Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.

Alle
Foren
Korrosion an Kupferleitungen durch Filzisolierung
Verfasser:
Peter S.
Zeit: 27.09.2003 13:56:15
0
29319
Hallo zusammen,

Früher war es - jedenfalls bei uns in der Gegend - üblich, Kaltwasserleitungen aus Kupfer zum Schutz vor Beschädigung und Korrosion mit Schutzschläuchen aus Filz zu überziehen.

Nun haben wir gerade in letzten Zeit vermehrt Leckstellen durch Lochfraß an diesen Leitungen festgestellt.
Zuletzt war das heute der Fall, bei einer Leitung, die erst vor 8 Jahren verlegt wurde.

Unser Betrieb setzt diese Schläuche schon über 15 Jahre nicht mehr ein, aber jeder Großhändler und Isolierungshersteller vertreibt diesen Filzkram noch. Auch die Außendienstmitarbeiter dieser Firmen bestätigten mir, dass die Schläuche aus Filz sehr gut verkauft werden (sind ja auch sehr günstig).

Angeblich sei das Korrosionsproblem bekannt und beseitigt worden. Bei heutigen Filzschläuchen gäbe es angeblich keinen Lochfraß mehr.
Da ich aber heute eine derart zerstörte Leitung gesehen habe, die erst vor acht Jahren eingebaut wurde, kann ich das kaum glauben.

Wie ist das nun mit dem "neuen" Filz? Gibt es da wirklich keine Probleme?
Wenn doch, dann haben wir in den nächsten Jahren genug zu tun ...

Gruß
Peter S.


Verfasser:
Fuggo
Zeit: 27.09.2003 16:33:40
0
29320
Woran kannst du erkennen, daß die Korrosion nur von außen kommt und nur durch den Filz bedingt ist?
Der Filz besteht m.E. nur aus "recycelten Altkleidern" und ist in erster Linie erst einmal neutral d.h. nicht korrosiv.
Er hat naturlich die unangenehme Eigenschaft vorh. eingetretene Feuchtigkeit zu speichern, aber das sollte dem Cu- Rohr an sich nichts ausmachen.
Irgendwie fehlt mir dazu ein aggresives Medium, daß die Korrosion bedingt.
Es müsste also eine konstante Feuchtigkeit außen am Rohr anliegen, die unter normalen Betriebsbedingungen nicht vorkommt und der Filz an sich müsste so korrosiv wirkend sein, daß sich das Kupfer, in Verbindung mit der Feuchte, zersetzt?
Wo kommt die immerwährende Feuchte her?
Was soll´n das für Filz sein?
Was für´n Cu- Rohr?
Wie ist die Einbaulage?
KW oder WW?
Wasserqualität für Cu geeignet?

So long

Fuggo


Verfasser:
Peter S.
Zeit: 29.09.2003 09:43:20
0
29321
Hallo Fuggo,

An den Kupferrohren sind von außen deutliche Einbuchtungen zu erkennen, richtige kleine Krater. Nicht nur vereinzelnd, sondern dicht an dicht.
Von innen ist das Kupferrohr in einem einwandfreiem Zustand.

Natürlich korrodiert das Rohr nur, wenn Feuchtigkeit zum Filz dazukommt.
Wie du schon sagtest, durfte das dem Kupfer allerdings wenig ausmachen.
Ich habe aber auch schon in Alt- oder Umbauten die komplette Wasserleitung entfernt, wobei nur die Kaltwasserleitung (in Filz) und nicht die WW-Leitung (mit PE-Iso) korrodiert war.
Oft ist dann die komplette KW-Leitung von einer grünen Schicht überzogen, nicht nur im Bereich von Badezimmer oder anderen Naßräumen.
Meistens klebt der Filz am Rohr, als wenn er mit dem Rohr verwachsen wär.

Einen bestimmten Filz-Hersteller kann ich leider nicht nennen, aber ich weiß, das Missel vor Jahren Probleme mit Korrosion hatte.

Den Kupferrohr-Fabrikanten kann ich leider auch nicht ganau angeben,
da wir Leckstellen auch bei vielen nicht von uns verlegten Wasserleitungen beseitigen.

Bei der ersten (und bis jetz einzigen) Leckstelle, die in "unserer" Leitung auftauchte, handelt es sich um CU-Rohr von Kabelmetall und Filz geliefert von BTI. Bei diesen Produkten kann man sicherlich nicht von "NoName"- oder Billiganbietern reden. Die Leitung wurde ca. vor 22 Jahren verbaut.

Wie schon beschrieben, ist die komplette Hausinstallation betroffen, unabhängig von der Einbaulage oder ob WW oder KW. Natürlich ist Filz aber öfter bei KW-Leitung anzutreffen.

Die Wasserqualität in inserer Region (Oldenburg-Ostfriesischer Wasserverband) ist absolut für Cu-Rohr geeignet. Ansonsten sind korrodierte Kupferleitung hier eher selten.


Hat sonst keiner schlechte Erfahrungen mit Filz gemacht?




Verfasser:
Tino Winkler
Zeit: 29.09.2003 10:13:03
0
29322
Hallo Peter S.,
die muldenförmige Korrosion könnte durch Stromleiter/Kabel die zu nah am geschützten Cu-Rohr verlegt sind, verursacht werden.
Dies wird auch elektrisch bedingte Korrosion genannt, es entsteht an der Berührungsstelle ein Lokalelement und der Werkstoff wird unter ungünstigen Bedingungen (schwitzendes KW-Rohr) abgetragen.
Das der Filz Korrosion begünstigt, ist auszuschließen, eher schon
zerstörter Filzschlauch wo Putz + Mörtel direkt mit dem Rohr in Verbindung kommen.
Mit freundlichen Grüßen
Tino Winkler

Verfasser:
Peter S.
Zeit: 29.09.2003 11:33:22
0
29323
Hallo Tino,

ich glaube, das kann ich ausschließen, da es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt.Außerdem findet diese Korrosion auch an unbeschädigten Filzschläuchen statt. Trotzdem Danke für den Hinweis!

Gibt es sonst noch Erklärungen?


Verfasser:
HansKuch
Zeit: 29.09.2003 15:27:20
0
29324
Es gibt Zusatzstoffe zu Mörtel, Fliesenkleber, Beton usw. die die Erhärtung beschleunigen oder verzögern sollen. Diese Materialien können agressiv auf Metalle wirken z.B. Wenn sie in feuchtem Zustand Kontakt zum Filzmantel bekommen, saugt dieser sich voll und hält die schädigenden Bestandteile am Rohr. In verbindung mit Feuchtigkeit z.B- Kondensat können sie noch nach Jahren korrosiv wirken.
Frag doch mal bei: www.kupferinstitut.de

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 29.09.2003 16:08:38
0
29325
Sind die Filzschläuche außen foliert bzw. ummantelt?

So long

Fuggo

Verfasser:
martin havenith
Zeit: 29.09.2003 16:59:06
0
29326
zusätzlich zum Korrosionspotential durch Kalk und Zement darf man die Korrosivität von Weichlotflußmitteln nicht ausser Acht lassen.
Die Verarbeitungsvorschriften enthielten immer den Hinweis, das die Weichlotnähte mit Wasser abzuwaschen sind.

Allerdings bin ich der meinung, das man auch beim filz einen Einfluß nicht ausschließen kann.

Wer weiß schon, was alles an Rohstoffen in den Prozess gelangt, was noch an Bindemitteln und sonstigen Zusätzen mit verarbeitet wurde....
Da kann nur eine Analyse helfen. Der hinweis auf das Kupferinstitut könnte weiterhelfen.

Aber: Trockene Rohrleitungen korrodieren nicht (seltener)

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 30.09.2003 07:37:46
0
29327
Hallo Peter S,

>Bei der ersten (und bis jetz einzigen) Leckstelle, die in "unserer"
>Leitung auftauchte, handelt es sich um CU-Rohr von Kabelmetall und
>Filz geliefert von BTI. Bei diesen Produkten kann man sicherlich nicht
>von "NoName"- oder Billiganbietern reden. Die Leitung wurde ca. vor 22
>Jahren verbaut.

Dann wurde die Leitung anfang der 80er montiert. Damals hatte nicht blos Missel ein Problem, sondern auch einige andere Dämmstoffhersteller.

Verursacht wurde die Korrosionen durch ein Gleit- und Korrosionsschutzpulver, das in den Schlächuen enthalten war, damit die Schläuche besser auf das Rohr geschoben werden konnte und angeblich kurzzeitige Durchfeuchtungen nichts ausmachen sollten. Leider war in dem Zeugs auch irgend was drinne, was Korrosionen förderte und zu einigen Schäden geführt hat.
Auf jeden Fall bildeten sich Amoniak-, Stickstoffverbindungen und Sulfide die dem Kupferrohr den Garaus machten....

Irgendwann gabs in der Zeit auch mal einen Bericht zu der Problematik in der SBZ...wenn ich lange genug suche, dann finde ich den auch noch sicherlich...oder in den alten Verbandsinformationen stand auch mal was darüber.

Die Produktion bei den Dämmstoffherstellern wurde anschliesend geändert, das Gleit- und Korrosionsschutzpulver wurde weggelassen und es war wieder Ruhe im Schiff.

Gruß
Achim Kaiser

Verfasser:
Fuggo
Zeit: 30.09.2003 14:34:30
0
29328
Möööönsch Achim, da lässt du uns ewig rumeiern und traara...bitteschön, ist doch ganz einfach Leute.

Danke für die Lehrstunde, tiefindiekniegeh, boah mach )ö(
Anno 88 hab ich noch andere Leitungen verlegt, verschmitztgrins ;-))))

So long

Fuggo

Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 30.09.2003 22:55:29
0
29329
@ Achim
Das mit dem Korrosionsschutzpulver ist ja echt ein lacher!!

Woran du dich noch alles erinnern kannst.....
Ich hab das garnicht mitbekommen, nur eingebaut.

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 30.09.2003 23:14:34
0
29330
@Martin

natürlich hies das damals vornehm Inhibitor oder so ähnlich...

Manchmal ist es gut, alte Fachzeitschriften und so Dinge aufzuheben, denn hin und wieder holt einen so manche wundersame Erungenschaft aus früheren Zeiten ein...und natürlich weiss das heute keiner mehr was...
noch nnnnnnnniiiiiiieeeeeeeee gehört :-)))

Ich hab noch ne Fachzeitschrift von Juli 1958 *Der Sanitär-Installateur* da wird z.B. noch ne SILIPOS Wasseraufbereitung (alte Dosierschleuse) vorgestellt...oder Thermen zur Warmwasserbereitung.
Oder wusstest du das es TA-Strangregulierventile schon im November 1964 gab laut SBZ ...Typ STA u. STA-T mit Stutzen für Differenzdruckmessung...
manches hat schon mehr Moos auf dem Bauch als man denkt...anscheinend haben sich schon damals die Herren mit dem hydraulischen Abgleich beschäftigt...aber so richtig wichtig ist er ja erst heute *breitgrinst

Gruß
Achim

Verfasser:
Martin Havenith
Zeit: 01.10.2003 06:30:13
0
29331
@ Achim

da hast du wohl Recht.
Aber es gab schon früher Firmen (und Anlagen) die das mit der Hydraulik berücksichtigt haben. Mein früherer Bauleiter hat mir erzahlt, das er sich beim Neubau des WDR in Köln (vor 30 / 40 Jhren) 6 Monate herumgetrieben hat, um die hydraulik abzugleichen....

Auch die meisten Reglerfunktionen der heutigen Regler gab es schon vor 30 Jahren ( Siehe Centra MCR 42)

Viel neues gibt es ja wirklich nicht.

Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben.

Verfasser:
Peter S.
Zeit: 02.10.2003 10:38:01
0
29332
Danke für die Antworten, besonders an Achim!

Stimmt, die korrodierten Rohrleitungen wurden alle etwa vor 20 Jahren eingebaut.
Bis auf den Fall von letzter Woche. Wie schon erwähnt, wurde diese Leitung erst vor 8 Jahren (in "Nachbarschaftshilfe") verbaut. Der verwendete Filz wird noch heute von einem Großhändler in der Gegend vertrieben.

Darum bin ich mir nicht ganz sicher, ob nicht auch der angeblich so harmlose Filz, der heute verbaut wird, nicht doch irgendwann als korrosionsfördernd enttarnt wird.

MfG

Peter

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 02.10.2003 11:03:32
0
29333
Hallo Peter,

naja bei dem Zeug dass heute so billig verschachert wird, weiß wohl kaum noch einer wo es überhaupt herkommt...und die, die es wissen, sind bestimmt ganz ruhig ;-))

Bei den renomierten Herstellern dürfte das eigentlich kein Thema mehr sein und ist schon lange vom Tisch, was allerdings so auf der No-Name und *Ganzbillig*-Schiene heute alles vertickert wird und was da so verwurstet wird...wissen wohl die Götter.

Wobei, ich hab die letzen Jahren absolut kein Problem mehr in der Richtung gehabt...*aufHolzklopft*

Gruß
Achim

Aktuelle Forenbeiträge
de Schmied schrieb: Wie waren bei dir die Temperaturen in der Übergangszeit? Mir sind die 20° in der Heizkurve etwas zu niedrig, evtl kann...
Timoto schrieb: Hallo zusammen, danke nochmal für die rege Teilnahme. Der Sachverständige hat mir eine Mängelliste an die Hand gegeben...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Website-Statistik