Der bisher größte ZORTSTRÖM sorgt im Kesselhaus der NürnbergMesse für die Wärmeverteilung zu den Messehallen
An den Zortström-Hauptverteiler im Kesselhaus der NürnbergMesse sind 22 Systemkreise an drei Temperaturebenen angeschlossen. Die mittlere Temperaturebene nimmt die Wärme auf, die über die Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung gewonnen wird.
Der Zortström-Hauptverteiler im Kesselhaus der NürnbergMesse während der Montage im Sommer 2003.
Über acht Fernleitungsstränge mit bis zu einem Kilometer Länge wird die Heizwärme an die Klimazentralen der Messehallen verteilt.
Die NürnbergMesse ist in der SHK-Branche durch die Fachmessen IFH/Intherm und Chillventa ein Begriff. Die Heizwärme für die Messehallen und Kongresszentren kommt aus dem Kesselhaus, das unterhalb des Servicecenters am Eingang Mitte liegt. Der Hauptverteiler im Kesselhaus ist der größte bisher gebaute ZORTSTRÖM-Verteiler. Die Hauptmerkmale des patentierten ZORTSTRÖM Sammel- und Verteilsystems sind hydraulische Entkopplung und die Möglichkeit, durch mehrere Temperaturstufen Heizkreise mit unterschiedlichen Systemtemperaturen und verschiedenen hydraulischen Eigenschaften zu versorgen. So kann beispielsweise die rücklaufseitige Wärme aus Hochtemperatur-Heizkreisen als Vorlauf für Niedertemperaturkreise genutzt werden.
Kein Platz für einen Stangenverteiler
Damit die Heizwärme in dem weit verzweigten Verteilsystem der Messehallen auch noch an den hydraulisch ungünstigsten Punkten ankommt, wurden die Hauptverteilung und ein Teil der Unterverteilungen mit dem Zortström Sammel- und Verteilsystem aufgebaut. Durch die zylinderförmige Bauweise wirkt
ZORTSTRÖM gleichzeitig auch als hydraulische Weiche. Darüber hinaus ist das Funktionsprinzip, als Anlagen-Nullpunkt auch bei wechselnden Lastsituationen für ausgeglichene Druckverhältnisse zu sorgen, ohne dass sich die angeschlossenen Heizkreise gegenseitig beeinflussen können. Neben den hydraulischen Eigenschaften war ein wesentlicher Grund für den Einsatz der Zortström-Technologie aber auch, dass es schlicht am nötigen Platz fehlte: Weder die Länge noch die Höhe des Kesselhauses hätten trotz des großzügigen Raumangebotes für die Abmessungen eines konventionellen, balkenförmigen Verteilers samt Anbindung für die 22 Systemkreise mit Leitungsdimensionen von DN 65 bis DN 300 ausgereicht.
Tiefe Rücklauftemperaturen für die Brennwertnutzung und kreuzungsfreie Leitungsführung
Die Anbindung der Rohrleitungen im Kesselhaus an den Zortström-Verteiler konnte größtenteils ohne Leitungskreuzungen ausgeführt werden. Der Grund für den dreistufigen Aufbau des Verteilers ist die Einbindung der Abgaswärmetauscher für die Gas-Brennwertkessel, die in dieser Größenordnung als externe Wärmetauscher ausgeführt sind. Mit einem konventionellen zweistufigen Verteiler wäre eine sinnvolle Brennwertnutzung nicht realisierbar, weil der erwärmte Rücklauf vom Abgaswärmetauscher dann nur den Vorlauf herunterkühlen würde. Aus der Rücklaufebene des dreistufigen Verteilers erhalten die Abgaswärmetauscher stets die notwendigen tiefen Temperaturen, damit der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensieren kann.
An seinen Platz kam der dreistufige Zortström während der Messe-Sommerpause im Jahr 2003, nachdem ein Jahr zuvor im Kesselhaus die alten Dampfkessel durch moderne Gas-Brennwertkessel ersetzt wurden. Aus hydraulischer Sicht war der Planungsansatz für den Neuaufbau der Verteilung, die Heizwasserströme der Kessel- und Abnehmerkreise voneinander zu entkoppeln. Auf den Einsatz zusätzlicher Regelungstechnik konnte durch die hydraulische Entkopplung und die Unterteilung in drei Temperaturstufen verzichtet werden.
Hier zum Download: ZORTSTRÖM-Report Nr. 8 - Zortström im 5-Jahres Beweis in der Heizzentrale der NürnbergMesse