Angesichts der beschlossenen Energiewende steht der Wärmemarkt in Deutschland (Heizung und Brauchwasser) vor umfassenden Strukturveränderungen. Der Wärmebedarf im Neubausektor sinkt. Die Sanierung im Bestand schreitet voran. Gleichzeitig steigt die Effizienz der Heiztechnik. Strom und Wärme wachsen zusammen. Dies alles bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Energieträger.
Informationen, Interviews, Berichte und Fachbeiträge rund um die Wärmeerzeugung und -verteilung. Heizen mit konventionellen und alternativen Energieträgern. Über all dieses informiert das neue HeizungsJournal.
„Die Energiewende hat ein Vermittlungsproblem“,
konstatierte Franzjosef Schafhausen,
Ministerialdirigent beim Bundesumweltministerium,
Mitte November 2011
auf dem EID-Wärme-Forum in Hamburg.
Der Kenntnisstand über physikalische und
ökonomische Zusammenhänge sei sowohl
in der Bevölkerung als auch in der Politik
generell gering bis sehr gering. Gleichzeitig
würden die Diskussionen über die künftige
Energieversorgung sehr emotional geführt.
Die Physik und Naturgesetze blieben dabei
auch schon mal auf der Strecke.
„Fest steht: Die gegenwärtige Energieversorgung
ist nicht nachhaltig“, so der Ministerialdirigent.
Das Energiekonzept der
Bundesregierung habe daher „konkrete,
sehr anspruchsvolle und zeitlich gestaffelte
Ziele“. So soll der Primärenergieverbrauch
bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um
50 Prozent sinken, der Anteil erneuerbarer
Energien am Primärenergieverbrauch zeitgleich
auf 18 bzw. 60 Prozent steigen.
„Viele reden über Energie, meinen aber
Strom“, erklärte Schafhausen. Dochmache
dieser Sektor nur 30 Prozent am Gesamtenergieverbrauch
aus. Größter Verbrauchsposten
mit 40 Prozent sei hingegen die
Wärme – noch weit vor dem Verkehr mit
20 Prozent Anteil. Dies berücksichtigt auch
das Energiekonzept. Die Gebäudesanierungsrate
soll von 1 auf 2 Prozent verdoppelt
werden, der Wärmebedarf bis 2020
um 20 Prozent und der Primärenergiebedarf
bis 2050 gar um 80 Prozent reduziert
werden. Neubauten sollen schon ab 2020
„klimaneutral“ sein, der Gebäudebestand
bis 2050 dann ebenfalls „nahezu klimaneutral“.
Weitere Beiträge anderer Redner auf dem EID-Wärme-Forum in Hamburg zum Strukturwandel des Wärmemarktes können Sie im neuen Heft des HeizungsJournal finden.
Weitere Beiträge im neuen Heft: - Modernisierungs-Stau – BDH und dena: Schlummerndes Energieeinsparpotential besser nutzen
- Modernisierungsrate immer noch viel zu gering – Interview mit Ulrich Schmidt, Präsident des Europäischen Heizungsverbandes EHI und Mitglied der Geschäftsführung der Bosch Thermotechnik GmbH
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- „Wir müssen neue Argumente finden“ – Exklusiv-Interview mit Heinz Wippich und Michael Hardemann über Vertriebswege und Marketing
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