
Wertvolle Tipps zum Energie sparenden Heizen
Bis zu 300 € jährlich kann ein privater Haushalt allein durch energiebewusstes und umweltgerechtes Heizen sparen – ohne Komforteinbuße. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Öko-Instituts in Darmstadt, des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik in Karlsruhe und der Technischen Universität München. So bringt beispielsweise eine Reduzierung der Raumtemperatur um nur ein Grad bereits sechs Prozent Heizkostenersparnis. Und eine generelle Nachtabsenkung der Temperatur um fünf Grad drosselt ebenfalls nachhaltig die finanziellen Aufwendungen für eine warme Wohnung.
Aber keine andere Energiesparmaßnahme ist so effektiv wie die Modernisierung einer alten Heizanlage. "Gegenüber technisch veralteten Heizkesseln verbraucht zum Beispiel ein moderner Öl-Niedertemperaturkessel bis zu 30 Prozent weniger Heizöl", erklärt das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) den hohen Nutzeffekt einer Heizungssanierung. Öl-Brennwertkessel, die von immer mehr Herstellern angeboten werden, auch als kompakte Wandgeräte, verbrauchen im Vergleich zu alten Heizungen sogar bis zu 40 Prozent weniger Heizöl. Noch effizienter ist die Ergänzung einer modernen Ölheizung mit einer Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung. In dieser Kombination ist selbst in unseren Breitengraden eine Energieeinsparung zwischen 45 und 50 Prozent zu erreichen.
Der kluge Umgang mit Wärmeenergie hilft zusätzlich, manche Mark zu sparen. In vielen Haushalten etwa wird kostbare Wärme durch falsches Lüften zum Fenster hinausgejagt. Die IWO-Empfehlung: "Kurz, aber kräftig lüften, am besten wenige Minuten lang für Durchzug sorgen, anstatt stundenlang ein Kipp-Fenster geöffnet zu lassen." Ein weiterer Tipp: Während des Lüftens die Thermostate auf Frostschutz-Stellung einstellen. Sonst nämlich würden die Ventile automatisch versuchen, den kurzfristigen Wärmeverlust durch erhöhte Wärmezufuhr sofort wieder auszugleichen.
Herabgelassene Rolläden und zugezogene Vorhänge können vor dem Fenster eine ähnliche Funktion übernehmen wie eine wärmende Decke für den Menschen. Andersrum können schwere Vorhänge, die einen Heizkörper verdecken, ebenso wie massive Heizkörperverkleidungen zu einem regelrechten Wärmekiller mutieren, weil sie die Wärmeabgabe blockieren. Isolierend im negativen Sinn wirken auch Handtücher oder Wäschestücke, die zum Trocknen über einen Heizkörper gehängt werden.
Wertvolle Energie lässt sich übrigens auch beim Umgang mit Warmwasser sparen. Wenn etwa Männer während einer Nassrasur das temperierte Wasser laufen lassen, fließen rund 80 Liter ungenutzt in den Ausguss. Wird dagegen nur das Becken gefüllt, reichen vier Liter Warmwasser für eine gründliche Rasur. Oder: Für ein Vollbad werden 150 Liter benötigt, für eine Dusche im Schnitt nur 100. Und wer während des Einseifens das Duschwasser abstellt, kommt mit nur 50 Litern aus.
Im Interesse eines möglichst niedrigen Heizölverbrauchs empfiehlt IWO schließlich dringend die regelmäßige jährliche Wartung der Heizung durch einen Fachhandwerker. Neben der Reinigung des Kessels und der optimalen Einstellung von Brenner und Regelung sollte zur Heizungs-Inspektion auch das Entlüften des gesamten Heizsystems gehören. Andernfalls kann es passieren, dass Luftblasen in Heizkörpern oder in der Fußbodenheizung die Wärmeabgabe behindern und somit unnötige Extra-Energiekosten verursachen.