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18.06.2006 20:27:11 |
Hallo und guten Abend. Ich habe eine Frage zu einem geplanten EFH bezüglich der Fallleitungen: Der Entwässerungsplan sieht folgendes vor: 5 Bodendurchlässe, die wie folgt weiter gehen: 1. Einer bleibt im Keller für ein Waschbecken. 2. Einer bleibt im Keller (anderer Raum) Abfluß, Waschmaschine. 3. Einer führt durch EG ins OG. Im EG Spüle und Spülmaschine. Im OG Badewanne, Dusche. 4. Einer führt ins EG für Gästebad. Dusche, WC, Waschbecken 5. Einer führt ins OG zum Bad, (wo auch 3. hinführt), für WC, Waschbecken. Jetzt wird zwischen Planer und HAndwerker kontrovers diskutiert, was unbedingt über Dach entlüftet werden soll. Meinung 1: Die beien Fallrohre, an denen die WCs hängen im OG zusammenführen und über Dach entlüften. Meinung 2: Die beien Fallrohre, an denen die WCs hängen einzeln über Dach führen. Leitung 1,2,3 kann im OG enden. Wie denn nun? Was sagt die Praxis dazu? |
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18.06.2006 20:43:31 |
Hallo Bauherr, falls Dich nur die Praxis interessiert, so werden alle drei Varianten ausgeführt. Falls Du es richtig machen (lassen) wills, dann gibt es dafür sehr klare Planungs- und Ausführungshinweise: DIN 1986-100 und DIN EN 12056-2. Die ersten beiden Varianten sind zulässig. Auch wenn es in bunten Prospekten steht und leider von vielen Leichtgewichten falsch ausgeführt wird. Es muß mindestens eine Hauptlüftung über Dach gehen. Die anderen Fallstränge müssen immer dann mindestens betlüftet werden, wenn der Höhendifferenz des Fallstranges mehr als 1,0 m beträgt. Noch so ein Hinweis. Tu dir Fallrohrbelüfter (Durgo und Co.) nicht an. Oder mach einen Wartungsvertrag für die jährliche Überprüfung aus. Die wird gerne unter den Tisch gekehrt ("...da hatten wir noch nie Probleme mit...") Gruß Ratzeful
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18.06.2006 20:49:16 |
Hallo Ratzeful, vielen Dank für die schnelle Antwort. Allerdings verstehe ich den letzten Satz nicht. Welche Höhendifferenz ist gemeint?
Bei meinem Beispiel bevorzuge ich dann: Rohr 1 bis OG und über Dach Rohr 2 bis OG und verbunden mit Rohr 1 über Dach geführt Rohr 3 über EG ins OG, verbleibt im Boden für Wannenentwässerung - ohne Entlüftung
richtig? |
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18.06.2006 21:01:01 |
Hallo Bauherr, "...Rohr 3 über EG ins OG, verbleibt im Boden für Wannenentwässerung - ohne Entlüftung richtig?..." -Nein, falsch. Das Abwasser fällt tiefer als einen Meter senkrecht nach unten, muß mindestens belüftet (Durgo & Co), besser be- und entlüftet (über Dach oder Zusammenführung mit anderen Lüftungsleitungen) werden. Gruß Ratzeful
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18.06.2006 21:15:37 |
Hallo Ratzeful, danke, jetzt ist der Groschen gefallen. |
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18.06.2006 21:18:56 |
Was kann es für Folgen haben, wenn ich Rohr 3 weder be- noch entlüfte? Reicht es ggf. einen Luftverbund im EG herzustellen. (Laienmeinung: vielleicht besser als garnichts :-)
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18.06.2006 21:35:31 |
Hallo Bauherr, "...Was kann es für Folgen haben, wenn ich Rohr 3 weder be- noch entlüfte?..." -Es entsteht bei der Fallhöhe beim Entleeren der Badewanne mit ziemlicher Sicherheit ein Unterdruck (Vollfüllung Fallrohr, bzw. Anschlußleitung) die dann den Geruchsverschluß leersaugen kann. Gluggern wird es auf alle Fälle. Und ohne Sperrwasser im Geruchsverschluß hat man halt Fäkalgase im Raum. Das ist weder lustig noch gesund... "..Reicht es ggf. einen Luftverbund im EG herzustellen. (Laienmeinung: vielleicht besser als garnichts :-)..." -Wie denn?, der Luftverbund muß ja oberhalb der Anschlußleitungen erfolgen. Einer meiner Standardsprüche: Die wichtigsten Hinweise zur Planung und Ausführung von normgerechten Entwässerungsanlagen findest Du auch hier: http://download.geberit.de/de/dg06_g.pdf (Sind aber 18MB) Da ab Seite 56 einlesen. Gruß Ratzeful
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18.06.2006 23:28:37 |
wenn ich das bauen würde, so würde ich die beiden fallleitungen über dem obergeschoss zusammenführen und dann zum dach raus be- und entlüften.
gruß ricö
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19.06.2006 11:04:15 |
Die Grundlagen der Abwassernorm wird bei der Firma Geberit zum Download angeboten. (2mb) http://www.geberit.de/geberit/inet/de/wcmsde.nsf/files/usr-pdf-Leitfaden_zur_Abwassernorm.pdf/$file/Leitfaden_zur_Abwassernorm.pdf
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19.06.2006 23:34:08 |
Hallo @all, danke für die Antworten, haben mir zum Verständnis sehr geholfen. In der pdf von Geberit habe ich auch schon ein wenig geschmökert. Allerdings bleibt nch eine Frage offen: Warum muß die Entlüftung über Dach geführt werden? Reicht es nicht auch aus der Wand raus. In unserem Fall außerhalb der Reichweite von Fenster und man spart sich den Dachentlüfter, die Durchdringung der Dämmung etc. Theorie - Praxis - Vorschriften ??
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20.06.2006 06:08:25 |
Eine Dachdurchführung zur Fallrohr Belüftung ist nicht generell vorgeschrieben. DVGW geprüfte inhouse Belüfter genügen. Wer an den Kanal Öffnungen zur Be- und Entlüftung hängt will nur Gestank verbreiten. Der einzige Sinn der Fallrohr Weiterführung zu einer Belüftung ist das vermeiden von Unterdruck der Siphons leer ziehen könnte. Das wird mit Differenzdruck-Belüftern erledigt. Gruß JoRy
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20.06.2006 07:02:51 |
@ JoRy Wie Ratzeful schon schrieb - eine Fallleitung muss über Dach be- und entlüftet werden. Weitere Fallleitungen können an Lüfter angeschlossen werden. Dies gilt auch nur im EFH und nicht in MFH. Schau besser noch mal in die schon genannten Normen bevor du Aussagen wie "Eine Dachdurchführung zur Fallrohr Belüftung ist nicht generell vorgeschrieben." zum Besten gibst. mfg, Carsten
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20.06.2006 07:18:11 |
Guten Morgen, nun das die Entlüftung über(!) Dach geführt werden muss, habe ich reichlich gelesen. Aber warum(!) muss das so sein. Wenn keinerlei Fenster in der Nähe ist, EFH, Wandauslass würde sich in einem Wandversprung befinden. Weil wir Deutschland sind, oder gibt es auch nachvollziehbare Gründe. mfg
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20.06.2006 08:21:36 |
Hallo Bauherr, "...Aber warum(!) muss das so sein...Weil wir Deutschland sind, oder gibt es auch nachvollziehbare Gründe..." -Weil nur bei über-Dach-Führung; und zwar senkrecht nach oben offen (ohne irgenwelche Häubchen und Krimskramms); sichergestellt sein kann, daß durch Regen etwaiges beginnendes Verschließen (durch z.B. Blätter an Spinnweben (kein Scheiß)) verhindert wird, und so die Funktion von Be- und Entlüften erhalten bleibt. Sei froh, daß Du in Deutschland mit seinen verkannten Vorschriften und Regeln lebst. Dann mußt Du auch nicht jeden möglchen Baufehler wiederholen. Gruß Ratzeful
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20.06.2006 09:55:07 |
@JoRy Ich halte auch eine Entlüftung der Leitung für sinnvoll. Norm hin oder her, spätestens wenn man nach dem Spülen der Kanalleitung in der Straße den Inhalt der Geruchsverschlüsse inklusive Rückstände aus den eigenen Rohrleitungen fein im Bad verteilt vorfindet denkt man darüber nach ;-) |
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20.06.2006 13:04:50 |
Hallo @all, irgendwie fühle ich mich mißverstanden oder ich habe mich unverständlich ausgedrückt. Ich stelle doch die Be- und Entlüftung gar nicht in Frage. Ich denke die Belüftung mit einem 90iger Bogen durch die Außenwand nach außen zu führen. Gitter (incl. Fliegengitter) davor und gut ist. Warum muß ich senkrecht über Dach? Warum die Dämmung durchdringen? Warum teure Lüftersteine kaufen und mich ggf. mit der Abdichtung rumärgern. Ich kann mich an einen Creaton-Lüfterziegel erinnern, der enorme Probleme mit seiner Dichtheit hatte. Ländlicher Bereich, EFH Bebauung, Kanalspülung mit Rückstoß bis ins BAd halte ich hier für ungewöhnlich. Auch wenn ich nerve, aber: Was spricht nachvollziehbar gegen den Wanddurchlass?
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20.06.2006 13:10:41 |
Hallo Bauherr, "...Auch wenn ich nerve, aber: Was spricht nachvollziehbar gegen den Wanddurchlass?..." Mein Beitrag 420796 am 20.06.2006 um 08:21:36 Gruß Ratzeful
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20.06.2006 13:17:00 |
Hallo Ratzeful,
ein 70iger oder 100er Rohr mit Fliegengitter davor, waagerecht durch eine Wand geführt wird doch in 100 Jahren nicht zu sein. Stehe ich auf dem Schlauch oder übersehe ich etwas? Gruß
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20.06.2006 18:52:04 |
Zu diesem Thema ist alles gesagt...
mfg, Carsten
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20.06.2006 19:15:30 |
@ BauherrRatzeful hat vollkommen recht: Die Be- und Entlüftung der Fallrohre über Dach ist aus meiner Sicht das wichtigste Teil an der gesamten Entwässerungsanlage. Warum nicht durch die Wand? Weil der Wind dagegen blasen kann, über Dach kommt der Wind selten senkrecht von oben runter. Fliegengitter setzt sich in 100 Jahren nicht zu????????? Allein das Fliegengitter vermindert den freien Querschnitt erheblich, wenn dann noch Staub, Spinnenweben usw. darauf ablagern, was bleibt frei?
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20.06.2006 19:26:38 |
Hallo, da ich mich dzt. auch mit dem selben Problem beschäftige bitte ich um Info, warum das Fallrohr micht kurz vor dem Dach im Innenraum enden kann. Ich saniere gerade mein Haus und dort war die Belüftung so ausgeführt. Bei meinem Dachboden handelt es sich um einen Spitzboden mit ca. 1 m Mittenhöhe, das Dach ist belüftet, die Isolierung ist in der Decke. Ich möchte die Belüftung wieder so ausführen, da ich eine ev. Fehlerstelle im Dach verweiden möchte. Zur Vermeidung ev. Gerüche möchte ich einen Geruchsverschluß DN 100 anbringen. Danke für Eure Unterstützung Fenric
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20.06.2006 20:29:25 |
An alle Lüftungsrohr-über-Dach-Verweigerer, irgendwie verstehe ich Euch nicht; 1. Eine Dachdurchquerung ist keine Fehlstelle sondern eine Notwendigkeit für die es lang bewährte und milionenfach sicher ausgeführte Lösungen gibt, die von Fachleuten problemlos installiert werden. Eine "Fehlstelle" wird es immer dann, wenn gemurkst wird, oder Ahnungslose sich es berechtigterweise nicht zutrauen und dann nach alternativen Lösungen suchen. 2. In einem funktionierenden Abwassernetz dürfen sich keine nennenswerten Unter- UND Überdrücke aufbauen können. Was mit einem Belüfterventil abgebaut werden kann, ist immer nur der Unterdruck. Ein funktionierendes Belüfterventil muß für die jährliche Wartung aber zugänglich montiert werden. Warum in Gottes Namen eine Tamagotchi-Lösung für das halbe Problem, wenn es eine wartungsfreie Dauerlösung für das ganze Problem gibt? 3. Wenn Euch die sachgerechte Lösung nicht paßt, tja dann macht es halt anderst. ggf. noch was zum lesen: http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=42235 http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=42454 Gruß Ratzeful |
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21.06.2006 15:36:54 |
Hallo Ratzeful, es geht nicht nur um die "Verweigerung" der Überdachbelüftung, mich interessiert nur, warum ich es ändern soll, wenn die Strangbelüftung seit dem Bau (ca. 40 Jahre) unter Dach war und klappte. Weiters verstehe ich nicht, welchen Unterschied 1 m bei der Belüftung hat. Da die Deckung aus den großen Welleternitplatten besteht ist die Dachdurchführung nicht so einfach dicht zu bekommen als bei Dachsteinen. Wie verhält es sich mit der Entlüftung wenn diese im Winter zugeschneit ist (hatten heuer 2m Schnee am Dach), kann diese dann noch funktionieren ? MfG Fenric
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21.06.2006 16:28:29 |
Hallo Fenric, wenn der Wind durch Deinen Spitzboden durchpfeift, dann ist der Anforderung an den atmosphärischen Druckausgleich sicher genüge getan ;-) Bei einem normalen Spitzboden mit geringem Luftaustausch hast Du zwar sicher den Druckausgleich im Griff aber ggf. auch Fäkalgase im Haus... Falls Du bisher nichts davon gerochen hast, so hast Du halt das Glück, daß Deine Lüftungsleitung so lang ist, daß die Druckwechsel nur ein Schwanken der Luftsäule im Fallrohr erzeugten ohne daß tatsächlich "oben" was "Stinkendes" austrat. Fachgerecht ist es trotzdem nicht. "...Wie verhält es sich mit der Entlüftung wenn diese im Winter zugeschneit ist (hatten heuer 2m Schnee am Dach), kann diese dann noch funktionieren ?..." - Tja, da gab es in der alten DIN 1986 Teil 1 (bis 2001 gültig) den netten kleinen Hinweis: ...Die Mündung der Lüftungsleitungen muss immer lotrecht aus dem Dach herausgeführt werden... Der Abstand von der Oberkante der Mündung von Lüftungsleitungen muss mindestens, gemessen senkrecht zum Wasserlauf der Oberfläche (z. B. Dachpfanne), 15 cm von der Dachfläche betragen, in schneereichen Gegenden entsprechend höher... In den neuen Normen 1986-100 und 12056 ist der letzte Satzabschnitt verschwunden. Wohin bloß? Bis zu einer bestimmten Höhe wird sich durch die warmen Kanalgase das Rohr selber freihalten. Bei 2 Meter wird es das wohl nicht mehr. "...Zur Vermeidung ev. Gerüche möchte ich einen Geruchsverschluß DN 100 anbringen..." -Bitte, bitte nicht auf die Lüftungsleitung! Dann kannst Du gleich einen Deckel draufmachen. Gruß Ratzeful
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21.06.2006 17:02:04 |
Hallo Ratzeful, danke für Deine Antwort. Dass das Entlüftungsrohr nicht 2,5 m über das Dach stehen kann ist mir klar, da müsste ein eigener Mast zur Befestigung gesetzt werden. Der Kamin hat sich durch den Schnee geschmolzen, war eine nette Mulde, beim Abluftrohr bezweifle ich das das so viel Wärme abgibt. Da die Dämmung in (Zangendecke) u. auf der obersten Geschossdecke ist, ist die Belüftung des verbleibenden Spitzbodens kein Problem, es befinden sich in beiden Stirnseiten je 2 Öffnungen mit 10x10 cm. Was mir noch unbegreiflich ist, ist wie im Kanal ein Überdruck entstehen kann, da die Kanaldeckel ja auch nicht dicht sind. Bei einer Senkgrube sieht das anders aus, da dort keine Entlüftung stattfindet, jedoch bei einem Kanal welche mit einem begehbaren Haubtstrang verbunden ist bezweifle ich dass dort ein Überdruck entstehen kann. MfG Fenric
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