„(R)Evolution im Heizungskeller“ – so lautete der Titel des ersten ASUE-Effizienzdialoges, den die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. am 4. März im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin veranstaltete.
Die mehr als 120 Teilnehmer – vorwiegend Abgeordnete des deutschen Bundestags sowie Vertreter von Ministerien und der Wirtschaft – erörterten dabei die Möglichkeiten der dezentralen Stromerzeugung durch Kleinkraftwerke hinsichtlich der aktuellen Klimaschutzziele der Bundesregierung und der Erhöhung des Anteils von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) an der Stromversorgung. Ziel der Veranstaltung war es, die Debatte über klimaverträgliche und äußerst effiziente Energieversorgungssysteme in Deutschland zu intensivieren – sowohl unter politischen und rechtlichen als auch technischen Gesichtspunkten. Ausgangspunkt der Diskussion war die Kürzung von Förderprogrammen insbesondere bei energetischen Sanierungsvorhaben. ASUE-Präsident Andreas Prohl hält dies für problematisch: „Mit dem Stopp des Klimaschutz-Impulsprogramms kappt die Bundesregierung die aktuelle Geräte-Nachfrage und riskiert damit auch ihr eigenes Ziel, bis 2020 den KWK-Stromanteil auf 25 % zu verdoppeln.“ Er empfiehlt statt dessen die Fortführung des Mini-KWK-Förderprogramms im früheren Umfang, um weitere Impulse für Investitionen in den Klimaschutz, die Entwicklung neuer Gerätelinien sowie für Arbeitsplätze zu geben.
Vor der Kürzung hatten Bauherren die Förderangebote der Bundesregierung für Mikro- und Mini-KWK-Anlagen sehr gut angenommen. „Seit Herbst 2008 wurden 10.200 Förderanträge gestellt und gut 7.000 Mini-KWK-Anlagen sind seitdem in Betrieb gegangen. Der Markt hat auf diese Rahmenbedingungen schnell reagiert und die Modellvielfalt nahezu verdoppelt“, so der ASUE-Präsident. Er sieht nach der Kürzung der Förderung aber die Gefahr, dass ehrgeizige Klimaschutzziele wie die Erhöhung des Stromanteils aus der umweltschonenden KWK unter die Räder geraten: „Neue Anträge auf Förderung treffen nun kaum noch ein. Ohne finanzielle Anreize wird die Nachfrage weiter zusammenbrechen und diesen Pfad der effizienten Energienutzung blockieren. Für die Entwicklung neuer Gerätelinien kann das das Aus bedeuten, denn der Markt ist auf verlässliche, konsistente Rahmenbedingungen angewiesen.“
Die ASUE fordert die Fortführung des Klimaschutz-Impulsprogramms im früheren Umfang, um weitere Impulse für Investitionen in den Klimaschutz sowie für Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk und bei Energiedienstleistern zu geben. Außerdem würde sonst die Chance vertan, die alten Heizungen, die in den nächsten Jahren modernisiert werden müssen, durch eine der derzeit effizientesten und umweltschonendsten Technologien überhaupt zu ersetzen. Denn Mini-KWK-Anlagen erzeugen neben Wärme für Heizung und Warmwasser auch elektrischen Strom, wobei sich durch die verbrauchsnahe Bereitstellung der Nutzenergien die Übertragungsverluste auf ein Minimum reduzieren. Zudem arbeiten diese Systeme mit einem hohen Wirkungsgrad und emittieren im Vergleich zur getrennten Bereitstellung von Wärme und Strom bis zu 40 Prozent weniger Kohlendioxid. Da nicht im Haus benötigter Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, lassen sich bei intelligenter Verknüpfung der Einzelanlagen virtuelle Großkraftwerke realisieren. Bei Einsatz von Bioerdgas als Brennstoff können diese Strom erzeugenden Heizungen auf einfache Weise auch mit regenerativ erzeugter Energie betrieben werden.
Die Förderangebote der Bundesregierung für Mikro- und Mini-KWK-Anlagen und die CO2-Gebäudesanierung sind im vergangenen Jahr von den Bauherren sehr gut angenommen worden – nun gefährden gekürzte Förderprogramme insbesondere im privaten Gebäudebereich energetische Sanierungsvorhaben. Ehrgeizige Klimaschutzziele wie die Erhöhung des Stromanteils aus der umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) geraten in der Debatte über Fördermittel unter die Räder.
Innovative Klimaschutztechnologien und die Förderpolitik der Bundesregierung bestimmten den spannenden ASUE-Effizienzdialog „(R)Evolution im Heizungskeller - Dezentrale Wärme- und Stromerzeugung für jedermann“ mit den fachpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen sowie gut 120 Gästen aus Politik, Ministerien, Verbänden und der Energiewirtschaft. Parallel zu dem im Bundestag beratenden Haushaltsauschuss wurde in einem hochkarätig besetzten Podium über die notwendigen Impulse zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele im Wärme- und Strommarkt diskutiert.
„In den nächsten Jahren müssten von 17,8 Millionen fast 5 Millionen Heizungen allein im Ein-Familienhausbereich modernisiert werden. Das sind mittelfristig Investitionen in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro, hinzu kommt noch die Erneuerung von Anlagen in Mehrfamilienhäusern“, so Andreas Prohl, Präsident der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. Die Dimension des Modernisierungspotenzials machen allein die knapp 80 % der gegenwärtigen Heizungsanlagen, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.
Durch den Einsatz moderner Technologien ist eine Reduzierung von jährlich über 10 Millionen Tonnen CO
2 möglich. „Hier eröffnet sich die Chance, mit „Strom erzeugenden Heizungen“ nicht nur Wärme, sondern auch Strom dezentral im eigenen Haus zu produzieren. Damit ist zugleich eine energiepolitische Vision verbunden“, so Andreas Prohl, „viele dezentrale KWK-Anlagen lassen sich zukünftig mithilfe neuer, intelligenter Stromnetze zu virtuellen Kraftwerken zusammenschalten. Das ist eine Herausforderung für die heutige Stromversorgungsinfrastruktur.“
Mit einem Stopp des Mini-KWK-Förderprogramms kappt die Bundesregierung die aktuelle Mini-KWK-Nachfrage und riskiert damit auch ihr eigenes Ziel, bis 2020 den KWK-Stromanteil auf 25 % zu verdoppeln. Seit Herbst 2008 wurden 10.200 Förderanträgen gestellt, und gut 7.000 Mini-KWK-Anlagen sind seitdem in Betrieb gegangen. Der Markt hat auf diese Rahmenbedingungen schnell reagiert, die Modellvielfalt insbesondere durch neue Hersteller hat sich nahezu verdoppelt. Neue Anträge treffen nun aber kaum noch ein – der Faden ist gerissen. „Ohne finanzielle Anreize werden Nachfrage und Angebot zusammenbrechen und dieser Pfad der effizienten Energienutzung blockiert werden. Für die Entwicklung neuer Gerätelinien kann das das Aus bedeuten, denn der Markt ist auf verlässliche, konsistente Rahmenbedingungen angewiesen“, erläutert der ASUE-Präsident.
Dass es ehrgeizig ist, bis 2020 den KWK-Stromanteil auf 25 % zu erhöhen, sieht auch Dr. Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-CSU-Bundestagsfraktion. „Aber mit innovativen Dienstleistungen ist das Ziel erreichbar und trotz knapper Finanzmittel sind gerade bei neuen, innovativen Technologien in der Anfangsphase kontinuierliche Rahmen-bedingungen nötig“, so Pfeiffer. Einen Schritt weiter geht Dirk Becker, SPD, Mitglied des Bundestagsumweltausschusses, wenn er sagt: „Für politisch gewollte Technologien wie die KWK - und insbesondere die kleine KWK – muss das Mini-KWK-Förderprogramm in voller Höhe weitergeführt werden. Ohne Förderung wird es nämlich schiefgehen.“
Die ASUE unterstützt die Forderung nach Weiterführung des Mini-KWK-Förderprogramms ganz entschieden, weil es ein Impuls für Investitionen in den Klimaschutz sowie für Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk sowie bei Energiedienstleistern in der Region ist.