Rund 230 Teilnehmer aus ganz Deutschland folgten der Einladung von Roth Industries am 5. Mai 2010 zum Forum Wirtschaft und Wissenschaft im Roth Atrium mit dem Leitthema „Mittelstand und effiziente Energietechnik mit erneuerbaren Energien“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die zukunftsweisenden Lösungskonzepte für die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden. Die Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg war in bewährter Weise Mitveranstalter.
Das Roth Forum 2010 zeigte Lösungen für die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden. Foto: Roth
Geschäftsführender Gesellschafter Manfred Roth erklärte nach Begrüßung und Firmenvorstellung die Grundlagen des Erfolgskonzeptes Roth Energietechnik:
- „Roth Unternehmensgrundsätze bedingen ökologische und ökonomische Lösungen
- Roth Kompetenz in den Themenfeldern Energie, Wasser, Kunststoffe
- vernetzte Roth Gesamt-Energiesysteme: Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie und Wasser
- mittelstandsgeprägter Leistungsverbund: Roth mit Handel, Handwerk, Planern und Architekten
- langfristige Rahmenbedingungen aufgrund politischer Ziele und Auflagen bezüglich Energie- und CO2-Einsparung und großem Renovierungsstau des Gebäude- und Heiztechnik-Bestandes.“
Die Veranstaltung teilte sich in drei Kernthemen. Zu Beginn standen politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Fokus.
Energieeffizient sanierte Häuser als Grundlage zukunftsweisender Energiepolitik
Der Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude Thomas Kwapich, Deutsche Energie-Agentur (dena) erläuterte die Energieeffizienzstrategien der Bundesregierung und Ansätze zum Abbau von Marktbarrieren. Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesindustrieverbandes Deutschland, Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. (BDH) stellte die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die moderne Heiztechnik dar.
Weiterführend widmete sich Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. den Herausforderungen und Chancen des wachsenden Marktes für Flächenheizungen und Flächenkühlungen in bestehenden Gebäuden. Inga Schauer, KfW-Bankengruppe rundete den ersten Teil mit der Vorstellung der KfW-Förderprogramme, ihren Bedeutungen und Perspektiven, ab.
Der zweite Teil des Forums Wirtschaft und Wissenschaft widmete sich der Untersuchung konkreter Produktlösungen.
Integrierte Heiz- und Kühlsysteme als Ausgangspunkt energetischer Sanierung
Dr. Christoph Trinkl von der Fachhochschule Ingolstadt legte mit seinem Referat die Effizienz von zukunftsweisenden Solar-Wärmepumpen dar.
Die stellvertretende Geschäftsführerin Roth Industries, Christin Roth-Jäger präsentierte zunächst das Konzept der Roth Öko-Energietechnik anhand des Öko-Energiekreislaufs. Die Energieerzeugung wird über Energiespeicher mit der Energieverteilung effizient vernetzt. Als regenerative Energieerzeuger kommen bei Roth Solar und Wärmepumpen bzw. Solargeo Energiesysteme mit 33 Prozent Effizienzsteigerung zum Einsatz. Als Energieverteilung bei der Niedertemperaturanwendung bieten sich insbesondere die Flächen-Heiz- und Kühlsysteme an.
Christin Roth-Jäger stellte Lösungen und neue Perspektiven für die energetische Sanierung mit den raumflächenintegrierten Roth ClimaComfort Heiz- und Kühlsystemen vor. Sie veranschaulichte: „Aus der rückläufigen Neubauentwicklung, den verschärften EnEV-Anforderungen sowie anspruchsvolleren Nutzerbedürfnissen an Wohlfühlräume lässt sich für die Zukunft ein erhöhter Bedarf an Flächen-Heiz- und Kühlsystemen für die Modernisierung ableiten. Das ClimaComfort Panelsystem für Boden, Wand und Decke ist unsere jüngste Erfindung im Bereich der Flächen-Heiz- und Kühlsysteme. Es erfüllt die bauphysikalischen Anforderungen bei der Modernisierung bestehender Gebäude und lässt sich sozusagen im Rahmen einer sanften Modernisierung bei Bedarf „Raum für Raum“ installieren.“
Der Aufgabenstellung der Behaglichkeit und der bauphysikalischen Bewertung von Heiz- und Kühlflächen an Wänden widmete sich Dipl.-Ing. Horst Stiegel, Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP). Die positiven Auswirkungen auf die Behaglichkeit durch den Einsatz des Roth ClimaComfort Panelsystems wurden durch eine Studie des Fraunhofer Instituts belegt. Es erfüllt die bauphysikalischen Anforderungen für die Modernisierung bestehender Gebäude. Dr. Thomas Laux, Sauter AG berichtete in seinem Vortrag über energieeffiziente Einzelraumregelung von schnell reagierenden Heiz- und Kühlflächen.
Professor Dr. Stefan Dierkes und Fabian Kaufmann, Philipps-Universität Marburg stellten ihre Wirtschaftlichkeitsanalyse energetischer Modernisierungsmaßnahmen dar. Untersucht wurden Modernisierungsmaßnahmen mit unterschiedlichen Sanierungsbausteinen aus Energieerzeugern, Energieverteilsystemen und Dämmmaßnahmen. Zu den Energieerzeugern zählen Gasthermen, Wärmepumpen und Roth Solargeo Energiesysteme. Die Energieverteilsysteme beurteilen Radiatoren und das Roth ClimaComfort Panelsystem. Die Dämmmaßnahmen betreffen Außendämmung und Innendämmung mittels Roth ClimaComfort Panelsystem. Als wirtschaftlichste Lösung stellen sich die Kombination der Roth Solargeo Energiesysteme mit dem Roth ClimaComfort Panelsystem mit integrierter Innendämmung heraus.
Der dritte Teil des Roth Forums widmete sich den Rahmenbedingungen energieeffizienter Sanierungsmaßnahmen.
Energieeffizienz im Blickpunkt mittelständischer Wohnungswirtschaft
Dr. Rudolf Ridinger, Verbandsdirektor der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e. V. stellte die Erfahrungen der Wohnungswirtschaft im Zusammenhang mit energieeffizienten Sanierungen vor.
Die energetische Sanierung aus Mietersicht war Schwerpunkt der Präsentation von Norbert Eisenschmid, Deutscher Mieterbund e. V.
Professor Dr. Markus Artz, Universität Bielefeld zeigte die Instrumente des Mietrechtes, bei denen es um den Sachverhalt der energetischen Wohnraumsanierung ging.
Abschließend bestätigte Professor Dr. Michael Lingenfelder, zweiter Sprecher der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg das Potenzial bestehender Gebäude. Mit den anstehenden Herausforderungen und Lösungsansätzen für ein erfolgreiches Marketing für erneuerbare Energien schloss er seine Rede.
Die Gäste waren zur Diskussion eingeladen. Zum Schluss bot Roth Ausstellungs- und Betriebsbesichtigungen an.