Deutsche Haushalte müssen auch in dieser Heizsaison mit steigenden Heizkosten rechnen. Hauptgrund sind die steigenden Energiepreise. Von dieser Preisspirale können sich Mieter und Vermieter langfristig nur durch Modernisierungen am Gebäude unabhängig machen. 72 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage des Klima-Barometers der gemeinnützigen co2online GmbH befürworten die Möglichkeit, die Heizkosten zu kürzen, wenn das bewohnte Gebäude wegen fehlender Sanierungsmaßnahmen überdurchschnittlich viel Energie verbraucht.
Eine große Mehrheit (72 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer befürwortet die Reduktion der Heizkostenzahlung, wenn ein Mehrfamilienhaus unsaniert ist und dadurch überdurchschnittlich viel Energie verbraucht. Rund der Hälfte genügt für die Kostenminderung ein Heizenergieverbrauch, der 50 Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Gebäude liegt. Weitere 22 Prozent der Teilnehmer wollen die Heizkostenreduktion erst dann zulassen, wenn das Gebäude doppelt so viel Energie verbraucht wie ein vergleichbares durchschnittliches Gebäude. Grafik: Co2online
Die derzeitige Regelung, wonach elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umgelegt werden können, sollte nach Ansicht der Hälfte der Umfrage-Teilnehmer geändert werden. Für die Befragten sollte die Umlage in der Höhe der durch die Sanierung eingesparten Heizkosten erfolgen. 14 Prozent lehnen eine Sanierungsumlage sogar generell ab.
81 Prozent der Befragten nutzt Energieausweis nicht
Ein weiteres Umfrage-Ergebnis zeigt: Der Energieausweis als Instrument zur Verbesserung des energetischen Zustandes der Wohngebäude kommt nach wie vor nicht bei den Verbrauchern an. Mit 81 Prozent hat die große Mehrheit der Teilnehmer beim vorigen Umzug oder Hauskauf keinen Energieausweis eingesehen. Zehn Prozent wurde eine Einsicht sogar verweigert.
Der Index zum öffentlichen Klimaschutz-Interesse, der quartalsweise im Klima-Barometer fortgeschrieben wird, blieb im dritten Quartal 2011 auf niedrigem Niveau und stieg lediglich um einen Punkt auf 69. Die europäische Schuldenkrise stand im Zentrum der öffentlichen Diskussion, Themen wie Klimaschutz und Energiesparen waren dem nachgeordnet.
Weitere Informationen finden sich
hier im Klima-Barometer 3/2011.