Die dichten Außenhüllen von Niedrigenergie- und Passivhäusern machen den Einbau technischer Anlagen zum kontrollierten Lüften der Räume erforderlich. Mit dem Fastflex Flachkanalsystem steht jetzt ein Luftverteilsystem zur Verfügung, das wie eine Fußbodenheizung im Deckenaufbau verlegt wird. Die Flachkanäle sind genau auf das Wohnungslüftungsgerät Vitovent 300 abgestimmt.
Wohnhäuser werden immer stärker wärmegedämmt. Im gleichen Maß geht der Heizenergiebedarf zurück. Welche Fortschritte hier in den letzten Jahren erzielt werden konnten, zeigt ein kurzer Rückblick: So liegt der Heizenergiebedarf eines vor 1984 errichteten Hauses bei durchschnittlich 250 kWh/m2a. Häuser, die nach den Vorgaben der Wärme-Schutz-Verordnung (WSchV) von 1984 gebaut wurden, kommen auf 160 kWh/m2a. Und die derzeit gültige Verordnung aus dem Jahr 1995 begrenzt den Energiebedarf auf ca. 90 kWh/m2a. Bei Niedrigenergiehäusern, die sich zunehmend als Standard im Neubaubereich durchsetzen, geht der Energiebedarf noch weiter zurück. Er liegt bei unter 70 kWh/m2a, was sieben Liter Heizöl oder sieben Kubikmeter Erdgas entspricht. Noch einen Schritt weiter geht man bei den Passivhäusern, die ganz nach dem Prinzip der Thermoskanne mit einer effektiven Dämmung und einer modernen Anlagetechnik möglichst viel der im Haus vorhandenen Wärme zurückhalten und im Gegenzug möglichst keine Kälte in das Gebäude hineinlassen.
Sowohl bei den Niedrigenergie- als auch den Passivhäusern sind die geringen Energieverbräuche neben einer guten Wärmedämmung auf eine luftdichte Außenhülle der Gebäude zurückzuführen. Verantwortlich sind dafür vor allem dicht schließende Fenster. Damit ist die natürliche Lüftung über Ritzen und Fugen passé, aber auch das eher zufällig stattfindende Lüften durch vollständiges Öffnen oder Kippen von Fenstern verträgt sich nicht mit dem Konzept des Niedrigenergiehauses.
Um den Lüftungswärmebedarf bei optimalem Luftaustausch möglichst gering zu halten, ist der Einbau technischer Anlagen zum kontrollierten Lüften der Räume notwendig. Ihre Aufgabe ist dabei nicht nur, über Wärmetauscher der nach außen abgeleiteten verbrauchten Luft die Wärme zu entziehen und damit die angesaugte Frischluft zu erwärmen. Mit Wohnungslüftungssystemen lässt sich zudem auch eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Räume und damit gleichzeitig das „Einstellen“ einer C02 Konzentration auf unter 0,1 Vol. Prozent erreichen, die von den Bewohnern als „frische Luft" empfunden wird.
Die mechanischen Lüftungssysteme helfen auch, Feuchteschäden in Niedrigenergiehäusern zu vermeiden. Denn in gut wärmegedämmten Häusern kann sich feuchte Luft insbesondere im Bereich von Wärmebrücken als Kondensat niederschlagen und es dadurch zu einem Schimmelpilzbefall kommen.
Mit dem Wohnungslüftungs-System Vitovent 300 bietet Viessmann alle Komponenten, die für die kontrollierte Raumlüftung benötigt werden. Herzstück der Anlage ist das Zentralgerät mit einem Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher. Das elektrische Wirkverhältnis liegt durch den hohen Wärmerückgewinnungsgrad von 94 Prozent und die stromsparenden Gleichstrom-Ventilatormotoren dabei über 15, was bedeutet, dass je eingesetzte kWh elektrischen Stroms über 15 kWh Wärme zurückgewonnen werden können. Das spart Energie und trägt zur Umweltschonung bei. Für einen besonders platzsparenden und einfachen Einbau eines Wohnungslüftungssystems hat Viessmann das Fastflex Flachkanal-System eingeführt. Es ist genau auf Vitovent 300 abgestimmt und vereinfacht nicht nur Planung und Montage. Sondern mit Fastflex lässt sich vor allem Platz sparen, da sich mit diesem System gleichzeitig zwei Geschosse erschließen lassen. Die steckbar ausgeführten Flachkanäle sind so robust, dass sie im Estrich eingeschlossen werden können. Ihre Flexibilität ermöglicht, sie an die baulichen Gegebenheiten anzupassen. Abgestimmt auf das Fastflex Flachkanalsystem sind Luftauslässe für den Wand- und Deckeneinbau oder als Fußbodenauslass mit stabilem, trittsicherem Aluminiumrost verfügbar.
Energiesparende Techniken wie Wohnungslüftungs-Systeme werden im Rahmen der staatlichen Eigenheimzulage gefördert. So erhalten Systeme mit Wärmerückgewinnung acht Jahre lang einen Zuschuss von bis zu zwei Prozent der Investitionskosten (maximal 5.000 DM/a). Werden die Standards des Niedrigenergiehauses erfüllt, können weitere 400 DM jährlich abgerufen werden; der Heizwärmebedarf muss dabei um mindestens 25 Prozent unter den in der Wärme-Schutz-Verordnung (WSchV) von 1995 vorgegebenen Werten liegen. Die Fördermittel entsprechen damit fast der Hälfte der Investitionskosten.