Wo Kranke und immungeschwächte Menschen versorgt werden, hat höchste Wasserqualität absolute Priorität. Doch auch im Krankenhaus bleibt die Sicherung der Wasserqualität eine Herausforderung für Planer, Installateure und Techniklieferanten. Vielfältig sind die Prozesse in solch einem Gebäudekomplex, bei denen Wasseraufbereitung eine kritische Rolle spielen. Dabei geht es um Trinkwasserhygiene, aber auch um Heiz-, Kühlwasser- und Klimakreisläufe, um Wasseraufbereitung für die Gastronomie und Therapiebecken sowie Dampferzeugung zum Beispiel für Sterilisatoren. Auf der ISH präsentierte Berkefeld Lösungen für alle wesentlichen Wassertechnikanwendungen im Krankenhaus.
Matthias Gade, Werksvertreter Schleswig Holstein bei VWS Deutschland GmbH, präsentierte auf der ISH 2011 die Berkefeld midiRO. Hier wird das enthärtete Trinkwasser über eine Umkehrosmoseanlage entsalzt. Die midiRO sorgt so für die erforderliche Wasserqualität zur Speisung von Sterilisatoren aber auch heizkesseln und Klimaanlagen. Sicherheit in der Trinkwasserhygiene
Im Trinkwasser befinden sich in sehr geringer Anzahl Legionellen. Besonders in der Warmwasserzirkulation herrschen geeignete Bedingungen zur Vermehrung. Dieses trifft besonders auch auf wenig durchströmte, schlecht isolierte Kaltwasserleitungen zu. Auch alte Systeme mit überdimensionierten oder außer Betrieb gesetzten Leitungen bieten einen Nährboden. Ist ein System befallen, ist eine aufwendige Grunddesinfektion erforderlich. Soll ein System vorbeugend geschützt werden, empfiehlt sich in den meisten Fällen der professionell geplante Einsatz einer chemischen Desinfektion. Dazu sind verschiedene Chlorprodukte zugelassen, wobei nach der Art der Herstellung unterschieden wird. Chlor, in verschiedenen Formen, wird dem Wasser mengenproportional zudosiert. Allerdings werden so genannte Biofilme, in denen Legionellen häufig leben, nur bedingt angegriffen. Chlordioxid hat hingegen eine dreifach höhere Wirkung gegen Legionellen. Es wirkt auch gegen Biofilme und tötet somit die dort eingenisteten Legionellen ab. Chlordioxid wird vor Ort durch ein Zwei-Komponenten Produkt oder eine Erzeugungsanlage wie die von Berkefeld präsentierte BerkeDES Chlordioxiderzeugung hergestellt. Das hiermit gefahrlos produzierte Chlordioxid wirkt nahezu geruchsfrei und geschmacksneutral.
Operationsbestecke erfordern Reinstwasser
Für das Speisewasser für Dampferzeuger zur Sterilisation etwa von Operationsbe-stecken gelten nach DIN EN 285 hohe Anforderungen. Insbesondere muss das Wasser entsalzt werden. Meist wird das enthärtete Trinkwasser über eine Umkehrosmoseanlage entsalzt. Die geforderten Grenzwerte werden bei praktisch jedem Rohwasser in Deutschland durch eine Aufbereitung mit einer zweistufigen Umkehrosmoseanlage erreicht. Hierbei wird das Permeat einer Umkehrosmoseanlage durch eine weitere weiter entsalzt. Dazu kommen Anlagen der Berkefeld RO-Reihe zum Einsatz, wie zum Beispiel die auf der ISH präsentierte midiRO.
Keimfrei baden: Wasser im Therapiebad
Therapiebäder spielen im Therapiekonzept vieler Krankenhäuser eine wichtige Rolle. Zur Definition der Anforderungen an das Schwimm- und Badebeckenwasser unter anderem speziell in Therapiebädern ist eine Neufassung der DIN 19643 in Vorberei-tung. Die Neufassung wird einzig Ultrafiltration als geeignetes Verfahren neben der bisher allein zulässigen Ozontechnik beinhalten. Dieses Membranverfahren kommt als höchst effiziente und gleichzeitig Platz sparende Alternative zu konventionellen Mehrschichtfiltern mit Ozonstufe in vielen Krankenhausprojekten für Neubauten und Sanierungen in Frage. Eingesetzt wird die Ultrafiltration zur Entfernung unter anderem von kolloidal gelösten Verunreinigungen. Die UFlex-Anlage von Berkefeld hat sich in Therapie- und Bewegungsbädern erfolgreich bewährt.