
Die Geschäftsführung der Gesellschaften Sebold Sanitär-Verwaltungsgesellschaft mbH, Max Sebold Verwaltung GmbH & Co und Max Sebold GmbH informiert, dass sie am Dienstag, dem 30. Oktober die Eröffnung eines Insolvenzverfahren für diese Gesellschaften beantragt hat.
Die Max Sebold Verwaltung GmbH & Co. ist die Muttergesellschaft der Sebold-Gruppe, zu der die Gesellschaften Max Sebold GmbH/Aschaffenburg, Dr. Kurt Korsing GmbH & Co./Köln, D. F. Liedelt GmbH/Hamburg, Albus Albert Burkart GmbH & Co./Stuttgart und die Wolf GmbH/Stuttgart sowie Sebold Sohemia und Sebald Centron in Tschechien gehören. Die Gruppe beschäftigt derzeit in 48 Niederlassungen und Standorten 1.693 Mitarbeiter und macht einen Konzernumsatz in Höhe von ca. 650 Mio. DM.
Erste wirtschaftliche Schwierigkeiten deuteten sich bereits im Juli 2000 an, als Liquiditätsschwierigkeiten aufgrund von negativen Unternehmensergebnissen in allen Gesellschaften mit der Ausnahme bei der Wolf GmbH und den tschechischen Gesellschaften zu einer Hilfestellung der Hausbanken führten. Es wurde ein Beirat gebildet und eine neue Geschäftsführung eingesetzt. Diese sorgte umgehend für die Einleitung von Restrukturierungsmaßnahmen.
Die in 2001 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen führten bereits zu wesentliche Veränderungen in den einzelnen Unternehmen. So wurden einzelne Läger und Niederlassungen geschlossen, die Warenwirtschaft und die Sortimentsstruktur konzentriert, die Auslieferungslogistik in die Hände eines Dienstleisters gegeben, die Unternehmensbereiche Tiefbau, Schweißtechnik und Arbeitsschutz verkauft und im übrigen die Belegschaft auf der Basis eines vereinbarten Sozialplanes in der Gruppe von 2.054 auf 1.693 Mitarbeitet verkleinert.
In den Gesellschaften Korsing, Liedelt und Wolf konnten diese Maßnahmen so umgesetzt werden, dass die Unternehmensumsätze selbst unter dem schwierigen Umfeld des kleiner werdenden Marktes für Sanitärartikel nahezu gehalten werden konnten, in Tschechien konnte sie sogar gesteigert werden. Wolf, Bohemia und Centron wiesen daher auch weiterhin positive Unternehmensergebnisse aus und die Gesellschaften Liedelt und Korsing konnten die Verluste so deutlich reduzieren, dass im kommenden Jahr 2002 in diese beiden Unternehmen zumindest mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen ist.
In den Gesellschaften Max Sebold GmbH und Albus Albert Burkart GmbH & Co, zeichnete sich aber bereits zu Beginn des 2. Quartals 2001 ein wesentlicher Umsatzeinbruch ab, so dass sich die Geschäftsführung entschloß , die Unternehmensgruppe mit der Genehmigung der Gesellschafter zu veräußern. Es wurden Verhandlungen mit einer Reihe von interessierten Investoren für alle Gesellschaften der Gruppe geführt und diese Bemühungen waren schon sehr weit gediehen, als sich für diese beiden Gesellschaften weitere Umsatzeinbrüche für die letzten 4 Monate des Jahres 2001 abzeichneten, erneute Liquiditätsschwierigkeiten wurden absehbar.
Auf einer für den Donnerstag, den 26.10 2001 einberufenen Poolsitzung der Banken der Aschaffenburger Gesellschaften der Sebold Gruppe sahen die Poolbanken keine andere Möglichkeit, als die Kredite für die Gesellschaften Max Sebold Verwaltung GmbH & Co. und Max Sebold GmbH mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Von dieser Kündigung bleiben die Gesellschaften D. F. Liedelt GmbH, Dr. Kurt Korsing GmbH & Co., Wolf GmbH und die beiden tschechische Gesellschaften Bohemia und Centron unberührt.
Auf entsprechenden bereits erfolgtem Sitzungen haben die Banken dieser Gesellschaften bereits bestätigt, dass sie die Kreditlinien dieser Gesellschaften aufrechterhalten, unbeschadet einer Insolvenz der Muttergesellschaft Max Sebold Verwaltung GmbH & Co. sowie der Max Sebold GmbH Albus Albert Burkardt GmbH & Co. Auch der Einkaufsverband ISG hat vermeldet, dass die 3 deutschen Gesellschaften auch weiterhin in der Zentralregulierung verbleiben.
Die führenden Kreditversicherer haben inzwischen ebenfalls bestätigt, dass sich ihre Kündigungen nicht auf diese 3 Gesellschaften beziehen. Eine Insolvenz dieser Gesellschaften ist also nicht zu befürchten.
Am heutigen Nachmittag wurde der Insolvenzverwalter, die Kanzlei Wellensiek in Heidelberg, für die drei Aschaffenburger Gesellschaften bestimmt. Die Geschäftsführung geht von der Fortführung der Gesellschaften aus.