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News vom 05.07.2007

Plagiate platt gemacht

In einer medienwirksamen Gemeinschaftsaktion mit dem hannoverschen Zoll hat STIEBEL ELTRON beschlagnahmte chinesische Plagiate ihres Bad-Schnellheizers von einer 12 Tonnen schweren Walze am vergangenen Dienstag platt machen lassen.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung bei STIEBEL ELTRON Rolf Sonnemann unterstützt den Fahrer der Walze.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung bei STIEBEL ELTRON Rolf Sonnemann unterstützt den Fahrer der Walze.
12 Tonnen walzen die beschlagnahmten Fälschungen aus China nieder.
12 Tonnen walzen die beschlagnahmten Fälschungen aus China nieder.
Plagiate: Optisch ähnlich  - aber technisch von mangelhafter Qualität.
Plagiate: Optisch ähnlich - aber technisch von mangelhafter Qualität.
Freude bei der Geschäftsführung von STIEBEL ELTRON. Rolf Sonnemann (li) und Karlheinz Reitze haben ein deutliches Zeichen gegen Produktpiraten gesetzt.
Freude bei der Geschäftsführung von STIEBEL ELTRON. Rolf Sonnemann (li) und Karlheinz Reitze haben ein deutliches Zeichen gegen Produktpiraten gesetzt.
Mit dieser öffentlichen Aktion wollte man ein deutliches Zeichen gegen Plagiate setzen. Allein in Deutschland verursachen Produktfälscher und Markenpiraten einen jährlichen Schaden in Höhe von etwa 25 bis 30 Milliarden Euro und bedrohen 70.000 Arbeitsplätze dadurch. Der Schaden, der weltweit jährlich durch Markenfälschungen entsteht, liegt nach mehreren Schätzungen bei etwa 300 Milliarden Euro – und gefährdet weltweit mindestens 200.000 Arbeitsplätze.

Das Überschwemmen des Marktes mit Fälschungen nimmt immer schneller immer größere Dimensionen an. Aber auch die Zahl der Beschlagnahmungen durch deutsche Zollverwaltungen konnte erheblich gesteigert werden. Die Anzahl der sichergestellten Produkte stieg im Jahr 2006 im Vergleich zu 2005 um 400 %. Der Wert der beschlagnahmten Waren, gemessen am Originalpreis, stieg 2006 damit auf über 1,1 Milliarden Euro.

Der Imageschaden durch mangelhafte und gefährliche Produkte ist hierbei noch gar nicht berücksichtigt. Auch Produkthaftungs-, Gewährleistungs- und Garantiestreitigkeiten bei den Markenfälschungen schädigen den Ruf des Originalherstellers. „Marken geben ein Versprechen ab“, wie Rudolf Sonnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei STIEBEL ELTRON, in der Pressekonferenz erläuterte. „Der Kunde hat die konkrete Erwartungshaltung, dass diese Markenprodukte qualitativ einwandfrei sind und lange und zuverlässig funktionieren. Fälscher machen sich diese Erwartungshaltung des Kunden gegenüber Markenprodukten zunutze und fischen die Ersparnis ab.“ So Sonnemann weiter.

Marken sind geistiges Eigentum und für die Unternehmen stellen sie einen wichtigen Teil ihres Unternehmenswertes dar. Für den Aufbau und die Ausrichtung als Marke, Forschung und Entwicklung, sicherheitstechnische Zulassungsprozeduren sowie Patent-, Geschmacksmuster- und Gebrauchsmusterschutz müssen die Unternehmen hohe finanzielle Mittel aufbringen. Folglich ist das Interesse, das Markenrecht hochzuhalten, ein ganz elementares. STIEBEL ELTRON lässt sich die Erfindungen und Entwicklungen mit Hilfe mehrerer Mitarbeiter einer eigenen Patentabteilung schützen. Dies ist eine Grundvoraussetzung dafür, um gegen Schutzrechtsverletzer überhaupt vorgehen und Plagiate aus dem Verkehr ziehen zu können. In enger Zusammenarbeit mit der Zollverwaltung wendet man diese Schutzrechte weltweit konsequent an.

Bereits zum zweiten Mal ist STIEBEL ELTRON Opfer chinesischer Produktpiraten geworden. Im ersten Fall tauchte das Plagiat eines mehrfach prämierten Händetrockners auf. Äußerlich nahezu identisch, liegen aber zwischen dem technischen Innenleben der Geräte Welten. Als Folge dieses Auftauchens der Fälschungen im Markt, lässt sich nach Schätzung Sonnemanns ein Absatzverlust für dieses Produkt von etwa 30- 40% ausmachen.

Im zweiten, jetzt aufgeflogenen Fall handelte es sich um einen Zufallstreffer, der durch Rudolf Sonnemann selbst entdeckt wurde. In einem Baumarktflyer wurde das Plagiat eines Bad-Schnellheizers angeboten. Ein deutscher Importeur hatte die Fälschungen eines chinesischen Herstellers in den Umlauf gebracht. Äußerlich sehen sich Original und Fälschung zum Verwechseln ähnlich – doch die größte Gefahr lauert im Innern des Gerätes. Minderwertige Materialien und ungeprüfte Geräte stellen für den Endverbraucher ein großes Sicherheitsrisiko dar. Eine Sprecherin der hannoverschen Zollverwaltung hebt neben den wirtschaftlichen Aspekten besonders den mangelnden Sicherheitsaspekt für den Endkunden hervor. „Gesundheit und Sicherheit des Verbrauchers zu schützen sind unsere Triebfedern.“

Bei der jetzt im Baumarkt aufgetauchten Nachahmung handelt es sich um einen Schnellheizer der CK-Serie. Dieses Gerät wurde in China nachgebaut und durch einen deutschen Importeur in Umlauf gebracht. Den wirtschaftlichen Schaden, wenn diese Produkte im Markt geblieben wären, bezifferte Karlheinz Reitze, Geschäftsführer STIEBEL ELTRON, auf etwa 1 Million Euro. 200 dieser knapp 4.000 sichergestellten Fälschungen ging es am Dienstag dieser Woche symbolisch an den Kragen: Eine 12 Tonnen schwere Walze sorgte auf dem Gelände des hannoverschen Zolls dafür, dass die gefälschten Produkte nicht weiter in Umlauf gebracht werden konnten.

„Es war mir eine besondere Genugtuung, hierbei selbst mithelfen zu können“, sagte Sonnemann gegenüber den Vertretern der Presse als er das Fahrerhäuschen der Walze verließ. Gut nachvollziehbar, recherchiert man bei STIEBEL ELTRON bereits im nächsten Schutzrechtsverletzungsfall.
Aktuelle Forenbeiträge
P G schrieb: Hallo, ich hab irgendwie ein Verständnis Problem, ich möchte...
Sonnenschein123 schrieb: Hallo zusammen, ich habe einen älteren ETA PE 25, Baujahr...
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