Heizen, Kühlen, Lüften, Rückgewinnen präsentieren sich als perfektes Viergespann. Luft ist ein noch wichtigeres Lebensmittel als Wasser. Man ist schneller erstickt als verdurstet. Aber auch die Luft muss gesund sein. Mehr saubere Luft bedeutet mehr Lebensqualität. Stickige Atmosphäre ist belastet durch Feuchte, Gerüche von Menschen, Tieren, Rauchern, durch Feinstaub, mikrobiologische Partikel und flüchtige Stoffe. Sie enthält dann zu wenig frischen Sauerstoff.
Informationen, Interviews, Berichte und Fachbeiträge rund um die Wärmeerzeugung und -verteilung. Heizen mit konventionellen und alternativen Energieträgern. Über all dieses informiert das neue Heizungsjournal. Bild: Heizungsjournal GmbH
Schlechtes Innenraumklima führt zu Unwohlsein, Mattigkeit, Missmut, Allergien, Übertragung von Keimen und beeinträchtigt die Arbeitsproduktivität. Hygiene, Gesundheit und Komfort im pulsierenden Leben sind zu fordern.
Je dichter und EnEV-gerechter wärmegedämmte Gebäude sind, desto wichtiger wird ein verbesserter Luftwechsel. Moderne Wohngebäude benötigen einen bauphysikalisch notwendigen 0,5-fachen Mindestluftwechsel, um alle 2 Stunden das gesamte Luftvolumen des Bauwerks einmal auszutauschen. Traditionelle Fensterlüftung kann immer nur eine Zufallslüftung sein, bei der entweder zu viel oder zu wenig gelüftet und Energie vergeudet wird. Ein definierter und kontrollierter Luftaustausch ist damit nicht möglich. Zufallskomponenten, Wetter, Temperatur, Tageszeit verändern Raumluftqualität Raumluftqualität und Energieverbrauch. Zugerscheinungen und Fußkälte bleiben unvermeidliche Nebenerscheinungen. Der Einfluss des Raumnutzerverhaltens auf Lüftung und Energieverbrauch ist bei Fensterlüftung nicht dauerhaft exakt regelbar. Sinnvoll geplante Wohnungslüftungssysteme arbeiten kontinuierlich und senken die CO
2-Konzentration innerhalb der Wohnräume auf 0,1 Volumenprozente als ständig eingehaltenen Sollwert. Der normale Bewohner empfindet dies als „gute Luft“.
Für „Drei-Liter-Häuser“ oder Passivhäuser ist eine kontrollierte Wohnungslüftung zwingend erforderlich, um die Bausubstanz zu erhalten. Frühzeitige Einbindung von Wohnungslüftungssystemen ist bauphysikalisch und finanziell günstiger als spätere Umbaumaßnahmen zur Behebung eingetretener Bauschäden und Beseitigung von Schimmelpilz-Kolonien. Kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung kann den Heizenergiebedarf von Niedrigenergie bzw. Passivhäusern um mehr als die Hälfte reduzieren und durch Zuluftkühlung im Sommer auch in Verbindung mit Abluftwärmepumpen und Erdkollektoren die Raumluftqualität und -temperatur verbessern.
Mehr zu diesem spannenden Thema findet sich im ausführlichen Fachbeitrag zur kontrollierten Wohnungslüftung im aktuellen Heft des Heizungsjournals.
Weitere Inhalte im neuen Heft: Das „Marktanreizprogramm“ („M.“) hat selbst als Wort seinen Sinn verloren. Den Anreiz gibt es nicht mehr, das Programm war einmal. Der Markt, der steht zwar wörtlich noch ganz vorn, inhaltlich aber ganz hinten – und ist gewaltig angesäuert über den regierungsamtlichen Stopp des „M.“.
Die „Bundesregierung“ („B.“) fordert den nachhaltigen Umgang mit Energie – und stoppt das Marktanreizprogramm. Aber die „Industrie“ („I.“), die stoppt nicht(s) so schnell, sie hat immer wirtschaftlichere Solarsysteme im Angebot. Die sich rechnen, zeigt eine Vergleichsstudie.
Die „Photovoltaik“ („PV“) gehört auch zu den regenerativen Programmen, die von der „B.“ im „M.“ gestoppt wurden. Doch weil die „I.“ die Systeme u. a. in Form building integrateder Systeme zu „BIPV“s weiter entwickelt hat, wächst das „PV“-Marktsegment auch ohne „M.“ weiter.
Die „Umweltverträglichkeit“ von Pellets ist unbestritten, auch politisch. Trotz des Troubles um das „M.“ der „B.“. Aber Pelletsanlagen sind trotzdem zukunftssicher, sagt der „DEPV“, der entsprechende Verband. Und die „I.“ tritt mit entsprechender Technik den Beweis an.
Die „Kunst des Machbaren“ – ist auch so ein Schlagwort aus der Politik. Aber im Gegensatz zu dort wird sie hier, bei der Flächentemperierung, im positiven Wortsinne schon umgesetzt. Nämlich die Kunst, mehr zu machen und zu erreichen, als in den Normen und Regelwerken steht.
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