
Die Harpen EKT GmbH, Berlin, eine Tochtergesellschaft der Dortmunder Harpen AG, baut ihre Position am Berliner Wärmemarkt zügig aus. Harpen EKT wird ab dem 1. Mai 2003 die im Süden der Bundeshauptstadt gelegene Gropiusstadt mit Wärme versorgen. Dafür hat Harpen EKT nach einer europaweiten öffentlichen Ausschreibung, an der sich 14 Bieter beteiligt haben, von der GBR Fernheizung Gropiusstadt den Zuschlag erhalten.
Die Wärmeversorgung der Gropiusstadt mit mehr als 20.000 Wohnungen wird nach der Harpen-Konzeption durch ein Biomasse-Heizkraftwerk mit zwei Linien von je rd. 45 MWth und 10 MWel sowie durch eine Gaskesselanlage mit einer installierten Leistung von rd. 130 MWth gesichert. Die in dem Biomasse-Heizkraftwerk produzierte Wärme soll künftig die Grundlast für die Versorgung der Gropiusstadt sicherstellen, während die Gaskesselanlage als Spitzenlastanlage und zur Reserve dienen soll. Insgesamt werden künftig rd. 300 GWh/a Wärme an die Gropiusstadt geliefert und rd. 150 Wh/a "grüner Strom" in das öffentliche Netz eingespeist. Das Investitionsvolumen für den Bau der neuen, umweltfreundlichen Wärmeversorgungseinrichtungen beziffert Harpen mit rd. 60 Mio. EURO.
Wie Sven Schmieder, Sprecher der Geschäftsführung der Harpen EKT, herausstellte, ist die von Harpen geplante Biomasseanlage in hohem Maße umweltschonend. "Da ausschließlich nachwachsende Rohstoffe - überwiegend Frisch- und Gebrauchthölzer sowie Durchforstungsholz und Reste aus der Garten- und Landschaftspflege - genutzt werden, wird die Anlage CO2-neutrale Wärme bzw. CO2-neutralen Strom liefern. Auf diese Weise kann der Stadt Berlin ab 2004 jährlich rd. 150.000 t des Treibhausgases gutgeschrieben und damit immerhin 2% des CO2-Minderungszieles der deutschen Hauptstadt erfüllt werden."
Darüber hinaus betonte Schmieder, dass die bei dem Projekt Gropiusstadt produzierte Wärme - im Unterschied zu zahlreichen andernorts geplanten Biomasse-Heizkraftwerken, bei denen die erzeugte Abwärme nur zu einem geringen Teil energetisch genutzt werden könne - zu 80 % für die Wärmeversorgung von Wohnungen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werde. "Dies sucht in Deutschland, möglicherweise in Europa ihresgleichen", sagte der EKT-Geschäftsführer.
Mit der für eine Zeit von zunächst zwanzig Jahren vorgesehenen Vereinbarung kann Harpen EKT ihre Stellung als zweitgrößter Wärmeversorger in Berlin festigen und ihre Präsenz im Berliner Süden deutlich verstärken. Bereits im Jahr 2000 hatte Harpen EKT eine Beteiligung in Höhe von 25,1 % an der BDE Beteiligungsgesellschaft für Dezentrale Energieversorgung mbH, Berlin, erwerben können. Die BDE verfügt - zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft BTB - im Berliner Wärmemarkt mit einer Anschlussleistung von rd. 237 MWth bereits über einen beachtlichen Marktanteil. Zum Versorgungsgebiet der Gruppe gehört u.a. der stark expandierende Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof.
Die 1856 gegründete börsennotierte Harpen AG ist im RWE-Konzern verantwortlich für Regenerative Energien, Nahwärmeservice und Energiecontracting. Das Unternehmen wird die Aktivitäten in den Wachstumsmärkten der dezentralen und regenerativen Energieerzeugung zügig ausbauen. Im Immobiliensektor wird das Unternehmen seine Marktposition als nationaler Gewerbe-Vermieter und als Projektentwickler festigen. Harpen beschäftigt 611 Mitarbeiter.