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Datenschutzhinweise

Die Handwerker-Marke - im Spannungsfeld zwischen ZVSHK Kampagne und Hersteller-"Kreativität"
Verfasser:
Pötschke (Redaktion)
Zeit: 15.10.2007 16:16:58
0
714277
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der aktuellen Ausgabe der Werkstatt + Montagepraxis (Heft 5, Oktober 2007) ist der Artikel "Die Handwerker-Marke - im Spannungsfeld zwischen ZVSHK Kampagne und Hersteller-"Kreativität"" erschienen.

Lesen Sie hier den Artikel (PDF 0,3 MB)

Wie denken Sie darüber? Sagen auch Sie Ihre Meinung.

Verfasser:
cheak
Zeit: 16.10.2007 08:12:59
0
714773
Hi!

Die Handwerkermarke wirkt der vorherrschenden "Geiz ist Geil" Mentalität entgegen, da die Hersteller zeigen, dass ihre Produkte einen hohen Qualitätsanspruch haben. Dies wird bei einigen Herstellern durch das Einräumen einer hohen Gewährleistungsfrist unterstrichen.

Das Qualitätsprodukte immer nur so gut sein können, wie die Kombination aus Produkt und demjenigen der das Produkt letztlich einbaut, wird über die Handwerkermarke kommuniziert. Um die Reaktionen von Do-It-Yourself Kunden ala "Das Produkt XYZ ist großer Mist. Es funktioniert überhaupt nicht." aufgrund von falschem Einbau in Grenzen zu halten, hat sich der 3 stufige Vertriebsweg bewährt. Wenn man bedenkt, wieviele Arbeitsplätze in Deutschland von kleinen bis mittleren Installationsbetrieben zur Verfügung gestellt werden (6 Mio. Beschäftige in rund 600.000 Betrieben, Quelle: STARK), dann ist auch klar, dass das Handwerk vor der immer größer werdenden Gefahr der Schwarzarbeit (weil es soviele richtige Do-It-Yourself Kunden gar nicht gibt) geschützt werden muss.

Letztlich bedeutet ein Ausstieg aus dem klassischen 3-stufigen Vertriebsweg eine krasse Verringerung der Margen auf Handwerksseite, die schon heute nicht zum Lachen sind. Die Folge sind Arbeitslosigkeit und damit verbunden höhere Kosten für die Gesellschaft.

Lasst das Handwerk leben! Das ist meine ehrliche Meinung. Das Hersteller aus verschiedensten Gründen diese Auffassung teilen ist aus meiner Sicht nachzuvollziehen. Auch deshalb, weil kein Hersteller von echten Profi Produkten neben Bl**k & D***er und Konsorten im Regal liegen will. Das ist bei Werkzeugmaschinenherstellern auch seit langer Zeit so. Ich habe jedenfalls noch keine Hilti Maschine in meinem Baumarkt um die Ecke gesehen. Auch vernünftiges Montagematerial ist dort nicht zu bekommen. Wenn es etwas gibt, dass angeprangert werden sollte, dann die Goldgräbermentalität der Baumarktmafia, die Schrott als Goldstück verkaufen. Aber man gibt ja Rabatt ...


Ciao

Christian.

Verfasser:
meStefan
Zeit: 16.10.2007 09:22:41
0
714804
Richtig Christian,


leider ist den meisten Baumarkt- Kunden der eigene Rock näher, als einem Handwerker das schwarze unter den Fingernägeln zu gönnen!

Und selbst solche Kunden, die sich durchaus den Handwerker inkl. seinem Material leisten können, die rufen immer öfter an:"Können Sie mir eine neue Dusche montieren? Dusche hab ich schon da!"

Nicht das die Dusche billiger wäre als vom SHK- Meisterbetrieb, der Baumarkt hatte sie eben da, dort gibt´s sowieso alles mögliche zu kaufen und 20% gibt´s ja auch noch...

Gedanken machen sich die Leute heute nicht mehr und was vor 20 Jahren keiner zu fragen wagte "Bauen Sie auch Baumarktmaterial ein, welches ich selbst besorge?" wird heute als selbstverständlich angenommen! Man ist sogar entsetzt, wenn der Handwerker sagt: "Tut mir leid, wir montieren nur das, was wir auch verkaufen! Hat was mit der Gewährleistungsübernahme von bauseits gestellten Materialien zu tun!"
Man ist da der Handwerker arrogant, da sucht man sich doch lieber gleich wieder den "Hammer-Monteur", oder den Bekannten, der das Geld auf die Hand bekommt und alles schraubt was man will!

Der Baumarkt hat erkannt, daß man ohne den Service keinen großen Umsatz machen kann und zudem erschweren einige Probleme die Abnahme verschiedener Gewerke des Selberschrauber und somit auch dem Baumarkt seinen Umsatz.
Zur "Verkaufsförderung heuert der Baumarkt nun sogenannte "Baumarktfachhandwerker" an, die dem Kunden seine Baumarktware montieren sollen.
Im SHK- Gewerk sollten diese Baumarktfachhandwerker zumindest Mitarbeiter in einem Meisterbetrieb sein, der wiederum den Baumarktkunden bedient.
Sicherlich bringt es einem frisch angefangenen Meister die ersten Aufträge, und einem schlechten Handwerker eventl. doch noch ein etwas besser gefülltes Auftragsbuch, wenn man sich als Baumarktnutte verdingt, aber auf Dauer kann man davon nicht leben!
"Zum leben zu wenig, zum sterben zuviel." daß erkennen die Handwerksmeister, die etwas rechnen können schnell und wenn man dann noch erkennt, auf was man sich bei der Gewährleistungsübernahme einläst, dann gehen bei einem guten Meister alle Warnlichter an!

Der Kunde denkt natürlich, er bekommt ja die Gewährleistung, nur wo der Fachhandwerker Mist baut, da will auch der Baumarkt nicht für haften! Neues Material ist sicherlich kein Problem, aber für schlechte Handwerksleistung was zahlen!??!?

Mit immer neuer Werbung und Strategien werden nicht nur Kunden in den Baumarkt gelockt, sondern auch Handwerker, die dort einkaufen sollen, die zum "20% auf alles" auch noch mal umsatzabhängige Rabatte von mind. 10% bekommen.

Der Baumarkt hat somit dem SHK- Großhandel den Kampf angesagt!

Deshalb ist die Handwerkermarke so wichtig!
Sie stärkt nicht nur den Handwerker, sondern durch den 3-stufigen Vertriebsweg auch den Großhandel und hat für den Hersteller nur Vorteile, da seine Produkte von Fachbetrieben fachgerecht montiert werden!



ich muß wech, komme aber wieder!

Verfasser:
Axel_1
Zeit: 16.10.2007 10:23:15
0
714842
"Der Baumarkt hat erkannt, daß man ohne den Service keinen großen Umsatz machen kann"

Das ist falsch.

Der Baumarkt hat genau den Service, den ich am Anfang brauche. Ich kann mir die Ware ansehen und an jedem Produkt hängt ein Preis, der dann auch gilt.

Dagegen muss ich beim Handwerker wegen jeder Änderung nachfragen, eine Preisliste gibt es schon gleich gar nicht, und wenn, ist sie so utopisch, dass nicht mal der Handwerker diese Preise anbieten mag. Ich habe faktisch keine Möglichkeit, mehrere Optionen zu vergleichen oder Preise abzuwägen. Und dabei geht es nicht um das Vergleichen der Handwerker, es geht darum, ob ich z. B. eine vergoldete Armatur von einem Qualitätsanbieter mir leisten möchte oder ob ich lieber das Standardprogramm desselben oder evtl. eines anderen Qualtitätsanbieters nehme. Dafür müsste ich mir drei Angebote machen lassen, die dann natürlich auch dauern. Bei einem ganzen Bad wo ich dann einen ganzen Haufen Armaturen, Heizung, etc. brauche ist das einfach nicht machbar und ich bleibe dann auf der zweitbesten Lösung sitzen, weil ich irgendwann kein Bock mehr habe, wieder eine Woche auf das Angebot für eine Alternative zu warten.

Warum soll ich mich mit so einem Quatsch rumärgern, wenn ich das alles in einer Stunde im Baumarkt bekomme ?

Ich habe meine Zeit nicht gestohlen.

Gruss
Axel

Verfasser:
OldBo
Zeit: 16.10.2007 11:01:08
0
714872
Tja Axel,

heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von gar nichts den Wert. Außerdem bereuen wir am bittersten Fehler, die wir am leichtesten vermieden hätten.

Gruß

Bruno

Verfasser:
Stilo Dieser Benutzer hat eine rote Karte erhalten
Zeit: 16.10.2007 11:17:31
0
714888
ja axel...

aber, das große Problem ist, dass sich nicht nur Handwerker "übernehmen", auch "Selberschrauber"... .

Hier im Forum sind wohl neben den Fachleuten und Spezies auch ein paar Laien, die Mehrzahl aller "Kunden" wird aber dadurch kaum erreicht.

Die haben entweder einen "guten" HB, mit dem sie zufrieden sind, weil sie es besser nicht wissen, oder suchen im I-Net oder im Baumarkt nach günstigen Alternativen, weil sie meinen, der Preis ist zu hoch, den der Handwerker da macht...... .

Schwierig alles, der Markt wirds richten, irgendwann, die Referenzen von Handwerkern auch nicht sofort.... , da ist wohl jeder skeptisch heutzutage .

Ist halt auch ein schwerer Weg zur Zeit, fürs wohl jüngste Handwerk, die Heizungsbauer, wie auch für die Klempner, die schon etwas länger mitwurschteln.... .

Das "Geschäft" der Heizungsbauer hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, die Qualität hat gelitten, wohl einfach alles zuviel aufeinmal.... .


Stilo, die dennoch dem Handwerk mehr vertraut, als dem Baumarkt, weil sie auch die Zeit nicht hat, alles selbst zu machen.

Und andere Handwerker, wie z.B. Maurer, Fliesenleger, Zimmermänner, Dachdecker haben mich immer gut beraten, was im Baumarkt gekauft werden sollte, wenn es denn nötig war.








Verfasser:
Axel_1
Zeit: 16.10.2007 11:54:38
0
714922
OldBo:

Du hast das Problem nicht erkannt. Den Wert weiss ich durchaus zu würdigen, aber es ist mir zu kompliziert, den Preis dafür beim Handwerker zu erfahren.

Mag ja sein, dass ein Handwerker so viel verdient, dass er sich um den Preis nicht kümmern muss. Aber die sollten sich vielleicht mal überlegen, dass ihre Kunden sich eine solche Sorglosigkeit nicht leisten können.

Gruss
Axel

Verfasser:
Axel_1
Zeit: 16.10.2007 11:59:11
0
714927
"aber, das große Problem ist, dass sich nicht nur Handwerker "übernehmen", auch "Selberschrauber"..."

hmm, das geht aber am Thema vorbei.

Wenn ich ein neues Bad brauche, gehe ich davon aus, dass eine Qualitätsarmatur nicht nach ein paar Tagen ausgewechselt werden muss. Ich gehe davon aus, dass der Handwerker saubere Arbeit abliefert, die dauerhaft ist.

Das ist die Minimalanforderung.

Deswegen ist mir der "Service", einen defekten Wasserhahn auszutauschen, völlig egal. Ich erwarte, dass der auf Anhieb richtig funktioniert.

Dagegen hat das Handwerk eklatante Mängel beim Service, bevor ich gekauft habe.

Gruss
Axel

Verfasser:
Stilo Dieser Benutzer hat eine rote Karte erhalten
Zeit: 16.10.2007 12:23:37
0
714939
nö, nicht am Thema vorbei....

heißt ja nicht umsonst im Volksmund:

"Na Du bist mir vielleicht eine Marke....."

also themabezogen:

Die Handwerker-Marke - im Spannungsfeld


Stilo schmunzelt

Verfasser:
meStefan
Zeit: 16.10.2007 12:36:30
0
714947
Alex, du hast Recht!

Auch mir wäre es lieber, wenn ich nicht solche utopischen Preislisten von den Herstellern bekommen würde und noch lieber wäre mir, wenn die Großhändler wenigstens die Herstellerlistenpreise hernehmen würden, statt ihre eigenen Preise für die gleichen Produkte zu kallkulieren!

Andererseits hat ein Baumarkt- Konzern weniger Hersteller und SHK- Artikel im Sortiment, als der örtliche SHK- Meister, der auf jeden Wunsch individuell eingehen muß!
Der Baumarkt- Konzern hat zudem noch ein größeres Buget und extra Fachleute um Kataloge und Preislisten zu kallkulieren, gestalten und zu bewerben.
Da kann der örtliche mit seinem Büro nicht gegen anstinken.

Zudem ist der Baumarkt nur auf´s Verkaufen ausgerichtet, der SHK- Meister bietet eine Gesamtleistung an, also von der Beratung, Planung über die Installation bis hin zur Fertigmontage!


Ein weiteres Problem, und da sehe ich das größte Hindernis, ist die Preisgestaltung beim Handwerk, was die Montagelöhne, etc. angeht.
Diese werden oftmals vom Materialgewinn "gesponsert"!

Ich würde gerne 60,--€ bis 80,--€ für die Monteur- bzw. Kundendienststunde verlangen, was wohl den tatsächlichen Aufwand abdecken würde.
Leider läst sich solch ein Stundenlohn bei der Kundschaft nicht durchsetzen, solange alle Kollegen weiterhin ihre entgangenen Gewinne aus den Stundensätzen durch den Materialgewinn wieder wett machen.

Wären die Stundensätze so gestaltet, daß man damit kostendeckend arbeiten könnte, dann wäre auch die Preisgestaltung bei den Materialien eine andere!
So aber wird es der Baumarkt, Internethandel und alle anderen "nur-Wiederverkäufer" ein leichtes sein, die Handwerkerpreise zu unterbieten, da die Kosten zur Unterhaltung des Montagebetriebs, welche der Meister hat, garnicht erst bei ihnen entstehen.

Zudem hat der Baumarkt sein Sortiment und "preiswertes Lager" den Herstellern zu verdanken, die Regalplätze "kaufen" bzw. mieten und die Ware als Kommisionsware (wird erst in Rechnung gestellt, wenn verkauft) zur Verfügung stellen.

Der Handwerker muß alles sofort bezahlen, was er sich ins Regallager stellt!


Für den Kunden mag sich kein Unterschied zwischen Baumarkt und Handwerker ergeben, wenn er nur eben eine Armatur kaufen möchte, allerdings sind hier zwei völlig verschiedene Betriebs- und Preisstrukturen am wirken.

Wie soll ich meinem Kunden erklären, daß die Armatur XY nur 45,--€ kostet, wenn er sie bei mir vom Thresen weg kauft und selbst montiert, aber 80,--€ wenn ich noch einen Monteur schicken muß, der diese dann noch zusätzlich mit einem Stundensatz von 40,--€ montiert!?

Auch kostet unsere Beratung, Planung und sonstigen Leistungen, die mit dem Verkauf und der Montage zusammenhängen Geld, welches der Baumarkt nicht aufwenden muß!

Meine Kunden erwarten eine gute Beratung, was die Baumarktkunden für eine Beratung erwarten kann sich jeder denken, der schon mal im Baumarkt war!
Da ist man froh, wenn man wenigstens das richtige Regal gezeigt bekommt.


Da der Handwerker kein Baumarkt ist und dies auch nie wird, muß er sich mit seinen Stärken am Markt bewerben.
Da auch die Hersteller nicht einfach von den Baumarkt- Konzernen immer weiter im Preiskampf gedrückt werden wollen und die Gewährleistungsbitten vieler Laienschrauber aus dem Weg gehen möchten, ist es für sie von Vorteil eben nur an die Fachhandwerker zu verkaufen, statt ihre Produkte im Baumarkt als Massenware verramschen zu lassen.

Der Handwerker sollte zudem seinen Großhändler unterstützen, der alle möglichen und unmöglichen Ersatzteile und Produkte am Lager hält, statt im Baumarkt zu kaufen, wo man nur die Schnelldreher findet!
Unsere Kunden wollen schließlich nicht wegen eines defekten UP- Ventiloberteiles in 1" lange Ausführung eine Woche ohne Wasseranschluß leben!


So, ich schließe hier, sonst wird das Lesen so ansträngend! ;o)

Mfg. meStefan


Verfasser:
meStefan
Zeit: 16.10.2007 12:40:48
0
714950
Übrigens verschwinden heute immer mehr örtliche Geschäfte unter dem Preisdruck der grünen Wiese oder dem Internetangebot!
Bestes Beispiel der alte Tante Emma Laden, den es nicht mehr gibt, weil alle in den Supermarkt kaufen fahren. Ist ja alles viel billiger!
Naja und wenn man schnell mal was braucht, dann zahlt man an der Tanke gerne den dreifachen Preis!

Ältere Leute in den Dörfern haben es in unserer heutigen Zeit immer schwerer einkaufen zu gehen, da es in ihrer Umgebung nichts mehr zu kaufen gibt und die Wege zu weit werden.
Wer will denn mit dem Bus den Einkaufskorb nach hause fahren?

Heute würden manche gerne der Tante Emma ein bischen mehr bezahlen, würde es sie noch geben!

Mfg. meStefan

...nur mal so zum nachdenken!

Verfasser:
rostek
Zeit: 16.10.2007 12:51:50
0
714961
Die Handwerker-Marke signalisiert dem Verbraucher : teuer und im Baumarkt mit Sicherheit gleiches Produkt billiger.

Der Verbraucher ist i.d.R kein Fachmann, der grüne Bosch von blauen Bosch unterscheiden kann oder will.

Wasserhähne, Toilettenbecken, Badewannen, der gesamte "Duschkram" usw. werden halt immer mehr in den Baumärkten gekauft.

Baumarkt ist billig.... Handwerkermarke ist teuer.

meine Meinung Udo
aber mt dem Trend auch nicht glücklich

Verfasser:
cheak
Zeit: 16.10.2007 13:12:02
0
714978
Mitnichten. Ein gleichwertiges Produkt wirst Du im Baumarkt eben nicht bekommen. Bau doch mal eine Toilette aus dem Baumarkt ein und warte auf die Reaktionen Deiner Nachbarn. Kauf Dir eine Umwälzpumpe im Baumarkt und Du erhälst einen Blumenstrauss vom RWE. (Ich habe übrigens noch keine geregelte Pumpe im Baumarkt gesehen. Haben die Chinesen die noch nicht kopiert?) Kauf Dir eine Armatur und warte, wann sie undicht wird. [...unendlich lange Liste...]

So einfach kann man sich das nicht machen. Weiterhin sind die Preislisten der Hersteller überall zu haben, so dass man die Katalogpreise in jedem Fall bekommt. Ein Handwerker wird niemals über dem Katalogpreis des Herstellers verkaufen, sondern im Gegenteil einen Teil seines Rabatts an den Kunden weitergeben, wenn der nicht schon vorher mit ausgedruckten Konkurrenzpreisen aus 'nem miesen Strecke Webshop ankommt. Dann kann so ein Handwerker auch schonmal trotzig sein ;-)

Naja, kauft halt was ihr wollt.

Ciao

CHRiSTiAN.


Verfasser:
hofbauer51
Zeit: 16.10.2007 13:14:50
0
714980
Stellt Euch mal für einige Zeit vor nen Baumarkt. Ihr werdet Staunen, wieviele Handwerker hier ihren Bedarf decken.
So schlecht kann die Baumarktware also doch nicht sein.

Verfasser:
Ralf2005
Zeit: 16.10.2007 13:29:51
0
714997
An sich ein interessantes Thema mit viel Zündstoff, wie artverwandte Diskussionen der letzten Zeit in diesem Forum beweisen.
Ob jetzt eine festgetackerte Neuauflage notwendig ist?
Allerdings ist es ja nur unter Sonstiges und in der Gesamtübersicht getackert.
Für ein offenes Forum dennoch etwas aussergewöhnlich und nicht unbedingt positiv, solange keine besondere Brisanz dahinter steckt.
Nichts gegen ein redaktionelles Thema der Woche o.ä., aber es sollte schon den Forenschreibern vorbehalten bleiben, ob so ein Thema weiter oben bleibt oder mangels Beiträge im Nirwana verschwindet.

Aber zum Thema:

Viele Hersteller der SHK-Branche haben genauso wie viele Handwerker den Trend der modernen Marktwirtschaft einfach verschlafen.
Zumindest wenn es um den Bereich der Ottonormalverbraucher geht, die heute aber eine grosse Masse der anviesierten Kunden ausmacht.
Früher waren es wenige Hersteller, die den Markt einfach unter sich aufteilen konnten und für viele blieb einfach ausreichend hängen.
Der Normalbürger kannte nur Grohe, Dal und Hansa, wenn es um Armaturen ging, bei Wannen meistens Kaldewei und beim Porzellan oft Ideal Standart.
Es stand eben oft genug auf den Dingern drauf, die er zu Gesicht bekam und fertig.
Ein gewisses Design etc. interessierte lange nur eine sehr spezielle Klientel.

Duscholux und Hüppe waren typische Werbeakteure, die neue Märkte mit hohem Werbeaufwand erschlossen und den typischen Duschvorhang ins Abseits verdrängten.
Die ersten Echtglasduschabtrennungen habe ich dennoch eher von Nonames gesehen, während die Entwickler der grossen Marken weiterhin auf Plexiglas vertrauten..

Bei Heizungen gab es überwiegend nur die Kesselhersteller, die aus traditionellen Betrieben der Eisenverarbeitung hervorgingen, sowie ein paar wenige Spezialisten für die Gasbeheizung mittels Thermen.
Da die Geräte meist sehr langlebig waren und keine grossartigen Neuerungen entstanden, blieb der Markt überschaubar und eine im Ort vorherrschende Hausnmarke war relativ Konkurrenzlos.
Man musste als Hersteller lediglich den örtlichen Klempner an sich binden.

Viele jüngere Menschen und auch viele Bürger der "neuen" Bundesländer haben von dieser Entwicklung wohl relativ wenig Ahnung.


Auch heute kümmern sich die allermeisten Menschen herzlich wenig darum, was in ihrer (Miet)Wohnung installiert ist.
Wenn das Badezimmer gut aussieht und eine passable grösse hat, reicht ein Blick...
Da schaut bei der Besichtigung kaum einer auf den Hersteller der installierten Produkte.
Bei Einbauküchen sieht es kaum anders aus.

Interessant wird das alles doch erst mit steigendem Geldbeutel und Einkommen.
Die Mitleser sollten dabei nicht an sich denken, sondern einfach an die breite Masse, deren Geldmenge erheblich höher ist, als die meisten denken und daher im Fokus vieler Hersteller und auch Handwerker liegt, auch wenn es ungern zugegeben wird.

Den Hersteller juckt das Auskommen eines Handwerkers ziemlich wenig.
Den interessiert lediglich sein eigener Umsatz und Verdienst, wobei es da natürlich unterschiedliche Strategien gibt und der eine evtl. etwas fairer als der andere ist.
Spätestens, wenn ein Unternehmen an Investoren gegangen ist, steht die rendite aber eindeutig im Vordergrund.
Viele Handwerker lassen sich aber weiterhin verarschen.


Was soll die "Handwerkermarke (Meisterklasse)"??
Welcher Ottonormalo hat davon je gehört, obwohl sie seit knapp acht Jahren exisistiert?
Nicht einmal Dornbracht hat sich angeschlossen. *grins
Und angeschlossene Hersteller wie Hansa, Grohe und Grundfos bekomme ich in jedem besseren Onlineshop..
Wer verblödet hier eigentlich wen?

Eine ähnliche Entwicklung ist mir aus dem Elektronikbereich bekannt.
Saba, Telefunken, Grundig & Co. versuchten ihr Edelimage aufrecht zu erhaltzen, indem sie den Fachhändlern eine Markentreue abverlangten, aber gleichzeitig die aufstrebenden Elektronikmärkte und Ketten bedienten.
Die Folge ist bekannt:
Alle sind sie mehrfach Pleite gegangen, die Namen steht heute nur noch für türkische oder Fernostproduktion ohne Stellenwert und wird alle naslang weiterverhökert.
Viele Elektronikfachhändler haben das vor zwei Jahrzehnten auch nicht erkannt und sind mit übern Jordan gegangen.

Viele Handwerksbetriebe werden auch heute wieder als dummes Werbeträgervieh missbraucht und merken es nicht.
Stattdessen sind sie so blöd und meinen, dass ihnen der Bürger nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln gönnt, wenn jemand ganz bewusst auf den Preis schaut.
Statt sich den herrschenden Marktverhältnissen zu stellen, wird auch noch weinerlich an die Moral appeliert, dass deutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und dem Kunden ein schlechtes gewissen eingeredet.
Wo werden die Steuerungen der "deutschen" Heizungen produziert?
Wohin wurden andere produktionsstandorte der Markenhersteller überwiegend ausgelagert?

Und was für Autos fahren die meisten deutschen Handwerker???

Ich sehe da nur sehr wenige deutsche Produktionen in deren Fuhrpark.
Aber dazu wurden die deutschen Handwerker ja bestimmt durch die geizigen Kunden gezwungen..

Und täglich weinen sie aufs neue, wenn sie eine schweineteure deutsche Markenanlage einbauen, der sie nach wenigen Jahren sowohl eine materialtechnische, als auch planerische Überalterung attestieren, nachdem sie daran tausende an Reparaturkosten vereinnahmt haben ...

nachdenkliche Grüsse

Ralf


Verfasser:
JoRy
Zeit: 16.10.2007 13:40:45
0
715009
Hallo Christian,
zu deinem Beitrag..
" (Ich habe übrigens noch keine geregelte Pumpe im Baumarkt gesehen. Haben die Chinesen die noch nicht kopiert?)"
muss berichtigt werden ;
sowohl bei Praktiker wie auch bei Hornbach liegen die Grundfos und Wilo als geregelte Type
im Regal.
Unanständig ist es , wenn namhafte deutsche Firmen "Handwerkerware" und
den Großhandel empfehlen , aber wegen Umsatzkorrektur den Großabnehmer Baumarkt
genauso beliefern.

Im Baumarkt vertreten :
Grundfos , Wilo , Ideal Standart, Villroy, Grohe, Stiebel, Siemens, AEG, ABB ,..............
Im Bereich von Rohren, Pipes und Fittings fast alle großen Hersteller
und so wurde ich öfter damit konfrontiert, dass ein Kunde eine Schneidringverschraubung
und die Stange CU bei Hornbach billiger bekommt , als wir beim Großhandel.

O.K.-- nicht immer , aber ab und an , und alles schon erlebt.

Die Wege , über die der Endkunde inzwischen zu dumpingpreisen bei ebay
die großen deutschen Heizkessel- und WP-Hersteller beziehen kann sind mir in diesem
Zusammenhang ebenfalls unverständlich.

Was geht da wirklich ab mit der " Handwerkermarke" ??

Gruß JoRy

Verfasser:
R.B.
Zeit: 16.10.2007 14:33:07
0
715056
Wird das jetzt zu einer Diskussion Pro / contra Baumarkt?
Wo ist eigentlich der Baumarkt Micky geblieben?

Meine Meinung dazu ist ja hinlänglich bekannt. Hier treffen 2 Welten aufeinander, auf der einen Seite das 3-stufige Vertriebssystem, auf der anderen Seite die immer mehr akzeptierte Baumarktveriante.
Den Herstellern ist es egal wo ihre Produkte verkauft werden, auch wenn sie in Pressemitteilungen andere statements abgeben.

Auch die Sache mit der Handwerkermarke ist ja nicht so neu. Ärgerlich nur, wenn die Endkunden herausfinden, was sich hinter der "Handwerkermarke" verbirgt. Udo hat die Bosch Produkte angesprochenm, blau und grün. Sobald man jedoch hinter die Fassade schaut wird man erkennen, daß es nicht genügt nur die Farbe des Gehäuses zu ändern.

Mir konnte auch noch niemand nachweislich darlegen, warum ein Geberit Spülkasten aus dem Baumarkt schlechter sein sollte als das gleiche Modell vom GH oder Fachhandwerker um die Ecke. Das gilt selbstverständliche für viele Produkte.

Ich hatte früher schon einmal geschrieben, der Handwerker sollte sich wieder auf seine Stärken besinnen, und die liegen nicht im Verkauf einer Armatur für 40,- €.

Gruß
Ralf

Verfasser:
cheak
Zeit: 16.10.2007 14:34:20
0
715058
Grundfos und WILO liegen definitiv in keinem Baumarkt im Regal. Sollte es doch einmal so sein, so wurden irgendwelche Bestände von irgendwoher aufgekauft. Die entsprechenden Lieferanten riskieren dabei, von den genannten Firmen nicht mehr beliefert zu werden. Auch in Online Shops sollten diese Fabrikate nicht auftauchen. Dies passiert zwar, ist aber mit Sicherheit unerwünscht und wird auch verfolgt.

Ciao

CHRiSTiAN.

Verfasser:
Ralf2005
Zeit: 16.10.2007 15:03:55
0
715089
Neue Wilo-Pumpen bei ebay.... klick

Neue Grundfospumpen bei ebay...klick

Sind zwar einige private und reichlich Schwarzhändler dabei, aber auch jede Menge langjähriger und seriöser Onlinehändler.

Verfolgt wird das sicherlich...
Aber wohl nur von der Konkurrenz und den sparsamen Kunden, unter denen wahrscheinlich aus so mancher HB zu finden ist.
Wie auch bei den Anbietern....

Viel Spass beim weiterträumen.

Ralf


Verfasser:
OliverSo
Zeit: 16.10.2007 15:18:26
0
715101
Grundfos und WILO liegen definitiv in keinem Baumarkt im Regal.

Grundfos Alpha und Grundfos UPS 25-xx gehören bei vielen, wenn nicht allen, Praktiker und Top-Bau zum Standard-Program. Preislich sind die da aber nicht wirklich interessant. Die neueren Alpha+ und Alpha Pro habe ich noch nirgends gesehen. Die gibt es wohl tatsächlich nur bei ebay,

oder z.B. hier
http://www.ecopumpen.de/

Oliver

Verfasser:
heimwerker99
Zeit: 16.10.2007 15:19:18
0
715103
Grundfos und Wilo gibt es hier seit Jahren in allen vier örtlichen Baumärkten, auch beim 20%er. Allerdings nur ein, zwei Standardmodelle und zu ziemlich uninteressanten Preisen.

Verfasser:
Stilo Dieser Benutzer hat eine rote Karte erhalten
Zeit: 16.10.2007 15:19:21
0
715104
Wird hier nicht etwas hochgepowert, was gar nicht nötig ist????

Wieviel wirkliche Kunden sind denn wegen Heizungs- oder Installationsmaterial bei ebay oder im Baumarkt unterwegs??????

Sollten es allerdings Fachleute sein, die dann den "Listenpreis" des Herstellers nehmen, wäre es fatal....

Stilo, die diese Diskussion etwas eigenartig findet.....


Verfasser:
heimwerker99
Zeit: 16.10.2007 15:20:03
0
715105
da war wohl jemand schneller ;-)

Verfasser:
Micky05
Zeit: 16.10.2007 15:33:17
0
715118
Vielleicht sollte man dieses Thema einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Wir leben schließlich in einer freien sozialen Marktwirtschaft, wo Angebot und Nachfrage einen Preis regeln.
Der Verbraucher orientiert sich am Angebot und entscheidet alleine, wo er welches Konsumgut kaufen möchte.

Das gleiche gilt für den Fachhandwerker. Er entscheidet nach Abwägung aller Gesichtspunkte, welchen Auftrag er annehmen möchte.

Also wo ist das Problem?

Es wird von den Hardlinern immer von der Baumarktnutte gesprochen.
Ich habe ehrlich gesagt noch keine gesehen und selbst wenn es diese Spezies gibt, wäre ich gerne dabei wenn meStefan eine trift und sie so anspricht.

Jeder HB entscheidet doch für sich, wie er seinen Betrieb am Leben hält. Der eine halt so, der andere eben so.

Ich glaube an das gute im Menschen und wenn ich einen Fachbetrieb beauftrage, erwarte ich den Service, die Kompetenz und die fachgerechte Ausführung, wie hier immer beworben wird.

Aber dem ist mittlerweile nicht mehr so, so daß die Kunden anderweitig versuchen zurechtzukommen.

Auch den Herstellern sind ihre Hemden näher, als die Hose des HB.
Umsatz und Rendite mit relativ geringen Aufwand ist heute das Ziel!

Ich führe nochmal das Beispiel Dornbracht an, die mittlerweile ihre Produkte im Bauhaus anbieten.

Gruß Andreas

Verfasser:
R.B.
Zeit: 16.10.2007 15:39:21
0
715124
Und damit der Christian aufwacht, Grundfos und Wilo finden sich auch offiziell in den Prospekten. Da ist nichts mit Restposten aufgekauft oder sonstwie "beschafft".

Aber die Diskussion ist müsig und wurde hier schon dutzendfach geführt. Auch wenn´s manche nicht glauben wollen, die Zeit läßt sich nicht zurückdrehen.

Gruß
Ralf

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Die Handwerker-Marke - im Spannungsfeld zwischen ZVSHK Kampagne und Hersteller-"Kreativität"
Verfasser:
R.B.
Zeit: 16.10.2007 15:39:21
0
715124
Und damit der Christian aufwacht, Grundfos und Wilo finden sich auch offiziell in den Prospekten. Da ist nichts mit Restposten aufgekauft oder sonstwie "beschafft".

Aber die Diskussion ist müsig und wurde hier schon dutzendfach geführt. Auch wenn´s manche nicht glauben wollen, die Zeit läßt sich nicht zurückdrehen.

Gruß
Ralf
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