Vor dem Hintergrund einer immer größeren Knappheit ist das Thema „Wasser“ in Spanien ein drängendes und hochaktuelles Problem. Unter den Mitgliedsstaaten der EU gehört Spanien nach wie vor zu den Ländern mit den größten Problemen in der Wasserversorgung. Dabei konzentrieren sich die politischen Diskussionen nicht nur auf Lösungen zur Wassergewinnung und mögliche Wassertransfers, sondern auch auf die Aspekte Wasserqualität, -aufbereitung und -einsparung.
Im Jahr 2008 sprudelte aufgrund der angespannten Wassersituation in Barcelona in den Brunnen kein kühlendes Wasser mehr.
Unter den Mitgliedsstaaten der EU gehört Spanien nach wie vor zu den Ländern mit den größten Problemen in der Wasserversorgung. Nach offiziellen Schätzungen gehen 18% der öffentlichen Stadtwasserversorgung auf Grund von Leckagen im Kanalisationsnetz verloren. Foto: Deutsche Handelskammer für Spanien
Die Deutsche Handelskammer für Spanien (AHK Spanien)präsentiert die SMAGUA 2010, Spaniens Leitmesse für Wasser- und Bewässerungstechnologien, die vom 2. bis 5. März 2010 in der 19. Edition am Messeplatz Zaragoza abgehalten wird. Foto: Deutsche Handelskammer für Spanien
Nach offiziellen Schätzungen gehen 18% der öffentlichen Stadtwasserversorgung auf Grund von
Leckagen im Kanalisationsnetz verloren. Mehr als 700 Gemeinden mit über 2.000 Einwohnern verfügen über keine Systeme zur Abwasserbehandlung. Die Bestrebungen der spanischen Regierung zur Beseitigung dieser Missstände sowie die Umsetzung der europäischen Vorgaben in Verbindung mit jährlichen Investitionen von 4 Mrd. € im Sektor Wasser/Abwasser während der nächsten 8-10 Jahre bieten deutschen Herstellern von Produkten und Technologien der Branche ein interessantes Betätigungsfeld.
Die Vereinten Nationen veröffentlichten in ihrem Bericht über die menschliche Entwicklung 2006, dass sich Spanien in einer weltweiten Rangliste zum Wasserverbrauch in Litern pro Einwohner auf Platz sechs hinter den Vereinigten Staaten, Australien, Italien, Japan und Mexiko befindet. Laut den jüngsten Daten des Spanischen Statistischen Instituts (INE) wurden 2006 insgesamt etwa 3,9 Mrd. Kubikmeter Wasser durch die städtische Wasserversorgung verteilt, davon etwa 2,6 Mrd. Kubikmeter an die Haushalte. Dies entspricht einem Wasserkonsum von 171 Litern pro Kopf und Tag. Obgleich der Konsum der spanischen Haushalte weit über dem europäischen Durchschnitt liegt,
vereint die Landwirtschaft den Löwenanteil des jährlichen Wasserverbrauchs auf sich. In den letzten Jahren wurden konstant mehr als 65 Prozent für diesen Sektor eingesetzt. Probleme ergeben sich aus der Tatsache, dass weder die Nutzung des Wassers in der Landwirtschaft effizient ist, noch die Maßnahmen zur Wassereinsparung bisher einen spürbaren Einspareffekt erzielen konnten.
Hinzu kommt die Tatsache, dass die vorhandenen Wasserressourcen in den vergangenen Jahren stetig gesunken sind. Zwischen 1931 und 2005 hat die durchschnittliche Niederschlagsmenge um etwa acht Prozent abgenommen, gleichzeitig ist für fast ein Drittel der Fläche Spaniens ein hohes oder sehr hohes Risiko zur Wüstenbildung definiert. Insbesondere Zentral- und Südspanien sind von der Trockenheit bedroht.
Spanien ist in Europa das Land mit den meisten Stauseen. Insgesamt existieren über
1.200 große Staudämme. Neben dem Überschwemmungsschutz und der Energiegewinnung dienen die Dämme vor allem zur Wasserversorgung der Wohngebiete oder Bewässerungsregionen. Etwa 5.550 der über 8.100 Gemeinden Spaniens beziehen ihr Wasser aus Grundwasserreserven, der Rest nutzt oberirdische Ressourcen. Neben den Stauseen spielen
Wasserumleitungen eine große Rolle. Diese Umleitungen verbinden in der Regel große Flüsse mit entfernt liegenden trockeneren Regionen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 25 Mio. Einwohner des Landes auf diese Art ihr Trinkwasser erhalten.
Insgesamt setzt der Umweltsektor in Spanien jährlich mehr als 10 Mrd. Euro um, was einem Anteil von 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht. Über 200.000 Menschen sind in diesem Bereich beschäftigt. Der Sektor der spanischen Wasserversorgung und Abwasserklärung trägt einen nicht unerheblichen Anteil dazu bei. Jährlich werden hier etwa 2,7 Mrd. Euro fakturiert und 41.000 Menschen finden in diesem Bereich Arbeit. Insgesamt waren 2005 laut dem INE mehr als 800 Unternehmen in dieser Branche tätig.
Vor diesem Hintergrund präsentiert die Deutsche Handelskammer für Spanien (AHK Spanien) die
SMAGUA 2010, Spaniens Leitmesse für Wasser- und Bewässerungstechnologien, die vom 2. bis 5. März 2010 in der 19. Edition am Messeplatz Zaragoza abgehalten wird. Zusammen mit der SMAGUA findet gleichzeitig die 9. Ausgabe des Umweltsalons (Salón de Medio Ambiente) statt.
Als Handelsplattform für Technologien und Lösungen für ein ganzheitliches Wassermanagement bietet die Messe ein umfassendes Spektrum, das alle Aspekte des Wasserkreislaufs abdeckt. SMAGUA präsentiert einem breiten Fachpublikum Neuigkeiten aus den Bereichen Wassergewinnung und –verteilung, -behandlung und –aufbereitung, Bewässerungstechnologien, sonstige Ausrüstungen sowie Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen.
Die letzte Auflage im Jahr 2008 konnte die Position der SMAGUA als internationales Technologieschaufenster für den Wassersektor eindrucksvoll konsolidieren und erzielte ein Rekordergebnis: Auf einer Fläche von 80.238 m2 präsentierten sich an vier Tagen in neun Messehallen insgesamt 1.725 nationale und internationale Aussteller aller Bereiche der Wasserwirtschaft einem Publikum von 35.112 Fachbesuchern aus 64 Ländern. Auch 2010 verspricht die SMAGUA dank ihrer starken Innovationskraft und ihrer Rolle als Impulsgeber wieder die Referenz- und Pflichtveranstaltung der europäischen Wasserbranche zu werden.
Als offizieller Partner der Messegesellschaft Zaragoza steht die Deutsche Handelskammer für Spanien deutschen Unternehmen bei der operativen Abwicklung mit der Messegesellschaft und der Organisation ihres Messeauftrittes zur Verfügung.
Weitere Informationen zur SMAGUA 2010, die vom 2. bis 5. März in Zaragoza stattfindet, erhalten interessierte Unternehmen unter:
Simone Schlussas
Projektleiterin Markt- und Absatzberatung
Deutsche Handelskammer für Spanien
Avda. Pío XII, 26-28 | E-28016 Madrid | Spanien
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