Die Schulte GmbH Fachgroßhandel für Sanitär und Heizung hat am 17.11. einen Insolvenzantrag gestellt. (Wir berichteten mit einer E-Mail Eilmeldung am Freitag). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Rolf Otto Neukirchen der Kanzlei Dr. Schulz und Sozien aus Essen bestellt.
Dr. Sandler, Geschäftsführender Gesellschafter der Schulte GmbH, zeigt sich zuversichtlich in Kürze eine Lösung präsentieren zu können.
Noch im August diesen Jahres berichtete die Schulte GmbH aus Essen über den Fortgang ihrer geplanten Expansionsstrategie (die SHK-Szene hatte
hier darüber informiert) gestützt durch das verstärkte Engagement des Finanzinvestors Avenue Capital, der rund 21 Millionen Euro als neues Kapital der Gesellschaft zur Verfügung gestellt und damit die Mehrheit an Schulte hat . Der gleiche Investor scheint aber einen über diese Kapitalerhöhung hinausgehenden Millionen Kredit letzte Woche fällig gestellt zu haben was die Geschäftsführung zum Antrag auf Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit veranlasste.
Besondere Unruhe ist entstanden weil die im August diesen Jahres von der Schulte-Gruppe angekündigte Kapitalerhöhung von rund 21 Millionen Euro nicht im Handelsregister Essen zu finden war; die Gründe für den Rückzug von Avenue Capital und die näheren Umstände und Details der finanziellen Transaktionen sind vielen Beteiligten unklar. Interessant ist, dass im Oktober dieses Jahres über den Eintritt von Stanley Morgan in die einem Hedgefond zuzuordnende und in New York ansässige Avenue Capital berichtet wurde.
Gegenüber der Redaktion HaustechnikDialog betonte Dr. Sandler, Geschäftsführender Gesellschafter der Schulte GmbH, dass die 21 Millionen Euro vollständig in Form von einer Kapitalzuzahlung in die Kapitalrücklagen als Eigenkapital eingezahlt wurden und deshalb aber nicht im Handelsregister auftauchen. Laut Aussagen Sandlers ist die Schulte Gruppe voll handlungsfähig, Waren werden weiterhin bei allen Lieferanten bestellt und die Zahlung durch den Insolvenzverwalter gesichert. Die Kunden werden umfassend bedient.
Der Redaktion gegenüber wurde von Lieferantenseite geäußert, dass ihnen der in den Schulte-Lägern vorhandene Warenbestand mit deutlichen Abschlägen auf den Einstandspreis vergütet werden soll. Zu der Frage der übrigen Außenstände informierte Herr Sandler die Redaktion darüber, dass sich ein Gläubiger-Pool gebildet hat mit dem man darüber im Gespräch ist, und wobei auch die zum Teil unterschiedlichsten Eigentumsvorbehalte berücksichtigt werden müssen. Hier sei es noch viel zu früh um über Quoten zu sprechen.
Insgesamt wird mit Hochdruck an einer Lösung für das Gesamtunternehmen gearbeitet. Zur Fortführung des Geschäftsbetriebes mit einem neuen Gesellschafter werden derzeit mit verschiedenen Interessenten intensive Gespräche geführt. Sandler zeigt sich zuversichtlich, hier möglichst kurzfristig eine Lösung präsentieren zu können. Sicher ist, dass der Markt mit einem ganzheitlichen Erwerber wie Saint-Gobain (Frankreich) oder Wolseley (England) gut leben könnte.
Wir halten Sie über den Fortgang der Schulte-Geschichte informiert.