Der wissenschaftlich meist untersuchte Baustandard wird dieses Jahr volljährig. Passivhäuser bundes und weltweit können Interessierte vom 6. bis 8. November 2009 besichtigen und ihre Vorzüge selbst erleben. „Wir haben selber am Tag des Passivhauses Objekte besichtigt und wollen jetzt auch anderen diese Möglichkeit bieten. Die Besichtigung hat maßgeblich unsere Entscheidung für ein Passivhaus beeinflusst“, so J. Behring, Bewohnerin eines Passivhauses.
Passivhaus in Linden.
Foto: ProKlima
Das Passivhaus besitzt eine hervorragende Energiebilanz und verwöhnt mit einem sehr behaglichen
Wohnklima. In Passivhäusern sorgen große Fenster für Helligkeit. Diese von Sonnenlicht durchfluteten,
gut belüfteten Räume laden zum Wohlfühlen ein. Die „Tage der offenen Türen“ werden von der
Informationsgemeinschaft Passivhaus Deutschland veranstaltet und ermöglichen eine sinnliche
Erfahrung im Passivhaus: Spürbar frische Luft und dabei mollig warm.
Wie alles begann
Vor 18 Jahren kam ein neugieriger Physiker auf die Idee, dem abstrakten Begriff der Energieeffizienz
ein Gesicht zu geben. Er möchte ein Haus so konzipieren, dass es sehr wenig Heizenergie verbraucht.
Damals sagten die Skeptiker: „Das funktioniert nicht“. Neugierig, wie er war, begann er mit einem Team
ebenfalls neugieriger Menschen an Lösungen zu forschen, bis sie sagten: „Es geht doch“ - und bauten
das erste moderne Passivhaus weltweit. Dieses Haus liegt in Hessen, wird bis heute bewohnt und
verbraucht tatsächlich weniger als ein Zehntel der Heizenergie eines konventionellen Gebäudes. Und
ihre glücklichen Bewohner, darunter der neugierige Physiker selbst, leben noch heute darin - bereits seit
18 Jahren. An ihrem Quartier haben sie (fast) nichts auszusetzen: „Selbst ein Passivhaus kann nicht
verhindern, dass Kinder ausziehen, wenn sie 18 werden.“ (Dr. W. Mohr, Bewohnerin im ersten
Passivhaus)
Energieeffizient, komfortabel, wirtschaftlich und umweltfreundlich
Das Passivhaus ist ein Baustandard, der gegenüber dem Niedrigenergiehaus noch einmal 75 Prozent
Energie und ebenso viele CO2-Emissionen einspart. Ein Passivhaus ist so energieeffizient, dass es
ohne ein herkömmliches Heizungssystem auskommt. Im Vergleich zu durchschnittlichen bestehenden
Wohngebäuden benötigt ein Passivhaus zum Heizen ca. 1,5 Liter Öl pro Quadratmeter im Jahr. Der
Passivhaus-Standard hat sich mit über 17.500 gebauten Objekten (die IG Passivhaus Deutschland
schätzt die Zahl auf über 13.000 allein in Deutschland) inzwischen bewährt. Die Tage des Passivhauses
haben sich bundesweit als hervorragende Möglichkeit etabliert, zukünftige Bauherren vom konsequent
energieeffizienten Bauen zu überzeugen. Zunehmend beteiligen sich weitere Partner im europäischen
Ausland und in Übersee mit ihren Passivhäusern vor Ort.