das Konzept funktioniert nur dann sinnvoll, wenn die Heizast im Wesentlichen nur aus den Lüftungsverlusten besteht und das Haus kaum Transmissionsverluste über die Hülle hat.
Das Gerät ist also für Passivhäuser entworfen worden!

Alles was das Haus über die Hülle verliert, muß dann über den Heizstab teuer nachgeliefert werden. Die einzige Entlastung besteht dann noch in Fremdwärme. Und das war es auch schon. Daher ist der Einsatz dieser Geräteart in diesem Gebäudetyp, also allgemein diese Bauart und nicht nur diesses Model, eine dumme, dumme Idee gewesen!

Was du brauchst, ist ein Gerät, daß Wärme von außen hereinbringt!

Das kann eine Gastherme sein, muß aber nicht. Von WP auf Gas zu wechseln, blos weil das aktuelle Gerät dumm gewählt war, wäre aber uninnig. Du kannst auch wieder eine Wärmepumpe nehmen, aber diesmal eine, die Wärme hereinholt. Du hast kein grundsätzliches Wärmepumpenproblem, sondern nur ein idiotisch ausgewähltes Altgerät am Hals!

Ich würde nach so einem Erlebnis den Hersteller wechseln! Gut, der Kunde ist König, aber ein verantwortungsbewußter Verkäufer hätte dem Kunde sagen müssen, das die Gerätewahl extrem dumm ist und ein geeignetes Produkt angeboten.

Sorry, sorry, sorry für die Wortwahl, aber dies ist ein in Serie praktizierte Anfängerfähler, bei dem ich meinen Kopf gegen die Wand schlagen möchte, oder besser noch den Kopf der Verantwortlichen. Du bist damit echt nicht aleine!

Mein Vorschag wäre:
Eine Abluft-Brauchwasserwärmepumpe damit das vorhandene Lüftungskonzept weiter funktioniert.

Heizast prüfen und dann eine Wärmepumpe passender Leistung zum Heizen. Es sollte ein Gerät mit Leistungsregelung sein! Beim BAFA findest du eine Liste an Geräten, für die du Fördergelder bekommen kannst. Die Fördergelder muß man vor Auftrag beantragen. Ein Energieberater kann dir dabei helfen. Der kann dann auch die Heizlastberechnung machen, wenn sich keine in den Unterlagen vom Haus findet.

BAFAInstallieren. So wie hier vorher gearbeitet wurde, ist die Hausseitige installation mit Sicherheit auch nie gut eingestellt worden. Das heißt, hier solltest du dann das Thema hydraulischer Abgleich und Heizkurve angehen. Wir helfen gerne.

Dann wäre die Frage ob es eine Luftwärmepumpe wird oder eine Erdwärmelösung.
Ersteres ist günstiger und Letzteres ist effizienter

Hast du Fußbodenheizung oder Heizkörper?

Ziel ist eine JAZ von 4 oder besser, was dann die Heizkosten auch entsprechend senkt.

LG
Carsten

Zeit: 15.06.2019 19:59:03
0
2795143
Wegen der Heizlast:
hat dieser Griff ins Klo keinen eingebauten Wärmemengenzähler?

Verfasser:
Lars O
Zeit: 15.06.2019 21:41:20
0
2795171
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
[...]

Genau darin besteht das Problem. Auch wenn das jetzt nur geschätzt ist, liegt das um Welten neben dem sinnvollen Einsatzgebiet dieses Gerätes. Ich bin jetzt mal nicht ganz nett und politisch korrekt, sondern sage es einmal frei heraus wie es ist, denn diese Art Geschichte lese ich leider[...]


Vielen Dank für die ausführliche Antwort... Ich versteh das auch nicht als Böse gemeint... ich hab mir das hier mit der Heizungsanlage ja nicht ausgedacht und wir mögen unser Haus wirklich gern...

Um das aber noch mal in Relation zu setzen... und das hätte ich natürlich schon in meinem ersten Post schreiben sollen:

Es handelt sich um ein "Haacke Haus", also einen sog. "Fertigbau in Holztafelbauweise". Das galt damals (1995) jedenfalls als Niedrigenergiehaus. Die Außenwände haben einen k-Wert von 0,21 W/m²K

Die Unterlagen zur Planung der Heizung geben folgende Werte an:
Transmissionswärmebedarf: 6.520 kW
Lüftungswärmebedarf: 5.252 kW
Norm-Gebäudewärmebedarf: 9.164 kW

Für die Berechnung ist eine Gesamtfläche von 210 m² zugrunde gelegt. Da kommt man dann also auf 0,023 kW/m² - Das ist doch nicht ganz schlecht, oder

Sind die angaben nützlich um das "Urteil" über die jetzige Lösung zu bestätigen?

LG
Lars

Verfasser:
Tommeswp
Zeit: 15.06.2019 22:07:36
2
2795183
Das Pümpchen hat laut Daten ne Heizleistung per Verdichter von 2,1 kW.
Wo soll der Rest zur erforderlichen Heizlast herkommen, wenn nicht vom E - Heizstab?

Ansonsten nach Möglichkeit Lüftung und Heizung trennen und was "ordentliches" einbauen.

Verfasser:
Lars O
Zeit: 15.06.2019 22:34:07
0
2795192
Sorry, 9.1 kW Wärmebedarf auf 210 qm sind natürlich 0,04 kW/qm...

Verfasser:
Lars O
Zeit: 15.06.2019 23:03:24
0
2795199
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
Hast du Fußbodenheizung oder Heizkörper?

Erdgeschoss ist Fussbodenheizung, Obergeschoss Heizkörper.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 16.06.2019 11:04:51
0
2795272
Bei der rechnerischen Heizlast von ~9 kW bei Norm-Außentemperatur sind zwar keine inneren und äußeren Wärmegewinne berücksichtigt, zudem wird der real erforderliche Heizleistungsbedarf bei optimaler Betriebsweise der hausinternen wasserführenden Wärmeverteilung und entsprechend angepasstem Lüftungsverhalten um einiges geringer sein, aber die aktuell installierte Wärmepumpe ist faktisch falsch dimensioniert!

Wie sind die Möglichkeiten um auf dem Grundstück eine preiswerte Erdwärmequelle zu realisieren?

Da gäbe es beispielsweise diese Variante: https://www.nibe.eu/de-de/produkte/ringgrabenkollektor

Zeit: 16.06.2019 12:06:39
0
2795304
Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Die Unterlagen zur Planung der Heizung geben folgende Werte an:
Transmissionswärmebedarf: 6.520 kW
Lüftungswärmebedarf: 5.252 kW
Norm-Gebäudewärmebedarf: 9.164 kW

Für die Berechnung ist eine Gesamtfläche von 210 m² zugrunde gelegt. Da kommt man dann also auf 0,023 kW/m² - Das ist doch nicht ganz schlecht, oder

Sind die angaben nützlich um das "Urteil" über die jetzige Lösung zu bestätigen?


Ja, definitiv. Das Gerät hätte da niemals eingebaut werden dürfen. Auf die 2,1 kW hat Tommeswp ja schon hingewiesen. Da liegen Leistung und Bedarf viel zu weit auseinander. In diesem Umfeld kommen jährlich grob geschätzt eine Größenordnung von 5000 Betriebsstunden (siehe unten, Parameter auslesen) auf den Verdicher. Laut Handbuch ist der Betriebstundenzähler nur vierstellig. Da kommt man doch ins Grübeln. Das Gerät war hierfür nie gedacht!

Da ist es kein Wunder, daß das Gerät hohen Verschleiß und Reparaturbedarf hat!

Zwischen theoretischen Berechnungen und der Praxis gibt es immer ein paar Abweichungen, vor allem wenn die Anlagen nie richtig eingestelt wurden. Dann schaltet der Heizstab sogar noch früher zu als nötig gewesen wäre. Ganz grob aus der Hüfte und konservativ geschätzt werden da jährlich 12000 kWh zuviel verheizt, die eingespart werden können. Das ist der Schaden der durch das falsch gewählte Altgerät entsteht. Handeln lohnt sich also, auch wenn es zuerst Geld kostet.

Lies doch mal bitte die Parameter 81, 83, 85, und 87 aus, siehe Handbuch. Das sind die Laufzeiten von Verdichter und den drei Heizstabstufen. Manchmal sind die Handbücher in solchen Dingen etwas ungenau und mit etwas Glück ist die Anzeige doch mehr als vierstellig, so daß die Daten doch noch brauchbar sind. Dann kann man die JAZ grob berechnen und so die mögliche Einsparung besser abschätzen, auch wenn unklar ist wann die Zähler zuletzt auf 0 zurückgesetzt wurden. Aktuell kann man nur sagen, daß die JAZ im Bereich 1,x liegt. Das kann gar nicht anders. Und das ist grottig!

Wenn die WP noch ein bisschen durchhält, dann kann sie auch erst einmal stehen bleiben nur für Warmwasserbereitung und Lüftung. Wenn sie nicht heizen muß, ist das für sie eine enorme Entlastung.

Es gibt die LWA 303 und die LWA 303 SOL. Letztere hat einen zusätzlichen Wärmetauscher. Wenn du die LWA 303 SOL hast, könnte man da dann auch die Heizwärmepumpe anschließen. Dann brauchst du nicht sofort zwei Geräte kaufen.

Wichtig ist, daß du ein Gerät bekommst, das Wärme hereinbringt.

In welcher Region wohnt das Haus? (Normaußentemperatur/Klima) Die Wärmeberechnung für das Fertighaus gilt für den Bautyp. Der Standort ist noch nicht berücksichtigt. Das kann die benötigte Leistung noch etwas verändern.

FBH+Heizkörper
Gibt es da einen Mischer?

Hast du in den Unterlagen auch die Heizlasten pro Raum?
Da müßte es auch eine Liste über die installierten Heizkörper geben und die FBH (Kreislängen, Verlegeabstand, Raumgröße/Fläche).

Dann kann man den hydraulischen Abgeich durchführen. Es klingt komplizierter als es ist und:
Es lohnt sich!

Gute oder schlechte Einstellungen entscheiden darüber ob die neue WP dann z.B. 6.000 kWh spart (schlecht) oder 12.000 kWh (gut). Sogar 15.000 kWh wären denkbar, wenn auch extrem. Aber du kommst auch aus einer Extremsituation, wo du zum größten Teil direkt mit Strom/Heizstab heizt. Daher der erneute Hinweis die angsprochenen Parameter 81, 83, 85 und 87 auszulesen um die Zahlen genauer eingrenzen zu können.

Verfasser:
Lars O
Zeit: 16.06.2019 22:11:36
0
2795513
Zitat von Ich_habe_Feuer_gemacht Beitrag anzeigen
Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
[...]


Ja, definitiv. Das Gerät hätte da niemals eingebaut werden dürfen. Auf die 2,1 kW hat Tommeswp ja schon hingewiesen. Da liegen Leistung und Bedarf viel zu weit auseinander. In diesem Umfeld kommen jährlich grob geschätzt eine Größenordnung von 5000 Betriebsstunden (siehe unten,[...]


Vielen Dank nochmal für die ausführliche Antwort. Ich denke ich verstehe so langsam was da schief läuft. Wenn ich da früher schon eingeschritten wäre hätte sich das mittlerweile wohl schon fast abbezahlt. Hinterher ist man eben immer schlauer :/

Ich hab mal die Laufzeiten ausgelesen:
Verdichter Hzg 200
Verdichter WW 3206
DHC 1 4351
DHC 2 8484
DHC 3 4537
Lueftung 2067
VD Starts 2621

Das Teil nur als WW-Wärmepumpe einzusetzen wäre eine Idee. Leider führt der Momentane defekt dazu, dass die Warmwasserbereitung nur noch per Heizstab über den Knopf an der Frontblende klappt (wenn man das Abends vergisst gibts Morgens ne kalte Dusche) - Die Reparatur soll gut 2000 Euro kosten. Dafür bekommt man ja schon eine neue WW-Wärmepumpe/Lüftung.
Es handelt sich auch nicht um die LWA303-SOL Variante.

Wir wohnen eine Autobahnausfahrt nördlich von Hamburg. Die Winter sind hier also nicht all zu hart. Die Berechnungen in den Unterlagen wurden mit einer Normaussentemperatur von -12°C gemacht.

Bzgl. Heizkörper/Fussbodenheizung, ja - da gibt es einen Mischer der die unterschiedlichen Vorlauftemperaturen einstellt.

In den Unterlagen sind Berechnungen für alle Räume und da steht auch viel über Hydraulik, Ventile, Verlegelängen usw... - auf mich als Laien wirkt das alles sehr umfangreich.

Mind. 12000 kWh zu Sparen müsste ja eigentlich schon das Ziel sein, wenn man nur auf die Energiekosten schaut. Gaspreis ist ca. 30% von Strom. Wenn ich das Haus mit 20000 kWh Gas für 1200 Euro im Jahr Heizen kann, dann sollte eine neue Wärmepumpenlösung ja bitte nicht mehr als 6000 kWh Strom im Jahr verbrauchen (bei 20 ct/kWh)

LG
Lars

Zeit: 17.06.2019 19:41:53
0
2795753
Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Wenn ich da früher schon eingeschritten wäre hätte sich das mittlerweile wohl schon fast abbezahlt. Hinterher ist man eben immer schlauer :/

Das wäre auch eigentlich der Job vom Fachmann gewesen, bzw. allenfalls noch vom Vorbesitzer bei der Anschaffung.
Immerhin hast du es nun selber gemerkt, daß da etwas nicht ok ist und hier Hilfe gesucht. ;)

Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Ich hab mal die Laufzeiten ausgelesen:
Verdichter Hzg 200
Verdichter WW 3206
DHC 1 4351
DHC 2 8484
DHC 3 4537
Lueftung 2067
VD Starts 2621

Das ergibt in Summe ca. 40.000 kWh also mehr als Zwei Jahresverbräuche, bei nur 200 Verdichterstunden Heizbetrieb. Es ist also wohl leider so wie im Handbuch angesagt, nur vierstellige Zähler. Und davon ist bei mehreren der Tacho schon das eine oder andere mal komplett rum. Schade, das hilft uns also kaum weiter und zeigt allenfalls, daß das Gerät nie für solch einen Bedarf gedacht war. Einen Vrsuch war es wert.

Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Wir wohnen eine Autobahnausfahrt nördlich von Hamburg. Die Winter sind hier also nicht all zu hart. Die Berechnungen in den Unterlagen wurden mit einer Normaussentemperatur von -12°C gemacht.

Hamburg hat auch Normaußentemperatur -12 Das paßt also.

Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Bzgl. Heizkörper/Fussbodenheizung, ja - da gibt es einen Mischer der die unterschiedlichen Vorlauftemperaturen einstellt.

In den Unterlagen sind Berechnungen für alle Räume und da steht auch viel über Hydraulik, Ventile, Verlegelängen usw... - auf mich als Laien wirkt das alles sehr umfangreich.

Das ist sehr gut. :)

Demnach ist alles wohl ausführlich dokumentiert. Vielleicht sollten wir mal kurz telefonieren um schneller herauszupicken, welche Daten hier wichtig sind.

Zitat von Lars O Beitrag anzeigen
Mind. 12000 kWh zu Sparen müsste ja eigentlich schon das Ziel sein, wenn man nur auf die Energiekosten schaut. Gaspreis ist ca. 30% von Strom. Wenn ich das Haus mit 20000 kWh Gas für 1200 Euro im Jahr Heizen kann, dann sollte eine neue Wärmepumpenlösung ja bitte nicht mehr als 6000 kWh Strom im Jahr verbrauchen (bei 20 ct/kWh)


Ja genau, wenn. Genau das wollte ich mit den Zählerständen herausfinden.

Zeit: 17.06.2019 21:22:47
0
2795778
Vorab:
Gaskosten vs Stromkosten
Da heißt es Strompreis / Jahresarbeitszahl vs Gaspreis / Jahresnutzungsgrad

Der Jahresnutzungsgrad liegt bei durchschnittlichen Anlagen bei ca 85%. Hochoptimiert kommt man unter guten Voraussetzungen in den Bereich von ca. 95%. Wenn Gas ca 30% vvom Strom Kostet, wird durchschnittlich eine JAZ von 2,83 benötigt, bzw 3,16. Da die Gastherme auch Strom braucht, runde ich die benötigte JAZ auf 2,7 bzw 3,0 ab.

Das sollten wir schaffen. ;)
Gas ist da kaum eine Option.

Zudem unterscheiden sich die Wartungskosten. Bei Gas kommt der Schorni. Gas und WP-Tarif haben eine Grundgbühr. Bei Guter JAZ kann man auch den WP-Tarif und damit die Grundgebühr streichen, auch wenn der Strom dann etwas teurer wird. Man sollte mal den Vergleich ohne WP-Tarif rechnen, wenn man den Stromverbrauch kennt.

Nun zu den Zahlen:
Derzeit Wissen wir
Stromverbrauch für Heizen und Warmwasser zussammmen 18000 kWh

Das wäre an Wärme irgendetwas zwischen 18.000 Kwh (100% Heizstab) und ca. 26000 kWh bei 5000 Verdichterstunden + Heizstab mit COP 4

Berechnete Heizlast ca 9,1 kW, ergibt etwas über 18000 kWh Heizwärmebedarf nach Schweizer Formel, zuzüglich Warmwasserbedarf. Beim Warmwasserbedarf habe ich 3600 kWh unterstellt. Das ist eine gängige Annahme, wobei viele Haushalte mit modernen und kompakten Anlagen durchaus auch deutlich weniger benötigen können.

Ich bin daher von geschätzt ca 22.000 kWh Wärmeverbrauch ausgegangen, was bei JAZ 4 5,500 kWh wären. Das wären dann 12,500 kWh Einsparung. Um nicht zuviel zu versprechen, bin ich da eher zurückhaltend.

Bei der Warmwasserbereitung betrachte ich die Brauchwasserwärmepumpe als gesetzt, da es deiner ursprünglichen Idee und den vorhandenen Lüftungskonzept entspricht. Gängige Preise im Netz sind da 1700 bis 1800 €. Heizungsbaer nehmen natürlich mehr. Die müssen ja auch verdienen.

Optional sind:
-zusätzlicher Wärmetauscher, war auch deine Idee. Sinnvolle Backuplösung bzw. Ergänzung bei hohem Warmwasserverbrauch, da man so bei Bedarf hohe Leistung ermöglichen kann.
-Stromzähler
-Wasserzähler
Die Zähler braucht man nicht, sind aber nicht sooo teuer und ermöglichen Kontrollen, damit man Fehler früh erkennen kann.

Bei der Heizungswärmepumpe sollten die Zähler aber auf jeden Fall installiert werden. Die macht Umsatz! Da sind Zähler wichtiger und werden auch für die Förderanträgeverlangt!

Damit sind dann ca 1000 kWh Strom gesetzt, bei wengier Verbrauch entsprechend weniger. Die Alternative "Boiler" ist nicht so viel günstiger wie man meinen könnte, da man dann bei der Lüftung nachbessern müßte. WP+Boiler hat sehr ähnlichn verbrauch. Bei Gas+ Boiler wären das dann ca. 4000 kWh Gas.

Heizung
Bei 18.000 kWh Wärmeverbrauch angenommen.

Bei Gas wären das je nach Jahresnutzungsgrad rund 21000 kWh Gas durchschnittlich bzw ca. 19000 kWh Gas hochoptimiert, zuzüglich Wamwasserbereitung, siehe oben, also 23.000 kWh bis 25.000 kWh plus etwas Strom

Wärmepumpe
Es sollte immer ein Gerät mit regelbarer Lestung sein, meist Inverter.
Hier hängt es von der JAZ ab

Das bedeutet einen Stromverbrauch von:
JAZ 4,0: 4500 kWh
JAZ 4,5: 4000 kWh
JAZ 5,0: 3600 kWh
JAZ 5,5: 3272 kWh
zuzüglich Warmwasserbereitung (1000 kWh angenommen)


Damit wären wir bei 12500 kWh Einsparung (konservativ) oder mehr. Zudem ist es wahrscheinlich, daß aktuell mehr geheizt wird als nötig, da die Anlage nicht optimal eingestellt ist. Hier sind weitere Einsparungen möglich.

Bei Luftwärme sind hier JAZ-Werte zwischen 4 und 4,5 realistisch, während Erdwärme den Bereich 5 bis 5,5 abdeckt. Natürlich sind im Einzelfall auch noch andere Werte denkbar. Darum sollen ja die Details geklärt werden.

Bei Erdwärme wäre die Frage, ob du das bis zum Herbst hinbekommst. Man muß schließlich auch noch einen Termin beim Handwerker bekommen. Wenn das in den Winter oder in das nächste Jahr geht, hast du schnell mehr Strom verheizt, als du durch die bessere Technik in den nächsten 10 oder 20 Jahren einsparen könntest.

Letzlich muß man ohnehin schauen, was vor Ort überhaupt geht (Erdwärme, Luftwärme, Leitung ins Haus legen, Wo ist der Technikraum und wo wäre draußen Platz?), welcher Heizungsbauer überhaupt noch Zeit hat für Aufträge und welche Marken er führt. Fremdmaterial ist da eher unbeliebt, zumal die dann auch das Gerät nicht kennen.

Ich rechne hier exemplarisch zur Veranschaulichung mal mit einer Panasonic WH-MXC09H3E8. Da paßt die Leistung. Und da gibt es immerhin noch eine Chance, daß es verbaut würde. Zeit und Aufwand wäre vergleichsweise gering (Luftwärmepumpe), insbesondre da es ein sogenannter Monoblock ist. Da wird kein Kältetechniker benötigt.

JAZ-Rechner Parameter:
-"Altbau", Heizgrenze 15 Grad
-12 Grad für Hamburg
-keine Warmwasserbereitung, denn das macht ja die Brauchwasser-WP.

Die Heizwassertemperaturen stehen ja noch aus (Unterlagen). Ich habe da mal den Worst-Case mit der kranken Kombination 50 Vorlauf 40 Rücklauf gewählt. Selbst da kommt noch eine 4,11 heraus.

Verfasser:
Lars O
Zeit: 18.06.2019 08:45:24
0
2795851
Wow... vielen Dank, dass du dir da so ausführliche Gedanken machst. Das hilft ungemein als Orientierung.
Ich könnte die Berechnungsunterlagen mal im Büro einscannen und verfügbar machen. Das Angebot darüber zu telefonieren nehme ich aber auch gerne an... Ich hab hier jetzt noch nicht herausgefunden ob man im Forum priovate Nachrichten verschicken kann aber per-EMail kannst du mich unter lars "punkt" oppermann "at" gmail "punkt" com erreichen, dann könnten wir Nummern austauschen.

Erdwärme wär schon cool, aber der Aufwand ist natürlich schon hoch. Ein tiefe Bohrung ist sehr teuer, Flächenkollektoren oder Grabenkollektor ist auf unserem Grundstück im geliebten Garten auch nicht wirklich eine praktikable Lösung. Vielleicht wäre ein sog. Erdwärmekorb etwas, da muss nicht das ganze Grundstück umgegraben werden und man muss nicht gleich für 15000TSD Euro extrem tief Bohren...

Ich bin jetzt schon mal dabei hier die Anbieter in der Näheren Umgebung abzuchecken, mal sehen was da so für Vorschläge kommen...

LG
Lars

Verfasser:
Lars O
Zeit: 18.06.2019 10:50:00
0
2795885
Ich hab die Unterlagen mal durch den Scanner gejagt...
Berechnung Rohrnetz: https://www.dropbox.com/s/vy351ioq5ml966p/brechnung_rohrnetz.pdf?dl=0

Berechnung Wärmebedarf:
https://www.dropbox.com/s/3hain6ot39h0913/brechnung_w%C3%A4rmebedarf.pdf?dl=0

Verfasser:
Lars O
Zeit: 18.06.2019 18:55:14
0
2796033
Was ich mich noch frage... wie viel Energie bekomme ich eigentlich durch die Abluft? Klar, die LWA303 kann davon maximal 2kW nutzen, aber wie hoch wäre das Potential allen durch die Abluft? Wie kann ich das berechnen?

LG
Lars

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 18.06.2019 20:12:22
0
2796064
Je mehr Energieeintrag z.b. durch Sonne, Haustiere und Bewohner, desto größer ist der Energiegehalt der Abluft - ist natürlich zudem auch zeitgleich von der Außentemperatur beeinflusst.

Wenn Du beispielsweise im Winter täglich den Holzkohlegrill für's bräunen der Wurst im Wohnzimmer nutzen würdest, wäre das sicherlich hilfreich. 😉

Aktuelle Forenbeiträge
derjoerg schrieb: Ich danke allen für die vielen Antworten, wesentlich in meinem Fall scheint zu sein, dass ich aus dem System Eigentumsflasche...
Hanna1995 schrieb: Hallo zusammen, vielen Dank für eure tolle Hilfe bisher! Vier Fragen hätte ich dazu: - Bei unserer Rigole handelt es...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Sockelleisten, Heizkörperanschlüsse
und Steigstrangprofile
UP-fix
Messstationen
Verteilerstationen
Regelstationen
Hochleistungsfähige, intelligente Systeme und Produkte für Bad und Sanitär
Website-Statistik