Weltwasserwoche 2009 „Wasser – Eine globale Ressource“: Weltweite Wasserkrise verschärft sich. Klimawandel und Globalisierung: Wasservorkommen geraten zunehmend unter Druck. Laut WWF wird auch Deutschland die Konsequenzen spüren. Auch die Sanitärbranche fordert "umdenken und handeln".
Zu den großen Herausforderungen gehört eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung. Aufbereitetes Grauwasser eignet sich u.a. hervorragend zur Bewässerung von Gartenanlagen.
Defizite: Jedem zweiten Deutschen ab 18 Jahre fällt laut einer forsa-Umfrage zu "Wasser und Nachhaltigkeit" spontan nichts ein. Auch dieses Resultat unterstreicht nach Meinung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) ihre u. a. in einem Positionspapier erhobene Forderung, den verantwortungsvollen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource erheblich stärker zu thematisieren. "Klare Signale" erwartet der Branchen-Dachverband auch von der "Weltwasserwoche" vom 16. bis 22. August in Stockholm. Grafik: obs/VDS Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. WWF
Zum Start der Weltwasserwoche 2009 in Stockholm fordert die
Umweltschutzorganisation WWF verstärkte, internationale Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise. „Die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmende Verbauung durch Infrastruktur für Wasserkraft, Schifffahrt und Bewässerung und der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln, sind die größten Herausforderungen für eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung“, sagt Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland. Aufgrund der menschenverursachten Erderwärmung schmelzen etwa die Gletscher im Himalaya rapide ab, was die Wasserversorgung von mehreren hundert Millionen Menschen in Bangladesh, China, Indien, Nepal und Pakistan bedroht.
Doch die Wasserkrise werde, so der WWF, vor Nationalstaatsgrenzen keinen Halt machen. Deshalb sei auch Deutschland direkt von den Auswirkungen betroffen. „In einer globalisierten Welt ist auch ein wasserreiches Land wie die Bundesrepublik in seinem Wasserbedarf nicht mehr unabhängig“, warnt Martin Geiger. „Wenn beispielsweise die Himalaya-Gletscher verschwinden und in Indien das Wasser knapp wird, ist unsere Versorgung mit Baumwolle betroffen.“ So kommt eine aktuelle WWF-Studie zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik durch den Import von landwirtschaftlichen Güter jedes Jahr auf 2.181 Mrd. m³ Wasser aus indischen Ressourcen angewiesen ist. Neben Öl-Saat, Kaffee und Reis bezieht Deutschland einen bedeutenden Anteil seiner Baumwolle aus Indien, Pakistan und Bangladesh.
Angesichts der wachsenden, weltweiten Probleme sei es geradezu paradox, dass die UN-Konvention für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und vor allem grenzüberschreitendes Management von Trinkwasservorkommen noch immer auf Eis liegt. „Die internationale Staatengemeinschaft hat es bisher nicht geschafft, dieses wichtige Abkommen zu ratifizieren und umzusetzen“, kritisiert Martin Geiger. Doch nur so könnten in Zukunft Konflikte um Wasserressourcen geschlichtet und gelöst werden. Die UN-Konvention dient als Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Vorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder unterirdische Wasserreservoire, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden. „Gerade zur Weltwasserwoche, die unter dem Motto des grenzüberschreitenden Wassermanagements steht, sollten sich noch mehr Länder zu dieser Konvention bekennen und sie anerkennen“, fordert Martin Geiger.