Aus der Praxis für die Praxis: ZVSHK-Software zur normgerechten Auslegung der Haustechnik.
Um den millionenfach ineffizient arbeitenden Heizungsanlagen auf die Spur zu kommen, wurde der standardisierte Heizungs-Check entwickelt. Mit der zertifizierten ZVPLAN-App ist die Erfassung und Auswertung jetzt wesentlich einfacher als per Schreibblock. Bild: ConSoft
Die ZVPLAN-App ist deutlich mehr als nur ein elektronisches Formular: Mit der umfangreichen Datenbank im Hintergrund und den automatisierten Einträgen oder Auswahlmöglichkeiten kommt der SHK-Fachhandwerker schneller zu einem aussagefähigen Ergebnis.Bild: ConSoft
Mit der PC-Version von ZVPLAN ist auch die ausführliche oder vereinfachte Heizlastberechnung von Neu- oder Bestandsgebäuden möglich. Bild: ConSoft
Im Zuge der regelmäßigen Wartung der Heizungsanlage empfiehlt der ZVSHK Fachhandwerkern, durch den Heizungs-Check Maßnahmen zum Energiesparen aufzuzeigen – bevor es andere tun. Bild: ZVSHK
Empfehlen Fachhandwerker, die Heizungsanlage zu optimieren, laufen sie bei Hauseigentümern in der Regel offene Türen ein. Denn die Heizungsmodernisierung ist und bleibt die beliebteste Einzelmaßnahme einer energetischen Sanierung. Das ergab eine Erhebung der gemeinnützigen Gesellschaft „co2online“. Besonders überzeugende Argumente und zugleich konkrete Handlungsempfehlungen liefert dabei der Heizungs-Check. Mit der zertifizierten Software ZVPLAN (Anbieter: ConSoft), die der ZVSHK mit initiiert hat, und der abgestimmten App für das Smartphone ist das in nur 20 Minuten erledigt – umfassend, qualifiziert und förderfähig.
Geld sparen, Komfort verbessern, etwas für die Umwelt tun. Das sind die wesentlichen Beweggründe für eine Heizungsmodernisierung, so „co2online“ [1]. Die Aussagen unterstreichen zugleich die hohe Investitionsbereitschaft von Hauseigentümern – also das potenzielle Geschäftsfeld für die Heizungsbauer. Allerdings müssen die Notwendigkeit und die konkrete Umsetzung von Maßnahmen für den Endkunden nachvollziehbar sein. Der Heizungs-Check per App ist daher die ideale Methode, Schwachstellen ohne großen Aufwand aufzuspüren, Eigentümern sofort und fundiert eine wirtschaftlich sinnvolle Heizungsoptimierung vorzuschlagen – und dabei gleichzeitig normierte Vorgaben zu erfüllen.
Schwachstellen mit Smartphone analysieren
Die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage ist für viele Hauseigentümer eine Selbstverständlichkeit. Darüber kommt der SHK-Fachhandwerker in den Heizungskeller und bekommt direkt die Gelegenheit, durch das Angebot eines Heizungs-Checks nicht nur die Funktionsfähigkeit der Anlage zu prüfen, sondern auch den Status der Energieeffizienz zu ermitteln. Dieses standardisierte Verfahren, festgelegt im nationalen Anhang zur EN 15378, bezieht bekanntlich den Wärmeerzeuger, die Wärmeverteilung und die Wärmeübergabe auf der Suche nach energetischem Verbesserungspotenzial ein. Ein einfaches Punktesystem vermittelt dem Hausbesitzer anschließend anschaulich den Status seiner Anlage. Die Aussagekraft ist also deutlich höher als die am Markt angebotenen, eher flach aufgestellten „Verbraucher-Varianten“, wie beispielsweise der Heiz-Check.
Der menügeführte Heizungs-Check ist Bestandteil der umfassenden Planungssoftware ZVPLAN aus der Softwareschmiede ConSoft, die speziell für die Bedürfnisse des SHK-Fachhandwerks konzipiert wurde. Das Eingabemodul zur Erfassung der Heizungs-Check-Angaben steht ab sofort aber auch als App für Android und iOS kostenlos zur Verfügung. Die entscheidenden Vorteile dieser mobilen Lösung: Die Eingabefelder sind mit einer umfangreichen Datenbank verknüpft, die passende Vorgaben generiert. Auswahlfelder vereinfachen zudem die Bewertung einzelner Anlagenkomponenten. Konkrete Messungen am Wärmeerzeuger, wie den Abgasverlust nach 1.BImSchV, kann der Fachhandwerker selbst durchführen oder aus dem Prüfbericht des Schornsteinfegers übernehmen. Dabei ist eine Funktion besonders hilfreich: Hat der Kunde die Unterlagen nicht direkt zu Hand, lassen sich die bereits erfassten Angaben in einer Cloud abspeichern und im Büro des Heizungsbauers mit der PC-Version von ZVPLAN weiter verarbeiten.
Das Institut Technische Gebäudeausrüstung Dresden (iTG) hat unter der Leitung von Professor Oschatz die korrekte Umsetzung der Berechnungsvorschriften zum Heizungs-Check 2.0 mit ZVPLAN überprüft und zertifiziert.
Software-gestützt Lösungen anbieten
Modernisierungsempfehlungen als Resultat des Heizungs-Checks sind in der Umsetzung häufig nicht so kostenintensiv und rechnen sich für den Betreiber der Heizung schnell. Somit folgt auf die fachkundige Beratung oft direkt der nächste, konkrete Auftrag – der wiederum von der Brücke zwischen der Softwarelösung und der praktischen Umsetzung durch den qualifizierten Fachhandwerker profitiert. Ein typisches Beispiel dafür ist der hydraulische Abgleich als besonders häufig entdeckter Schwachpunkt beim Heizungs-Check: Mit ZVPLAN kann der Fachhandwerker den Abgleich am PC auch für Bestandsanlagen berechnen lassen. „Umfangreiche Vorkenntnisse der Software ZVPLAN oder ein versierter Umgang mit dem Computer sind dafür nicht erforderlich – das war uns sehr wichtig“, unterstreicht Rolf Klockow vom Fachverband SHK-Niedersachsen.
Die Planungssoftware aus dem Hause ConSoft ermöglicht die Ermittlung der Werte für den hydraulischen Abgleich nach den verschiedenen Methoden der Heizlastberechnung, die in der DIN EN 12831, Beiblatt 1 bis 3, zugelassen sind: Bei dem ausführlichen Verfahren, das die Transmissionswärmeverluste berücksichtigt, ist über einen einfachen 3D-Generator die Gebäudehülle zu zeichnen. U-Werte einzelner Komponenten sind entweder konkret einzugeben oder werden aus der Datenbank gemäß dem Gebäudealter pauschal hinterlegt. Ebenso einfach ist das Einzeichnen des Rohrnetzes und der Heizkörper. Rohrdimensionen und Heizköpertypen lassen sich schnell aus einem Auswahlfeld übernehmen. Ist die Leitungsführung im Bestand nicht zu ermitteln, werden automatisch Näherungswerte hinterlegt. In jedem Fall aber ist das Ergebnis förderungsfähig gemäß den Anforderungen der KfW-Bank und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Fazit: Heizungs-Check für mehr Effizienz
Die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage bietet den idealen Kontakt zum Hauseigentümer, um ihn auch in Sachen Effizienz zu beraten. Das optimale, weil einfach zu handhabende Werkzeug dafür ist die ZVPLAN-App. Sie ermöglicht die ebenso schnelle wie qualifizierte Erfassung aller wesentlichen Daten und deren direkte Auswertung für eine aussage- und förderfähige Heizungsmodernisierung. Mit der Software ZVPLAN und dem umfangreich hinterlegten Datenmaterial unterstützt die Software in der Folge den Fachhandwerker ebenso umfassend bei der Planung und Ausführung der anschließenden Sanierungsschritte.
Weitere Informationen
www.zvshk.de www.zvplan.de [1] „Trendreport Energie 3.Gebäudemodernisierung: Maßnahmen, Motivationen und Hemmnisse“; Mai 2012, co2online GmbH Vollständiger Software-Werkzeugkasten für das SHK-Fachhandwerk
Aus den vielen Rückmeldungen der Innungsmitglieder des ZVSHK hat der Verband den Input für eine einfache Planungssoftware geliefert, die den tatsächlichen Bedürfnissen und Aufgabenstellungen des SHK-Fachhandwerks entspricht. Die Software ZVPLAN berücksichtigt als Ergebnis beispielsweise die Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“ für typische Ein- und Mehrfamilienhäuser, ist aber auch für die Neubauplanung ideal. Das Programm wird über eine leicht bedienbare 3D-Eingabe gesteuert.
Hier eine Übersicht der Funktionen: - Eingabemodul Heizungs-Check
- Bauteildefinition (U-Werte) auf der Basis der DIN EN 12831
- Einbindung der ZVSHK-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“
- Heizlastberechnung und Schnell-Heizlastberechnung
- Heizkörper-, Fußbodenheizungs- und Kesselauslegung
- Rohrnetzberechnung inkl. hydraulischem Abgleich
- Gas-Rohrnetzberechnung nach TRGI 2018
- Ventilauslegung und -einstellung sowie Pumpenauslegung
- Vorlauftemperaturoptimierung und Regelkurvenberechnung sowie Berechnung des Ausdehnungsgefäßes
- Materialzusammenstellung
- Berechnung Füllwassermenge