Mit der Einweihung der größten Photovoltaikanlage in der Region Hannover hat die AS Solar GmbH den ersten Schritt auf dem Weg zu einem neuem Firmenhauptsitz gefeiert. Das Unternehmen lässt eine Industriebrache zu einem Plus-Energie-Haus umbauen. Gleichzeitig ist dabei ein imposantes Testcenter für Ertragsvergleiche unterschiedlicher Kollektoren im Zusammenspiel mit verschiedenen Wechselrichtern errichtet worden.
In Hannover lässt die AS Solar GmbH eine Industriebrache zum Plus-Energie-Haus zum neuen Firmenhauptsitz umbauen.
Die auf 5000 m² Dachfläche installierte PV-Anlage wird gleichzeitig ein beeindruckendes Testcenter für die Performance von Solaranlagen. Foto: AS Solar
Gemeinsam mit Hannovers Regionspräsident Hauke Jagau startete AS-Solar Geschäftsführer Gerd Pommerien (li) die PV-Anlage.
Insgesamt sind 1200 mono- bzw. polykristalline Module der Hersteller Sanyo, Solon, Schott und Solarworld sowie AS Solar-eigene Module installiert.
Die Leitungen wurden vom Dach durch die alten Schornsteinzüge bis in das Herz der Anlage, in den neu sanierten Wechselrichterraum im Keller des Gebäudes, gezogen.
Hier finden sich unterschiedliche Wechselrichter der Marken SMA, Sunways, Solarmax und Kostal. Die gesamte Anlage wird mit dem eigenentwickelten Anlagenüberwachungssystem AS Control komplett fernüberwacht.
Die beiden AS Solar Geschäftsführer Thomas Rust und Gerd Pommerin blicken in eine sonnige Zukunft.
Gerade noch rechtzeitig zur offiziellen Inbetriebnahme der größten Photovoltaik-Anlage am 12. Juni 2009 in Hannover endete der Regen und schob sich die Sonne hinter den Wolken hervor. So konnte gemeinsam mit Regionspräsident Hauke Jagau dann AS-Solar Geschäftsführer Gerd Pommerien das große Ereignis starten.
Mit der Einweihung dieser Anlage feierte AS Solar, einer der größten norddeutschen Fachgroßhändler für Photovoltaik-, Solarthermie- und Pelletanlagen, den ersten erfolgreichen Schritt „auf dem Weg zum Power Energy House“, wie Pommerien den Umbau einer Industriebrache zum Plus-Energie Haus als zukünftigem Firmenhauptsitz des Unternehmens bezeichnete.
Regionspräsident Jagau betonte in seinen Begrüßungsworten besonders das nachhaltige und zukunftsfähige Engagement der AS Solar GmbH und zeigte sich beeindruckt von der gleichzeitigen Wirtschaftsfähigkeit des Unternehmens dabei. AS Solar verfolgt eine nachhaltige Wachstumsstrategie, deren wichtigstes Potential ganz klar in den Mitarbeitern gesehen wird. „Unsere Mitarbeiter sind für unser Wachstum und unsere Zukunft das Wichtigste und zeichnen sich durch eine sehr hohe Kompetenz und ihr großes Engagement aus“, so Pommerien bei der Einweihung. Aber mit zum großen Unternehmenserfolg tragen auch die innovativen Eigenentwicklungen im Anlagenüberwachungsbereich bei.
Und AS Solar investiert in Innovation. Beim Umbau des Gebäudes, welches ursprünglich einmal das im Jahr 1980 geschlossene Werk II der AEG-Telefunken in Hannover war und später der Druckerei J.C. König & Ebhardt bis zu deren Insolvenz im Jahre 2000 gehörte, soll zur Reduzierung des Wärmebedarfs ein für Industriegebäude überdurchschnittlicher Dämmstandard bei Außenwänden, Dach und Fenstern realisiert werden. Neben der PV-Anlage auf dem Dach zur Stromversorgung sind für das Wärmekonzept eine solarthermische Anlage und eine Pelletkesselanlage vorgesehen, um der eigenen Vision vom möglichen Einsatz 100 % Erneuerbarer Energien auch gerecht zu werden.
Dieses Leuchtturmprojekt soll als gutes Beispiel für die Umnutzung einer Industriebrache zum Plus Energie Haus dienen und natürlich die praktischen Vorteile der Solarenergie verdeutlichen. Der besonders interessante Aspekt liegt jedoch in dem gleichzeitigen Beitrag zur Forschung und Entwicklung im Bereich Solartechnik. Denn parallel zum Umbau ist hier auch ein riesiges Testzentrum für die verschiedenen Solarmodultypen, die der Großhändler im Programm hat, entstanden. Auf der 5000 m² großen Dachfläche wurden unterschiedlichste Solarmodultypen installiert. Insgesamt sind 1200 mono- bzw. polykristalline Module der Hersteller Sanyo, Solon, Schott und Solarworld sowie AS Solar-eigene Module zu je 10 kW in Kombination mit vier unterschiedlichen Wechselrichtern der Marken SMA, Sunways, Solarmax und Kostal angeschlossen worden. Dafür mussten fünf laufende Kilometer Montageschienen verbaut und 15 Kilometer Kabelstränge verlegt werden. Die Leitungen wurden vom Dach durch die alten Schornsteinzüge bis in das Herz der Anlage, in den neu sanierten und beeindruckenden Wechselrichterraum im Keller des Gebäudes, gezogen. Dort wird die gesamte Anlage mit dem eigenentwickelten Anlagenüberwachungssystem AS Control komplett fernüberwacht und ist wie 1000 weitere Anlagen in den virtuellen Verbund AS Solar Kraftwerk eingegliedert.
Die Performance der installierten Module und das Zusammenspiel mit den verschiedenen Wechselrichtern lässt sich damit unter gleichen Testbedingungen bestens überwachen und vergleichen. Eine Zusammenarbeit mit Partnern und anderen Institutionen wie Universitäten ist hierbei vorgesehen. Eine perfekte Grundlage also für die zukünftige Beratung der eigenen Kunden. Sie können durch diese umfassenden vergleichenden Modul-Tests noch mehr auf die hohe Qualität und Sicherheit der angebotenen Produkte dann vertrauen.
In Hannover ist es mit 268 kWp die derzeit größte installierte Solarstromanlage – aber AS Solar hat bereits Anlagen im Megawatt-Bereich bspw. in der Nähe von Mainz umgesetzt, wie von Thomas Rust, ebenfalls Geschäftsführer bei AS Solar, zu erfahren war. Der Fachgroßhändler liefert aber nicht nur Komponenten und Komplettsysteme für Photovoltaik-, Solarthermie- und Pelletanlagen, sondern bietet dabei auch umfangreiche Dienstleistungen an und ist längst international erfolgreich tätig. Schwesterunternehmen wurden in Spanien, Frankreich, Belgien und Italien gegründet. Für die besonders vielversprechenden Internationalisierungspläne zum Eintritt in den US-amerikanischen Solarmarkt wurde das Unternehmen bei dem von den Wirtschaftsentwicklern der Hannoverimpuls GmbH organisierten Wettbewerb „Wachstumsimpuls“ im Jahr 2008 ausgezeichnet.
Kein Wunder also, dass das Unternehmen seit der Gründung im Jahr 2004 stetig gewachsen ist. Derzeit sind 100 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. Zum 5-jährigen Firmenjubiläum in diesem Jahr hatte man sich gewünscht, mit ihnen den neuen Firmenhauptsitz beziehen zu können, aber der Umbau der Industriebrache zum Plus Energie-Haus wird noch bis 2010 andauern. Es entstehen immerhin 5000 m² Bürofläche, von denen 2000 m² vermietet werden sollen. Bereits jetzt liegen für ein Drittel der zu vermietenden Fläche schon Reservierungen vor. Die Investitionen am Standort Hannover werden rund 5 Mio. € betragen - die Photovoltaik-Anlage macht dabei einen Anteil von etwa 875.000 € (netto) aus. Diese erste Anlage soll laut Pommerien den Stromverbrauch des Gebäudes zu 75 % decken können. Und mit einer zweiten PV-Anlage auf der 3000 m² großen Lagerhalle werden es dann über 100 %. Rein rechnerisch hätte die Dachanlage des neuen AS Solar-Firmensitzes auch künftig etwa 80 Haushalte mit Strom aus Sonnenenergie versorgen können. Das integrierte Energiekonzept sieht für die umgebaute Firmenzentrale neben der PV-Anlage auf dem Dach konsequente Energiespartechnik, Solarthermie und eine Pelletkesselanlage vor. Im zweiten großen Schritt soll jetzt also zur Wärmeversorgung die Fassade des Gebäudes mit einer 150 m² umfassenden solarthermischen Anlage ausgestattet und zur weiteren Unterstützung eine Pelletkesselanlage eingebaut werden.
Alles in allem also sonnige und aufregende Zeiten, denen die beiden Geschäftsführer samt ihrem hoch professionellen Team aus Elektro- und Bauingenieuren, Lageristen, Metallern, Architekten und Ökonomen entgegen sehen können.