Der Funke scheint noch nicht überall gezündet zu haben, wenn es um die öffentliche Darstellung von Holz als Energieträger geht. Das zeigt der Tenor einer Umfrage, welche die PR-Agentur Solar Consulting aus Freiburg unter dem Titel „Wie steht es um die Holzenergie?“ bei Verbänden der Branche durchgeführt hat.
Holz als Energieträger ist noch nicht ausreichend positioniert. Mehrere Verbände wünschen sich mehr Öffentlichkeit.
Vor dem Hintergrund des beschlossenen Atomausstiegs dominierten zuletzt die Energieträger Solarstrom und Windenergie als Alternativen die öffentliche Dis-kussion. Darüber geriet die Biomasse, insbesondere die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz, in letzter Zeit etwas in den Hintergrund. Grund genug für Solar Consulting, die sich als Fach-Agentur der nachhaltigen Kommunikation für erneuerbare Energien verschrieben hat, nachzuhaken. Ziel war es, sich bei den Verbänden der Holzenergiebranche einen Überblick zu verschaffen, wie diese die momentane Rolle und die Zukunft des nachwachsenden Rohstoffes Holz als Energielieferant beurteilen.
Holz als Energieträger noch nicht ausreichend positioniert
Zwar setzen die befragten Organisationen in der Kommunikation auf ein breites Spektrum an Maßnahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und auf Wer-bung. Dennoch ist nach übereinstimmender Einschätzung der befragten Verbän-de das übergeordnete Thema „Holz als Energieträger“ noch nicht ausreichend in der Öffentlichkeit positioniert. In der öffentlichen Darstellung und Wahrnehmung dominierten andere erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windkraft und auch fossile Brennstoffe und Kernkraft.
Im Detail ist nach Meinung des Bundesverbands BioEnergie e.V. (BBE) noch viel Öffentlichkeitsarbeit und Überzeugung, beispielsweise zum Thema Austausch alter Heizungen, nötig. Dem Thema Holz, insbesondere dem Brenn- und Scheitholz, haftet nach Ansicht von Geschäftsführer Bernd Geisen immer noch etwas Altbackenes an. Dabei sei moderne Holzenergienutzung beispielsweise durch Holzpellets-Anlagen Hightech, was in der Bevölkerung inzwischen auch recht gut wahrgenommen werde. Dennoch sieht Geisen in der Öffentlichkeitsarbeit für Endverbraucher noch Luft. Wegen der thematischen Vielfältigkeit des Heizens mit Holz sei dies aber eine große Herausforderung
Einen weiteren Aspekt bringt der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband DEPV ins Spiel. Das Thema Wärme habe es grundsätzlich schwer in der Darstellung. Es findet vor allem neben dem Thema Strom kaum statt, so Geschäftsführer Martin Bentele. In Konkurrenz mit großen Kampagnen beispielsweise der Photo-voltaik fehle am Heizungsmarkt ein Symbol für die Energiewende. Wichtig wäre
für Bentele zu kommunizieren, dass der Ersatz von fossilen durch erneuerbare Energieträger wie Holz den Geldbeutel des Verbrauchers schont und die Maß-nahme sei, mit der ein Haushalt am meisten CO2 einsparen kann.
Nach Ansicht von Michael Kralemann vom Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe ist Energieholz vor allem mit Pellets und Kaminöfen in der Öffentlich-keit präsent. Bei Pellets sei das zu begrüßen, hier schlummere noch ein größeres Potential. Allerdings plädiert das Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe für eine effizientere und emissionsärmere Holznutzung in modernen Scheitholz-zentralheizungen und automatisch befeuerten Holzheizanlagen statt in Kaminöfen.
Ein einheitliches, gemeinsames Auftreten der Bioenergiebranche, z.B. im Rahmen einer Kampagne, könnte nach Einschätzung von Dr. Hermann Hansen, Bioener-gieberatung der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR ), ein wirk-sames Signal geben.
Teilnehmer
Von 17 angesprochenen Verbänden und Organisationen haben sechs auf die gestellten Fragen oder mit anderweitigen Infos geantwortet: Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungsnetzwerk e.V. (C.A.R.M.E.N.), Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE), Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV), Bioenergieberatung FNR Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V., 3N Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe Büro Göttingen, Bundesverband der Altholzaufbereiter und –verwerter e.V. (BAV).