Wärme aus Duschabwasser spart Energie: Bäderland Hamburg GmbH testet die Pontos HeatCycle Technologie in einem Pilotprojekt. Seit Februar dieses Jahres kooperieren die Grauwasserrecycling-Experten der Pontos GmbH, eines Tochterunternehmens des Schwarzwälder Sanitärspezialisten Hansgrohe AG , mit dem Freizeitunternehmen Bäderland Hamburg GmbH. Das Interesse der Eigentümer und Betreiber von 26 Hallen- und Freizeitbädern im Hamburger Stadtgebiet wurde durch eine neue Technologie der Pontos-Experten geweckt.
Vor und nach dem Schwimmbadbesuch
steht das Duschen. Die im Duschabwasser anfallende Wärmeenergie möchten die Experten der Pontos GmbH mit dem Hamburger Badbetreiber Bäderland GmbH nun in einem gemeinsamen Pilotprojekt zurückgewinnen. Grafik: Hansgrohe
Die Pontos GmbH stellt mit Pontos AquaCycle Systeme für das Recycling von Dusch- und Badeabwasser, so genanntem Grauwasser, her. Die neueste Entwicklung der Abwasser-Experten lenkt den Fokus auf die Wärme des Duschund Badeabwassers, die bisher ungenutzt in der Kanalisation verschwand. Mit Pontos HeatCycle ist es nun möglich, diese thermische Energie ein zweites Mal für die Erwärmung von Trinkwasser nutzbar zu machen. Diese neue Technologie weckte das Interesse der Hamburger Bäderbetreiber, die nun in einem Pilotprojekt ausschließlich auf das Thema Wärmerückgewinnung setzen.
Erster Pontos HeatCycle als Pilotanlage im Hallenbad St. Pauli
„Wir haben im Jahr insgesamt fast fünf Millionen Besucher“, so Ingo Schütz von der Bäderland Hamburg GmbH. „Die Hamburger nutzen unsere Anlagen vielfältig - ob Babyschwimmen oder Mitternachtssauna, ob intensiver Leistungssport oder relaxtes Sonnenbad auf der Liegewiese. Da fällt auch eine Menge warmes Abwasser an. Im Projekt mit der Pontos GmbH wollen wir nun prüfen, wie wirtschaftlich es ist, diese Energie aus dem Grauwasser zurück zu gewinnen und wieder für die Vorerwärmung frischen Trinkwassers für den Zulauf der Schwimmbecken einzusetzen.“ Anfang Juni ging die Pontos HeatCycle Anlage mit Fernwirktechnik im Bäderland Hallenbad St. Pauli in Betrieb.
Ein Jahr lang wird nun getestet, inwieweit sich der Einsatz bezahlt macht. Die Pontos-Experten überwachen die Hamburger Anlage per Ferndiagnose aus dem badischen Offenburg. „Erste Ergebnisse zeigen eine tägliche Energierückgewinnung von 100 Kilowattstunden“, informiert Pontos Entwicklungsingenieur Marc Erhardt. „Eine besondere Herausforderung sind die hohen Spitzenzuläufe, wenn viele Menschen gleichzeitig duschen.“ Noch sind die Experten dabei, die Anlagentechnik zu optimieren. „Vor allem die Wintermonate werden interessant, in denen das Hallenbad die meisten Besucher verzeichnet“, schätzt Marc Erhardt.