Auch im Jahr 2011 wurden in Deutschland europaweit wieder die meisten Holzpellets produziert. Rund 1,9 Mio. Tonnen (t) – exakt 1,86 Mio. t – und damit so viel wie noch nie betrug die Jahresproduktionsmenge, wie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) berichtete. Gegenüber dem Jahr 2010 (1,75 Mio. t) nahm die produzierte Menge um mehr als 100.000 t zu. Weltweit werden nur in Nordamerika (USA und Kanada) mehr Pellets hergestellt. Da am stockenden Heizungsmarkt in Deutschland zu wenige neue Pelletheizungen installiert werden, liegt
der Verbrauch mit rd. 1,3 Mio. t weiter deutlich unterhalb der Erzeugung. Damit musste auch 2011 – wie schon in den Vorjahren – knapp ein Drittel der deutschen Produktion exportiert werden.
Pelletproduktion und Inlandsbedarf in Deutschland
Holzpelletproduktion in Deutschland von 2008 - 2011. Grafiken: DEPV
Mit dem Ergebnis von rd. 1,9 Mio. t in 2011 in Deutschland wird die kontinuierliche Steigerung
der Holzpelletproduktion der letzten Jahre fortgeführt. „Durch die Bereitstellung
einer großen Menge an Pellets wird dem Verbraucher auch in kalten Wintern eine breite
Versorgungssicherheit gewährleistet. Zusammen mit einer hohen Pelletqualität und
einer moderaten, berechenbaren Preisentwicklung ist das die wichtigste Voraussetzung
für einen verlässlichen Energieträger“, sagte der geschäftsführende DEPV-Vorsitzende
Martin Bentele. Der durchschnittliche Pelletpreis im Jahr 2011 betrug 233 EUR/t und lag
fast durchgängig rd. 40 Prozent unterhalb des Heizölpreises. Für eine vierköpfige Familie
erbrachte das Heizen mit Holzpellets im Jahr 2011 eine Einsparung von über 1.200 EUR
bei den Heizbetriebskosten1 und zudem eine Reduktion von knapp 10 t Kohlenstoffdioxid
(CO2) gegenüber einer Ölheizung2.
Grundlage für die Versorgungssicherheit ist die hohe Dichte an Produktionsstandorten.
Bundesweit produzieren ca. 60 Pelletproduzenten an über 70 Standorten. Der Schwerpunkt
liegt rohstoffbedingt in den Mittelgebirgen Bayerns und Baden-Württembergs, wo
sich die meisten Sägewerke befinden. Mit 511.000 t wurden 2011 die meisten Pellets im
dritten Quartal (Juli bis September) erzeugt.
Vorrangiges Ausgangsmaterial der Produktion
waren mit 91 Prozent wieder Sägeresthölzer, wie die bei der Schnittholzerzeugung
in den Sägewerken anfallenden Holzspäne und Hackschnitzel genannt werden. „Damit
verfügen Pellets über eine hervorragende Ökobilanz, denn sie werden fast ausschließlich
aus Koppelprodukten hergestellt, die bis vor wenigen Jahren noch wie Abfall entsorgt
werden mussten“, betonte Bentele. Weniger als 10 Prozent der Pellets wurden aus nicht sägefähigen Rundholzsortimenten produziert. Noch keine nennenswerte Rolle für die
Pelletproduktion spielten Hölzer aus landwirtschaftlichen Kurzumtriebsplantagen, wo
z.B. schnellwachsende Baumarten wie Weiden und Pappeln angebaut werden.
Zertifizierte Holzpellets sind in Deutschland mittlerweile Standard. Über 90 Prozent der
im Inland hergestellten Holzpellets sind (zertifizierte) Premiumpellets. Durch die im Jahr
2011 veröffentlichte EU-Norm (14961-2) und die darauf aufbauende ENplus-
Zertifizierung wird erstmals auch der Pellethandel in die Zertifizierung und damit die
Qualitätssicherung eingebunden. Für die Verbraucher bedeutet dies nach Einschätzung
des DEPV eine deutlich verbesserte Qualitätsgarantie. Rd. 75 Prozent der in Deutschland
produzierten Holzpellets sind Ende 2011 nach ENplus zertifiziert. Aufgrund eines dichten
Händlernetzes ist bundesweit eine flächendeckende Versorgung mit Pellets sichergestellt.
Der DEPV geht von 600 Firmen aus, die dem Verbraucher Holzpresslinge anbieten.
Das reicht vom großen Handelsunternehmen über den spezialisierten Pellethandel bis zu
kleinen Energiehändlern, die ihr traditionelles Sortiment Heizöl um Pellets erweitern.
Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) sieht in der hohen Produktion
eine gute Grundlage für einen weiteren Ausbau von Pelletheizungen. „Mit einem Bestand
von 155.000 Pelletheizungen im Jahr 2011 wird am Wärmemarkt das Potential des
erneuerbaren Energieträgers Holz nicht ausreichend genutzt. Der Wärmesektor, auf
dem ein Großteil der Klimaschutzziele umgesetzt werden müssen, kann sein Potenzial
daher weiterhin nicht ausschöpfen“, sagte Martin Bentele. Daran habe sich leider auch
im Jahr 2011 nichts Grundlegendes geändert. Für 2012 geht der DEPV mit 2 Mio. t von
einer Marktkonsolidierung bzw. einer leicht steigenden Produktionsmenge aus. Die Produktionskapazität
werde sich in 2012 nach Einschätzung des Branchenverbandes auf 2,9
Mio. t erhöhen. Schmerzhaft ist für die deutschen Pelletproduzenten auch weiterhin der
hohe Rohstoffpreis. Holzspäne kosteten im Jahr 2011 durchschnittlich 13 €/srm.
Weltweit wird die Pelletproduktion für 2011 auf über 15 Mio. t geschätzt, wobei mehr
als die Hälfte in Europa produziert wird. In Nordamerika werden Pellets zu einem großen
Teil auch zur Stromerzeugung hergestellt und hierfür nach Europa exportiert. In
Deutschland produzierte Pellets sind vor allem für den Wärmemarkt vorgesehen. Der
Einsatz in Heizungen erfordert von Holzpellets eine sehr hohe Qualität und ist wesentlich
effizienter (mit Wirkungsgraden größer 90 Prozent) als die Verstromung in Kraftwerken.
Neben Deutschland werden in Schweden – mit einer ähnlich hohen Produktion –
sowie danach mit deutlich geringeren Mengen in Russland sowie in Österreich die meisten
Pellets produziert. Was den Verbrauch angeht, werden die meisten Holzpresslinge
europaweit in Schweden (Strom, Wärme), Italien (Wärme) sowie Dänemark und Holland
(beide Strom) verbraucht.