Ölvorräte sind weitere 50 Jahre sicher, Branche ist voller Zuversicht . Sicherheit durch dezentrale Energieversorgung und Speicherung. Energiemix gehört die Zukunft.
Im ehemaligen E-Werk von Berlin traf sich die UNITI, der Verband der mittelständischen Mineralölwirtschaft, mit Experten aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Handel. Im Fokus stand die Frage, welche Rolle der Energieträger Heizöl im Wärmemarkt der Zukunft spielen wird. In 20 Vorträgen wurden die verschiedensten Themen rund um die Ölheizung beleuchtet. Natürlich war auch das Energiekonzept der Bundesregierung ein Thema. Man hat die Forderung nach mehr Effizienz begrüßt; natürlich die Rolle der dezentralen Energie-Erzeugung und -Speicherung hervorgehoben und positiv bewertet, dass die Politik nicht nur die Stromerzeugung, sondern auch den Wärmemarkt im Fokus hat. Die technologieoffene Diskussion und Förderung von Energiesparmaßnahmen ist ein Hauptanliegen der Branche. Die technische Sanierung von Gebäuden, die oft nur ca. 20.000,- € kostet, ist weitaus sinnvoller und amortisiert sich schneller als eine komplette Gebäudesanierung mit Wärmedämmung.
Der Bestand von 39 Millionen Wohnungen in Deutschland ist zum Großteil überaltert. 38 Millionen davon sind älter als 10 Jahre – über 50 % der Heizungen älter als 20 Jahre. Dass die Ölheizung effizient ist, zeigt sich daran, dass sich der Bestand an beheizten Wohnungen mit ca. 6 Millionen Ölheizungen kaum verändert hat, der Heizölabsatz sich aber halbiert hat. Dies ist auf bessere Gerätetechnik und natürlich auch auf bessere Wärmedämmung zurückzuführen.
Auf dem Kongress wurde deutlich, dass es aufgrund der wechselnden und unsteten Förderungen zu einem Investitionsstau gekommen ist. Die energiesparende und umweltschonende Brennwertheizung kommt noch nicht richtig zum Zuge und über 30 % der Ölheizungen sollten kurzfristig saniert werden. Dass die Ölheizung eine Zukunft hat, war für alle Beteiligten klar. Nicht nur, dass die Ölvorräte immer noch mehr als 50 Jahre halten, sondern auch die Tatsache, dass die dezentrale Energiebevorratung mit Heizöl ein wichtiger Beitrag zur Vorsorge ist.
Gerade die Kombination thermischer Solaranlagen mit der Ölheizung bringt Vorteile. Ohne hohe Leitungsinvestitionen ist das Heizöl aus dem Energiespeicher Heizöltank jederzeit abrufbar. Auch in der Diskussion um Energiespeicher kommt Heizöl sehr gut weg. Im Vergleich von 1.000 Liter Volumen können in einem Wasserwärmespeicher 90 kwh, in einem Stromspeicher mit Lithium-Ionen-Batterie 400 kwh, und in einem 1.000 Liter Öltank 10.680 kwh gespeichert werden.
Das Thema erneuerbare Energien wird in der Presse und Öffentlichkeit sehr stark diskutiert, allerdings liegt der Schwerpunkt auf dem Strom-Markt und weniger bei der Gebäudebeheizung. Hier kann Heizöl EL mit biogenen Anteilen von 5 bis 10 % einen entscheidenden Beitrag leisten. Aber immer wird ein Energiemix von Nöten sein, speziell bei dem größten Energieverbraucher – dem Wärmemarkt – der zurzeit mit 38 % am Energieverbrauch beteiligt ist. Allein die energetische Sanierung des Gebäudebestands kann den Gesamtbedarf an fossilen Energien in Deutschland um 12 % reduzieren.
Bei dem Thema biogene Zusätze im Heizöl EL waren sich alle einig, dass die jetzigen im Bestand befindlichen Anlagen für Bio 5 und Bio 10 tauglich sind. Auch Anlagenteile mit Buntmetallen oder NBR-Dichtungen dürften bis Bio 10 kein Problem darstellen. Die Zulassungen zum Beispiel für die Heizöltanks werden zurzeit in dieser Richtung überarbeitet- die alten Zulassungen decken Bio Heizöl nicht ab. Ein Grund mehr, bei der Ertüchtigung der Ölheizungsanlage auch auf moderne doppelwandige Kunststofftanks umzustellen. Meist kann man auch das Lagervolumen drastisch reduzieren und wertvollen Kellerraum sparen.
Für die Akzeptanz der modernen Ölheizung ist es wichtig, dass alle eingesetzten Geräte auf dem neuesten Stand sind, dass die Geräte effizient arbeiten und zum Beispiel die Ölanlage so ausgestattet ist, dass kein Ölgeruch im Haus wahrnehmbar ist. Dies ist gewährleistet bei Heizöltanks und Komponenten das Qualitätssiegel PROOFED BARRIER®. Hierauf hat Wolfgang Dehoust in seinem Vortrag „Innovationen in der Ölheizung“ besonders hingewiesen. Die gesamten Bestandteile der Ölheizungsanlage – vom Tank bis zum Brennerschlauch – sollten mit diesem Qualitätssiegel ausgestattet sein.
In einem abschließenden Diskurs ging Dr. Andres Dingler vom TÜV auf die Anforderungen aufgrund des neuen Wasserhaushaltgesetzes ein. Der Haustechnikdialog hat
hier bereits darüber. Die notwendigen Bundesverordnungen lassen noch einige Zeit auf sich warten (bis Ende 2011). Daraus ergibt sich das Problem, dass die Länderverordnungen weiterhin Gültigkeit haben und entsprechend viele verschiedene Anforderungen im Bundesgebiet herrschen.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Kongress umfassend über die Ölheizung berichtet und viele positive Aspekte für die Zukunft gezeigt hat. Er wird in dieser Form auch sicherlich nochmals wiederholt.