Wer im Herbst und Winter die Thermostate zu hoch einstellt und Fenster längere Zeit gekippt hält, verbraucht unnötig Energie. Wer dagegen beim Heizen und Lüften auf ein paar Dinge achtet, kann Energie einsparen und damit Kosten senken. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Die wichtigsten Maßnahmen: Raumtemperatur moderat, bedarfsgerecht und zeitabhängig einstellen sowie mehrmals täglich gezielt lüften.
Außerdem gilt es darauf zu achten, dass Heizkörper entlüftet und nicht durch Möbel zugestellt sind. Tipp: Programmierbare und smarte Thermostate regeln die Raumtemperatur automatisch nach Vorgabe, sodass man die Heizkörper nicht ständig selbst hoch- oder herunterdrehen muss.
In den meisten Haushalten wird zu viel geheizt. Das kostet Geld und Energie. Die Expertinnen und Experten von Zukunft Altbau raten, so bedarfsgerecht wie möglich zu heizen und überall dort, die Temperatur abzusenken, wo es zu keinen wesentlichen Komfortverlusten kommt. Als Faustregel gilt: Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergieverbrauch bereits um sechs Prozent. Wer seine Heizung in den Wohnräumen beispielsweise von 23 Grad auf 20 Grad Temperatur senkt, spart bis zu 18 Prozent Heizkosten. 20 Grad entsprechen der Stufe drei auf dem Thermostat. Besonders in älteren Gebäuden wirkt sich das leichte Senken der Raumtemperatur deutlich auf den Energieverbrauch aus.
Das Thermostat: Dreh- und Angelpunkt fürs Sparen
Das Thermostatventil regelt die Wärmezufuhr in die Heizkörper oder Heizflächen und somit die Raumtemperatur. Was viele nicht wissen: Die Stufe am Thermostat ist für die gewünschte Raumtemperatur verantwortlich, nicht die Geschwindigkeit des Aufheizens. Das Thermostat auf fünf zu stellen, bedeutet also nicht, dass es schneller warm wird, sondern dass die Endtemperatur bei etwa 28 Grad liegt – sofern die Heizzentrale das hergibt. Das ist in den meisten Fällen deutlich zu warm für das Wohlbefinden.
Bei Abwesenheit und in der Nacht: Temperatur senken
Wer nicht zu Hause ist, kann durch das Absenken der Raumtemperatur viel Energie sparen. Bei mehreren Stunden Abwesenheit reicht meist Stufe eins bis zwei am Thermostat. Während einer längeren Abwesenheit in den Wintermonaten kann die Raumtemperatur je nach Gebäude auf zwölf bis 15 Grad abgesenkt werden.
Auch die automatische Nachtabsenkung, die man am Regelgerät der Heizungsanlage einstellt, spart Energie. „Wird die Temperatur etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen auf rund 16 Grad abgesenkt und eine Stunde vor dem Aufstehen wieder erhöht, bleiben Komfort und Energieeffizienz im Gleichgewicht“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Tipp: Am Wochenende die Zeitsteuerung an den abweichenden Tagesablauf anpassen.
Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben verbraucht das spätere Wiederaufheizen eines Hauses nach einer Absenkphase nicht mehr Energie, als zuvor eingespart wurde. Ein durchgehend beheiztes Gebäude verbraucht mehr Energie, da über den gesamten Zeitraum Wärmeverluste anfallen.
Smarte Thermostate messen und regeln selbsttätig
Neben den klassischen Thermostaten gibt es auch programmierbare und smarte Modelle. Klassische Thermostate messen die Raumtemperatur und vergleichen sie mit der per Hand eingestellten Stufe am Thermostatkopf, also der gewünschten Temperatur. Bei Abweichung wird nachgeheizt und somit die Raumtemperatur angepasst. Programmierbare Thermostate regeln die Temperatur nach einem individuell einstellbaren Zeitplan direkt am Thermostat. Smarte Thermostate bedient man zusätzlich bequem über eine App, etwa von unterwegs. Über diese kann man neben den gewünschten Zeiten und Temperaturen auch automatische Funktionen einstellen, beispielsweise, dass die Heizkörper bei geöffneten Fenstern runtergeregelt werden.
Bedacht werden sollte, dass programmierbare und smarte Thermostate eine Batterie benötigen. Smarte Thermostate sind zudem teurer. Vor dem Kauf sollten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer außerdem prüfen, ob die smarten Thermostate mit der hauseigenen Heizung – speziell den Heizkörpern – kompatibel sind.
Stoßlüften statt gekippter Fenster
Regelmäßiges Lüften ist auch im Winter wichtig, um Feuchtigkeit abzuführen und das Risiko von Schimmelbildung zu senken. Am effizientesten geht das durch Stoß- oder Querlüften: Mehrmals täglich werden die Fenster für fünf bis zehn Minuten weit geöffnet – idealerweise gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. So wird feuchte Raumluft schnell gegen trockene Außenluft ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel zu sehr auskühlen.
Besonders in Küche und Bad empfiehlt sich kurzes Stoßlüften nach dem Kochen, Duschen oder der Toilettennutzung. So wird die dabei freigesetzte Feuchtigkeit schnell nach draußen transportiert.
Dauerhaft gekippte Fenster dagegen sollten während der Heizperiode vermieden werden. Mit einem gekippten Fenster kann man zwar für frische Raumluft sorgen, jedoch verschwendet man dabei gleichzeitig viel teure Heizwärme.
Heizkörper freihalten und regelmäßig entlüften
Damit sich die Wärme optimal im Raum verteilt, sollten Möbel oder schwere Vorhänge die Heizkörper nicht verdecken. Sie behindern die Luftzirkulation und verschlechtern die Heizleistung.
Zu Beginn der Heizsaison lohnt es sich außerdem, genau hinzuhören. Gluckern die Heizkörper hörbar, befindet sich Luft im System. Dadurch werden sie nicht mehr gleichmäßig warm und arbeiten weniger effizient. Ein kurzes Entlüften stellt die volle Heizleistung wieder her und hilft, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.