Betrachtet man die Anlagentechnik eines Gebäudes, gibt es zwei Ansatzpunkte für eine Betriebskostenreduzierung: Zum Einen die Optimierung der Steuerungs- und Regelungsfunktionen von Teilanlagen, zum Anderen die system- und somit auch herstellerübergreifende Optimierung der Gesamtanlage. Ein typisches Beispiel für eine solche Systemintegration wird im folgenden Praxisbericht vorgestellt.
In Supermärkten, in denen nicht nur Systeme für Heizung und Lüftung, sondern auch zur Kälteerzeugung eingesetzt werden, - inklusive Gefriertruhen und Kühlregale - findet man aus unterschiedlichsten Teilsystemen bestehende Anlagen. Diese Teilsysteme sind meist Insellösungen, die Kommunikationsschnittstellen anbieten, aber keinen einheitlichen Standard unterstützen. Typische systemübergreifende Optimierungsfunktionen wie zum Beispiel zentrale Zeitprogramme oder einfache Sollwert-Weiterleitungen von einem Teilsystem zum anderen sind einfache, aber sehr wirkungsvolle Maßnahmen, um Kosten zu reduzieren und Energie zu sparen. Auch eine systemübergreifende Messdatenerfassung ist ein unverzichtbares Werkzeug für die Verbrauchsoptimierung einer Anlage. Mit CentraLine
AX kann eine solche Gesamtsystemintegration realisiert werden. Die Integrationsplattform HAWK tritt dabei als „multilingualer“ Übersetzer mit einer Vielzahl zusätzlicher Funktionen auf.
Kosten erkennen
Um die Betriebskosten zu reduzieren gilt es zu erkennen, wo der Großteil der Kosten anfällt und welche dieser Kosten durch eine system- und herstellerübergreifende Vernetzung reduziert werden können. Die systemübergreifende Messdatenerfassung und Auswertung ist ein wesentliches Element der Betriebskostenanalyse und anschließenden Energiemanagement-Maßnahmen.
Wesentliche Kostenfaktoren sind die Betriebskosten sowie Inbetriebnahme-, Wartungs- und Servicekosten. Letztere sind wesentlich vom Faktor Arbeitszeit inklusive Anreise abhängig. Verfügt die Anlagentechnik über die Möglichkeit eines Fernzugriffes, können diese Kosten enorm reduziert werden. Funktionen von der Programmierung bis hin zur Kommissionierung sind dadurch realisierbar. Wartungsaufträge werden automatisch ausgelöst und via E-Mail oder SMS an die Wartungsfirma weitergeleitet. Der zentrale Fernzugriff auf Systeme unterschiedlicher Hersteller eröffnet völlig neue Wartungs- und Serviceoptionen für alle Beteiligten.
Das ‚Gehirn des Gebäudes’: CentraLineAX:
Die verschiedenen Systeme innerhalb eines Gebäudes arbeiten häufig mit unterschiedlichen Kommunikationsprotokollen: Heizung und Lüftung mit BACnet, Einzelraumregelung mit LON, Kälteerzeugung mit ModBus, Zähler mit M-Bus, um nur die gängigsten Beispiele zu nennen. CentraLineAX ist in der Lage, die verschiedenen Protokolle mit einem einzigen Programmierwerkzeug zu integrieren. Werden Integrationsprobleme heute noch typischerweise über Gateways gelöst, kann eine einzige Hardware von CentraLineAX mehrere Gateways ersetzen und zusätzlich noch zentrale Funktionen wie Messwertaufnahme und Speicherung, Alarmhandling sowie grafische Bedienerschnittstelle für den Nutzer übernehmen.
(1) Das „Gehirn des Gebäudes“: CentraLineAX umfasst die Integrationsplattform HAWK, die optionale Bedienzentrale ARENAAX für Netzwerkinstallationen und die Konfigurationssoftware CoachAX.
Wie funktioniert das? Die Integrationsplattform HAWK fungiert als dezentraler Informationsknotenpunkt und liest Informationen aus unterschiedlichen Subsystemen, welche verschiedene Protokolle zur Kommunikation nutzen, über Treiber ein. CentraLineAX unterstützt bereits viele Protokolle von Haus aus (LON, BACnet, EIB/KNX, ModBus, M-Bus, OPC uvm.). Für kundenspezifische Protokolle können eigene Treiber implementiert werden. Unabhängig vom Subsystem stehen so alle Informationen im HAWK zur Weiterverarbeitung zur Verfügung. Die Knotenpunkte (HAWKs) können nun miteinander vernetzt und auf die „Zentrale“ ARENAAX aufgeschaltet werden. Jeder Knotenpunkt verfügt für sich bereits über Funktionen, die einen direkten Webzugriff und somit Fernwartungsszenarien ermöglichen. Bis hin zur Kommissionierung eines LON-Netzwerkes kann alles via Fernzugriff erfolgen. Messdatenaufzeichnungen, Alarmweiterleitungen per SMS bzw. E-Mail und vieles mehr unterstützt der HAWK von Haus aus.
(2) Das Problem (links) und die Lösung (rechts) mit CentraLineAX
Die zentrale Datenarchivierung (MSSQL, MvSQL, Oracle usw.) in einer Datenbank wird von ARENAAX übernommen. Sowohl HAWK als auch ARENAAX bieten Schnittstellen zu Energiemanagement-Systemen an.
Fallbeispiel
Eine große norwegische Einzelhandelskette hat in über 50 Märkten, die neu in das Unternehmen eingegliedert wurden, CentraLineAX erfolgreich eingeführt. Die nötigen Umbaumaßnahmen für die Einbindung der neuen Märkte in dieses System sollten auch für eine Reihe von Effizienz verbessernden Funktionserweiterungen genutzt werden.
In Supermärkten liegt ein Teil des Kapitals quasi im Kühlregal und es gilt, dieses Kapital so gut wie nur möglich zu schützen. Deshalb werden Systemalarme der Kühlgeräte an ein zentrales Service-Unternehmen weitergeleitet und dort ausgewertet. Dieses bestehende Alarmsystem sollte nun in das neue System integriert werden. Die gesamten Anforderungen des Betreibers an die Einführung von CentraLineAX waren:
- Integration der neuen Märkte in das bestehende Alarmsystem unter maximaler Nutzung bestehender Installationen zur Gewährleistung der Betriebssicherheit.
- System- und herstellerübergreifende Messdatenaufzeichnung (Temperaturen, Energieverbräuche, Stellsignale etc.) für Betriebskostenanalysen und Benchmark zur Betriebskostenminimierung.
- Maximale Service-Abdeckung über Fernzugriff, um Servicekosten zu minimieren. Fernkostenzugriff ist ein Schlüssel zur Effizienz. Wenn man die Zahl der eingebundenen Niederlassungen und ihre Entfernung zueinander betrachtet, wird deutlich, dass durch Fernzugriff Reisekosten in enormer Höhe eingespart werden können. Ein weiterer Vorteil eines Fernzugriffes ist, dass man nur noch einen Experten benötigt, der das System beobachtet und im Notfall entsprechende Aktionen auslöst. Automatische Benachrichtigungen an die entsprechenden Ansprechpartner via SMS und E-Mail sind im System enthaltene Standardfunktionen. Für die Servicefirma ist ein Zugriff auf die Parameter über Internet nicht nur komfortabel sondern auch kostengünstig. Das System sollte also auch für diese Serviceaufgaben genutzt werden können.
- Realisation von unterschiedlichen Zugriffsebenen für verschiedene Nutzer (Eigentümer, Hausmeister, Techniker etc.).
Die Betreiber der Supermärkte können mit einem üblichen Browser die technischen Systeme ihrer Märkte (Kühl- und Tiefkühlgeräte, Heizung/Lüftung, Energieverbrauch, Lichtsteuerung etc.) einsehen und beeinflussen. Natürlich möchte auch die Zentrale Zugriff auf alle Märkte haben, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Daher sollten sowohl technische als auch vereinfachte Nutzerebenen zur Verfügung stehen.
- Minimale Installationskosten
- Netzwerksicherheit. Neueste Sicherheitsstandards müssen unterstützt werden.
An das System ergeben sich somit folgende technische Anforderungen:
| Anforderung des Betreibers | Technische Anforderung |
| Integration in ein bestehendes Alarmsystem | Entwicklung eines herstellerspezifischen Treibers zur Einbindung in das bestehende Alarmsystem |
| System- und herstellerübergreifende Messdatenaufzeichnung, offen für zukünftige Erweiterungen. | Erweiterbare, flexible Integrationsplattform, welche Funktionen zur Messdatenarchivierung anbietet und verschiedene Standards wie BACnet, ModBus, LON, M-Bus, EIB etc. unterstützt, aber auch zusätzliche Treiberentwicklungen zulässt. |
| Fernzugriff | Internetfähigkeit.
Zugriff auf Applikationen, Datenpunkte, Parameter, Zeitprogramme etc. in Subsystemen. |
| Unterschiedliche Zugriffsebenen | Unterstützung einer großen Anzahl frei definierbarer Nutzerebenen mit unterschiedlichen Bedienoberflächen und Funktionskomplexität. |
| Minimale Installationskosten | - Ein zentraler Kommunikationsknoten (M2M, Enterprise), somit minimaler Hardware-Aufwand
- Fernzugriff, um wesentliche Inbetriebnahme-Funktionen wie Programmierung und Kommissionierung zu unterstützen
- Einrichtung sowie Inbetriebnahme sind online und offline möglich
- Ein Softwaretool für das gesamte System vom Integrationslevel bis zur Grafik
- Komfortable und effiziente Einrichtung von der Integrationsebene bis zur Visualisierung
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| Netzwerksicherheit | Das System muss Internetstandards wie https unterstützen und sich somit in eine typische IT-Infrastruktur einbinden lassen. |
Die Lösung
(3) Ein Überblick über ein CentraLineAX - Integrationsprojekt in Norwegen
- Unternehmenszentrale, Oslo
- Service-Betriebe (zentrale Alarmerfassung und -weiterleitung, Fernwartung und –engineering, um Servicekosten zu minimieren (auch Fernkommissionierung von LON), Fernzugriff für Servicefirmen
Grafik: Ronny Scherf, CentraLine
Der norwegische CentraLine Partner stattete die ausgewählten Supermärkte mit der Integrationsplattform CentraLineAX aus, die alle an sie gestellten Herausforderungen und Ziele erfüllen konnte. CentraLineAX erweiterte die bestehende Anlage nach Vorgabe und erstellte Visualisierungen, die den Browserzugriff auf ein System für Fernüberwachungszwecke ermöglichen, Alarme aus verschiedenen Systemen an das zentrale Serviceunternehmen weiterleiten sowie die zentrale Messdatenerfassung aller wichtigen Informationen unterstützen. Sowohl der Marktbetreiber als auch die Zentrale sowie der Servicepartner haben „spezifischen“ online-Zugriff auf alle für sie relevanten Daten und können so schnell und kostengünstig auf jede auftretende Situation reagieren. Die Vernetzung der einzelnen Märkte ist ein ideales Integrations- und exzellentes Anwendungsbeispiel für CentraLineAX.
Die Umsetzung sieht in den einzelnen Märkten wie folgt aus:
(4) Die Struktur in den einzelnen Niederlassungen
- PC mit Internetbrowser im Markt
- Systemeigenes Alarmprotokoll
- Alarm-Weiterleitungssystem
- systemeigener BUS
| - Energieverbrauchsmessgeräte
- Temperaturen der Kühltruhen, Lichtsteuerung, Lüftungsregelung etc.
- Steuer- und Regelgeräte für Gefrier- und Kühltruhen
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Grafik: Ronny Scherf, CentraLine
CentraLineAX ermöglichte durch seine Integrationsplattform HAWK eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Systemsprachen und vereinfachte so die Überwachung der einzelnen Komponenten sowie Service und Wartung. Neben den möglichen hohen Energieeinspar-möglichkeiten können durch den Fernzugriff zusätzlich 40% der bisherigen Reisekosten eingespart werden, was sich besonders in der Inbetriebnahme bemerkbar macht. Der Einbau von CentraLineAX lohnte sich also doppelt und kann als Vorbild für andere Integrationsprojekte dienen.
Autoren:
Ronny Scherf
Product Manager
CentraLine c/o Honeywell GmbH | Simone Setka
Senior PR Beraterin
RA&P Marketingkommunikation |