2,2 MW Kälteleistung mit 3 Turbo-Flüssigkeitskühlsätzen / Elektronische Regelung der Verdichter verhindert interne Stromspitzen / Dortmunder Energiedienstleister bietet erstmals Kältecontracting an.
Über ein Kältecontracting stellt die RWE Energiedienstleistungen die Kühlung des Rechenzentrums der RWE IT GmbH in Niederaußem sicher. Bild: RWE Energiedienstleistungen
Zur Klimatisierung eines Rechenzentrums in Niederaußem wird die RWE Energiedienstleistungen GmbH für den konzerninternen IT-Dienstleister, die RWE IT GmbH, eine Kälteerzeugungsanlage bereitstellen und betreiben. Die Einzelheiten sind in einem Contractingvertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren geregelt. Standort ist ein ehemaliges, von RWE Service GmbH umgebautes Wasserwerk, in das die RWE IT GmbH zur Jahresmitte eingezogen ist. Mit dem neuen Rechenzentrum wird die Strategie der RWE IT zur Konsolidierung vorhandener Rechenzentren in Europa unterstützt. Um die empfindlichen Elektronikkomponenten vor Überhitzung zu schützen, ist es wichtig, die IT-Systeme rund um die Uhr zu kühlen. Diese Aufgabe übernimmt eine Kälteerzeugungsanlage, die aus drei öl freien Turbo-Flüssigkeitskühlsätzen mit einer gesamt Nennkälteleistung von 2,2 MW besteht. Die gesamte Anlage arbeitet unterstützend mit freier Kühlung, welche unter anderem das Kältepotential der Außenluft nutzt und so den Primärenergiebedarf deutlich senkt.
Die Kühlung von Rechenzentren ist ein anspruchsvolles Anwendungsfeld auf dem Gebiet der Kältetechnik. So reagieren IT-Komponenten bisweilen sehr empfindlich auf Stromschwankungen, wie sie durch das Einschalten von leistungsstarken Kälteerzeugern verursacht werden können. Deshalb ist es nötig, Stromspitzen beim Anlaufen der Anlagen zu vermeiden. Die elektronische Regelung der eingesetzten Radialturboverdichter bietet hier die notwendige Sicherheit, indem sie den Anlaufstrom gleichmäßig und moderat reguliert. Für den einwandfreien und wirtschaftlichen Betrieb der Kälteerzeugungsanlage kommen zwei Pufferspeicher mit einem Volumen von je 7.000 Litern zum Einsatz. Eine intelligente Steuerung, der sogenannte Kältemanager, koordiniert die drei Kälteaggregate untereinander und verbessert dadurch den Wirkungsgrad der gesamten Anlage. Bei Wartungsarbeiten oder einer Störung an einem Kühlaggregat springen automatisch die anderen beiden Geräte ein und stellen so die benötigte Kühlleistung weiterhin sicher und zuverlässig zur Verfügung. Darüber hinaus optimiert der Kältemanager den Einsatz der Pumpen, wodurch sich zusätzliche Energie einsparen lässt.