Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärmeversorgung auch im Gebäudebestand seit 1. Januar 2010 gesetzlich vorschreibt: Wird der zentrale Heizkessel ausgetauscht, müssen mindestens zehn Prozent des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Auf der Öl-Fachtagung am 22. Juli in Böblingen informierten Experten des Fachverbands SHK Baden-Württemberg sowie vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) und dem Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) über die Möglichkeiten, das Wärmegesetz zu erfüllen.
Fazit: Ölheizungsbesitzer können den geforderten erneuerbaren Anteil mit einer Kombination von Ölheizung und Solarthermieanlage oder mit Bioheizöl mit zehn Prozent Bioanteil sicherstellen. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. Die Industrie bietet geeignete Öl-Heizgeräte und Komponenten an. Und die Zahl der Mineralölhändler, die das erforderliche Bioheizöl in Baden-Württemberg anbieten, nimmt zu. Lieferanten können ab September 2010 unter
www.oelheizung.info/expertensuche recherchiert werden.
Mineralölhandel und SHK-Handwerker in Baden-Württemberg sollten jetzt ihre Öl-Kunden mit älteren Heizanlagen über das Wärmegesetz informieren und die beiden Erfüllungsmöglich-keiten erläutern.
Heizöl mit Bio - wie geht das?
"Grundsätzlich ist der Einsatz von Heizöl mit zehn Prozent Bioanteil in entsprechend modifizierten Ölheizungsanlagen möglich", betonte Susanne Seehack vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO). Sie stellte auf der Fachtagung die wichtigsten Erkenntnisse aus den Labor- und Feldtests vor, die IWO in den vergangenen fünf Jahren gemeinsam mit der Mineralölwirtschaft und der Heizungsindustrie durchgeführt hat. Es hat sich gezeigt, dass Innenkorrosionsschutzsysteme (IKS) für Stahltanks nicht für den Einsatz von Bioheizöl geeignet sind. Zudem können an einigen Komponenten einer Ölheizungsanlage, wie beispielsweise Tankarmaturen, Saugschläuchen und Ölleitungen, kleinere Anpassungen erforderlich sein, um einen störungsfreien Betrieb mit einem zehnprozentigen Bioheizöl zu gewährleisten.
An Öltank und Armaturen, Ölleitung sowie Ölgerät können kleinere Anpassungen erforderlich sein, um einen störungsfreien Betrieb mit Bioheizöl mit zehn Prozent Bioanteil zu gewährleisten. Bild: IWO
Empfehlungen für den Einsatz von Bioheizöl haben IWO und der SHK-Fachverband für Handwerker und Mineralölhändler in Baden-Württemberg in einem Infoblatt zusammengefasst.
Der Download des Infoblatts ist auch auf www.iwo.de in der Rubrik „Brennstoff“ / Heizöl EL A (Bioheizöl) / Geräteeignung und Verfügbarkeit möglich.