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Betriebskosten Regenwassernutzung
Verfasser:
Philipp
Zeit: 19.11.2003 16:07:33
0
36589
Tachjen zusammen,
ich habe in den letzten Tagen zahlreiche Informationen bezüglich Regenwassernutzungsanlagen gelesen. In Fragen Wirtschaftlichkeit reichen die Zahlen von 5 Jahren Amortisationszeit bis zu 70 Jahren.
Kann mir jemand seine Erfahrungen bezüglich Wartungskosten/Betriebskosten mitteilen.
Vielen Dank und schöne Grüße,
Philipp

Verfasser:
friedel
Zeit: 19.11.2003 17:01:34
0
36590
Hallo,
wie so oft im Leben ist die einzig wahre Aussage: "es kommt drauf an..."
;-)
Meine Erfahrungen sind:
Wenn du die Wartung selbst durchführst (im Wesentlichen Reinigung und Kontrolle der Filter, in meinem Fall nur ein Feinfilter alle 6 Monate reinigen, nach 10 Jahren die Zisterne reinigen...), kannst du fast nur noch die Stromkosten und die Erstellungskosten betrachten.
Der Bau war in meinem Fall beschränkt auf Einbau der Pumpe und der Leitungen bis zur Steigleitung der WC´s. Insofern gehe ich bei einem Regenwasserverbrauch von etwa 20 m³ pro Jahr und einem Stromverbrauch von etwa 250 kWh p.a. von einer Ersparnis von 50-60 € aus. Bei einer Investition von etwa 300 € (ohne meine Arbeitszeit) kommt man auf 5-6 Jahre (ohne Kapitaldienst, Zinsverlust etc.)
Wenn man die Arbeitszeit rechnet, wäre die Investition wohl bei etwa 1800 €...
Meine Vorgaben sind Annahmen, wir haben weder Wasseruhr noch Stromzähler eingebaut, das Wasser wird nur für WC und Außenwasserhahn verwendet...

Bei pseudo-hightech Anlagen mit 20000-Liter-Zisterne könnte ich mir 70 Jahre und mehr Amortisationszeit vorstellen...;-)

Gruß,
friedel

Verfasser:
Thomas
Zeit: 20.11.2003 09:36:43
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36591
Hallo,
das Thema Amortisation ist ähnlich wie bei therm. Solaranlagen schwer in Zahlen auszudrücken und es kommt wirklich, da gebe ich Dir recht Friedel, immer auf den Einzelfall an.
Bei uns in der Kommune ist es z.B. so, dass es bei Versickerung des Überlaufs, d.h. es wird kein Regenwasser in die öffentl. Kanalisation eingegeleitet, ca. 46 ct./m³ (früher 90 Pf/m³)Abwassergebühr zurück gibt. Dadurch verkürzt sich der Amortisationszeitraum schon erheblich.
Allerdings habe ich gerade in einem Gebiet gebaut, wo Regenwassernutzung für WC und Garten zwingend vorgeschrieben ist und eine Versickerung auf Grund der Bodenbeschaffenheit (keine Versickerung möglich) nicht erlaubt ist. Ausserdem waren hier sogen. Retensionszysternen vorgeschrieben, die das halbe Volumen der Zysterne langsam an die Kanalisation abgeben um immer genug Volumen zur Aufnahme eines heftigen Regenschauers zu gewährleisten. Durch diese Technik ist der Anschaffungspreis natürlich erheblich höher als bei "einfachen" Zysternen. Auch fällt hier die Vergütung für die Nichteinleitung in die öffentl. Kanlisation weg, da eingeleitet werden muß. Trotz der Förderung über das Land NRW (1000,-€, glaube ich) muß jeder Häuslebauer erhebliche Investitionen für seine Regenwasseranlage tätigen.
@friedel: Was heißt Pseudo-High-tec-Anlagen. Z.B. habe ich mir eine Wilo-Rain-Anlage eingebaut, die kostet zwar, dafür speise ich bei längerer Trockenheit aber nicht die Zysterne mit Trinkwasser, sondern lediglich einen 22-Liter-Behälter im Gerät und wesentlich leiser als eine Baumarktpumpe ist die auch. Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Gruß
Thomas

Verfasser:
Philipp
Zeit: 20.11.2003 09:57:38
0
36592
250 kWh/Jahr? Finde ich ganz schön viel. Dafür ist 1800€ echt günstig. Für eine komplette Anlage mit 4000 L habe ich ein "Angebot" von 5000€ bekommen, und da ist der Kanalanschluss (Überlauf) noch nicht mit drin. (Versickern darf ich hier nicht wg. hohwm GW-Stand).
Ich bin deshalb am überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, einfachnur eine Zisterne mit einfacher Baumarktpumpe, die ich nur zum Garten gießen einschalte....?? (Stzromverbrauch bei einer Leistungsaufnahme von 1000 W und etwa 100 "Gießstunden" im Jahr: 100 kWh --> 15,-€, Wasserersparnis --> 30 qm/Jahr --> 45,-€. Ist vielleicht auch nicht wirtschaftlicher als mit WC und Waschmaschine, aber dafür kann ich mit "gutem Gewissen" den Rasen sprengen.

Verfasser:
friedel
Zeit: 20.11.2003 11:38:15
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36593
@thomas:

ich will keine äpfel mit birnen vergleichen, aber:
ob einfach oder high-tech, aus beiden Anlagen kommt nur Regenwasser, mit marginalen Qualitätsunterschieden, wenn die Anlagen gut gebaut sind.
Die Frage ist doch, wieviel mir der Komfort Wert ist, den ich zweifellos mit einer Wilo oder einer anderen Markenanlage habe. Wie wichtig ist eine Nachspeisung oder eine Automatisierung der Nachspeisung? Ich habe keine eingebaut und bislang war das nur 1x innerhalb eines Jahres ein Problem, das mit Schnee beseitigt wurde. Wie hoch ist der Preisunterschied alleine bei der Pumpe? 1:5?
Bei den High-tech-Anlagen stört mich, dass vieles von den Marketingabteilungen beworben wird, was für den Betrieb einer RWA im WC/Gartenbereich so unnötig wie ein Kropf ist. Schwimmende Entnahme, Feinfilter schon vor der Zisterne oder Druck- bzw. Füllstandsanzeigen sind nicht nötig, verursachen aber hohe Investionskosten und erhöhen den Wartungsaufwand.

@Philipp

die Stromkosten waren nur mal so geschätzt. Die 100 kWh sind zu niedrig angesetzt, weil die Pumpe im wesentlichen im Ein/Aus-Betrieb läuft und hohe Startströme zieht. Natürlich dürfte ein realer Wert um einiges niedriger liegen als meine Schätzung. Ich könnte ja mal für ein paar Wochen das Messgerät vor die Pumpe setzen...;-)
Die Pumpen vom Baumarkt gibt es mit Druckschalter, so dass diese sich einschaltet, wenn der Druck absinkt, also beim Öffnen des Wasserhahns.
Der Tank und dessen Montage müßte noch zu den 1800€ dazugerechnet werden, in meinem Fall war er bereits vorhanden.


Gruß,
friedel



Verfasser:
wühr bernhard
Zeit: 23.11.2003 19:02:23
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36594
hallo alle miteinander, hallo phillip,
ich selbst betreibe seit 28.01.1997 eine Regenwassernutzungsanlage und führe seither eine monatliche Statistik und kann exakt dokumentieren wieviel Wasser gewonnen wurde und wieviel Wasser im Garten und im Haus ( WC und Waschmaschine ) verbraucht wurde und wieviel Strom die Pumpe zur Förderung des Regenwassers verbrauchte.
Das Thema Regenwasser ist sehr komplex und kann wirklich von Fall zu Fall verschieden sein. Entscheidend ist der Wasser und Abwasserpreis und der zu erwartende Verbrauch ( der erfahrungsgemäß von Jahr zu Jahr steigt ). Die Stromkosten belaufen sich bei einer guten Pumpe ( Grundfos oder Wilo ) auf 1 kW/h pro geförderten m³ Regenwasser. Bei meiner Anlage sind es im Durchschnitt der letzten 6,5 Jahre 0,9 kW/h pro m³. Die Pumpe ist das wichtigste Bauteil sowie eine ordentliche Filterung vor Eintritt in die Zisterne. Das meiste Regenwasser wird im Haus verbraucht und nicht im Garten ( sehr wichtig !!! ). Ich würde niemals auf eine Nutzung im Haus verzichten, weil hier am meisten gespart werden kann und dies die Amortisation erheblich nach unten drückt. Die Kostenentwicklung von Wasser und Abwasser bewegt sich überproportional zu anderen Teuerungen ( Erhöhungen 20 - 35% ). Dadurch erreicht man mit der Nutzung von Regenwasser eine schnellere Amortisation als mit einer thermischen Solaranlage. Wobei ich aber der Meinung bin, daß eine Solaranlage auch zur Grundausstattung eines Hauses gehören sollte, soweit das Haus nicht mit einer Wärmepumpe beheizt wird.


Verfasser:
uwe
Zeit: 25.11.2003 07:44:53
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36595
hallo,
wie ist dass bei euch, ihr braucht also keine Abwassergebühr für das genutzte Regenwasser "im Haus" zu bezahlen? Bei uns ist Einbau einer Wasseruhr vorgeschrieben und der Verbrauch muss bezahlt werden, es wird also nur der Trinkwasserpreis und nicht die Abwassergebühr eingespart.

Verfasser:
Philipp
Zeit: 01.12.2003 10:29:00
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36596
@ Uwe
wieviele zusätzliche Wasserzähler musstes Du einbauen? Und reichen da "billige" vom Baumarkt, oder musst Du die teuer bei Deinem WVU mieten? Dann lohnt sich das ganze finanziell ja gar nicht mehr. Aber die Regenwassergebühr sparst Du dann hoffentlich wenigstens ein?
Gruß Philipp

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 01.12.2003 10:33:45
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36597
....kein Wasserversorger wird sich mit den *billigen* aus dem Baumarkt zufrieden geben...schon weil der Wasserzähler im Rahmen des Eichgesetzes in regelmäsigen Abständen zu tauschen ist.

Ein Mehrstrahlwasserzähler und ein entsprechender Wasserzählerplatz mit Armaturen wird *mit Sicherheit eingefordert, wenn der Wasserversorger seine Tassen im Schrank hat.

Ich kenne keinen Wasserversorger der sich auf das Spiel mit den unterschiedlichen Baumaßen einlässt und anschliesend sich die Krätze an den Kragen ärgert. Folglich...Zählerbügel und Mehrstrahlwasserzähler, alles andere wird früher oder später umgebaut werden....wetten ?

Achim Kaiser

Verfasser:
friedel
Zeit: 02.12.2003 12:09:45
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36598
Die Kommune von Welt spart sich den Kram mit dem Zähler...;-)
Mit der dreigeteilten Wassergebühr wird die versiegelte Fläche erfasst, je nach Grad der Versiegelung mit einem Faktor versehen und jeder zahlt, egal ob das Regenwasser genutzt wird oder nicht.
So sieht es jedenfalls in einigen Nachbargemeinden bei mir aus.
Wir selbst haben keine Zähler in der Regenwassernutzungsanlage, es scheint auch noch niemanden weiter zu interessieren, trotz Erfassungsbogen...

Gruß,
friedel

Verfasser:
friedel
Zeit: 10.12.2003 08:53:43
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36599
Hallo,

ich hab mal mein einfaches Messgerät nach jetzt 18 Tagen abgelesen: die Pumpe für die Regenwassernutzungsanlage hat laut Anzeige in dieser Zeit 2,8 kWh verbraucht. Gehen wir von einem gewissen Meßfehler aus, dann können wir mit ca. 3 kWh in der Meßzeit rechnen. Hochgerechnet auf ein Jahr läge der Verbrauch bei ca. 61 kWh. In der Praxis dürfte dieser höher liegen, weil zur Zeit keine Gartenbewässerung anfällt. Ich bin selbst überrascht von dem doch geringen Stromverbrauch. Das Meßgerät bleibt auch weiterhin an der Anlage, um genauere Informationen zu bekommen.

Gruß
friedel

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