Die Gemeinde Sankt Michaelisdonn in Dithmarschen, Deutschlands ältester
Landkreis, erklärt ihre Unabhängigkeit. Schon heute produzieren Erneuerbare-Energien-Anlagen vor Ort viermal mehr Strom als die Einwohner verbrauchen. 14 Windenergieanlagen erzeugen 80 Prozent des Stroms in der 3.650-Einwohner-Gemeinde. Darüber hinaus gibt es im Ort eine Biogasanlage und eine neun Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage.
80% des Stromes der Gemeinde wird durch die Windanlagen produziert. Foto: Agentur für Erneuerbare Energien „Deutschland ist im hohen Maße abhängig von Öl, Gas, Kohle und Uran. Jedes
Land sollte die Ressourcen nutzen, die es hat. Wir nutzen die Sonne, den Wind
und die Bioenergie für die Energieproduktion“, so Bürgermeister Volker
Nielsen. Der ehrenamtliche Bürgermeister und die Bewohner seiner Gemeinde
wollen in den kommenden 30 Jahren die komplette Energieversorgung, also
auch die Wärme- und Kraftstoffversorgung, auf regenerative Energien
umstellen. Vom Ausbau der Erneuerbaren Energien erhofft sich Nielsen einen
wirtschaftlichen Aufschwung für die Region: „Wir wollen mit den Erneuerbaren
Energien einen geschlossenen Kreislauf bilden und so die regionale
Wertschöpfung in der Region erhöhen. Von der Produktion, über den Handel bis
zum Endverbrauch soll alles in den Händen der Bürger hier vor Ort liegen“, so
der Bürgermeister.
In Zukunft will die Gemeinde Sankt Michaelisdonn als lokaler Energieerzeuger
auch den Vertrieb des Stroms wieder in die kommunale Hand nehmen. Dazu
beabsichtigt die Gemeinde im Jahr 2011 das Stromnetz vom Netzbetreiber E.on
Hanse zurückzukaufen. Mit dem Rückkauf des Netzes soll den Bürgern
langfristig ein faires und stabiles Preisniveau angeboten und eine nachhaltige
Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien sichergestellt werden. „Die
großen Netzbetreiber sind als Aktiengesellschaft ihren Aktionären verpflichtet.
Das bedeutet, dass über den jetzigen Netzbetrieb sehr viel Kaufkraft aus der
Region abfließt. Bei einem kommunalen Gemeindewerk bleiben die Gewinne zu
100 Prozent in der Region“, erklärt Nielsen.