„Die Kopie ist die ehrlichste Form des Kompliments“, lautet ein geflügeltes Wort aus Fernost. In der Tat werden erfolgreiche Qualitätsprodukte „Made in Germany“ nur allzu oft kopiert. Diese durchaus zweifelhafte Ehre wird immer wieder auch Armaturen und Brausen der Hansgrohe AG zuteil. Dabei wird häufig nicht nur das Produktdesign imitiert, sondern selbst Produktverpackungen, Logos und Schriftzüge werden nachgeahmt, um sich die hohe Bekanntheit und das gute Image der Marke Hansgrohe zunutze zu machen.
„Kein Pardon für Produktkopierer“: Bei der Aktion gegen Produktpiraterie am Mittwoch, dem 30. September 2009, vernichteten die Hansgrohe Vorstände Richard Grohe (rechts im Bild) und Karl-Heinz Hammann (links im Bild) 10.000 im Sommer beschlagnahmte Kopien der Hansgrohe Handbrause „Raindance“. Foto: Hansgrohe
Auf rund drei Prozent des Gesamtumsatzes – das entspricht etwa 20 Mio. Euro – schätzt der international tätige Bad- und Sanitärspezialist aus dem Schwarzwald den wirtschaftlichen Schaden, der durch Produktpiraterie entsteht. Entsprechend konsequent geht die Hansgrohe AG gegen alle Versuche vor, Kopien ihrer Armaturen und Brausen in Umlauf zubringen. Gleich 10.000 in diesem Sommer in Belgien beschlagnahmte Kopien des Hansgrohe Erfolgsprodukts „Raindance“ haben die Hansgrohe Vorstände Siegfried Gänßlen, Richard Grohe und Karl-Heinz Hammann heute in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion in Offenburg zerstört.
Konsequentes Vorgehen gegen Produktpiraten
„Das Design lässt sich vielleicht noch nachahmen und kopieren, Qualität ‚Made in Germany’ aber nicht“, hebt Richard Grohe, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, hervor. „Im schlimmsten Fall können diese Kopien gesundheitliche Risiken mit sich bringen, denn minderwertiges Material und falsche Verarbeitung führen zu Ausschwemmungen von gesundheitsgefährdenden Substanzen oder zu frühzeitiger Abnutzung.“ Tatsächlich halten die Kopien bei aller äußeren Ähnlichkeit zum Originalprodukt nicht deren Produktversprechen. So auch im Fall der heute vernichteten Brausenplagiate. Untersuchungen in den Hansgrohe Labors ergaben nicht nur, dass die Kopien eine deutlich schlechtere Performance und damit weniger Duschkomfort als das Original bieten, sondern auch mehr Metalle wie etwa Kupfer ins Trinkwasser freisetzen. „Schon allein deswegen und nicht nur wegen des wirtschaftlichen Schadens kennen wir kein Pardon für Kopierer“, stellt Richard Grohe fest. „Im Bedarfsfall wehren wir uns mit allen rechtlichen Mitteln gegen Produktpiraterie – angefangen bei der Beschlagnahmung bis hin zur Vernichtung von Plagiaten.“