Braune Fliesen und moosgrünes Waschbecken: In vielen Badezimmern ist nicht nur das Design noch auf dem Stand der 70er oder 80er Jahre. Auch in Sachen Sicherheit und Elektroinstallation ist eine Modernisierung oft dringend notwendig. Wer sein Bad renovieren möchte, sollte diese Aspekte daher unbedingt bedenken – und nicht nur optische Schönheitsfehler beheben. Neben der Berücksichtigung gültiger Normen gilt es, auch die persönlichen Bedürfnisse genau einzuschätzen.
Grundsätzlich dürfen Steckdosen neben dem Waschbecken installiert werden, üblicherweise 1,05 bis 1,1 Meter über dem Fußboden. Sie sollten dort platziert
werden, wo elektrische Geräte wie Rasierapparat, elektrische Zahnbürste oder Munddusche betrieben werden, sofern es den Sicherheitsanforderungen entspricht. Bild: Initiative ELEKTRO+
Dann lässt sich eine maßgeschneiderte, elektrische Anlage mit der gewünschten
Anzahl an Stromkreisen, Steckdosen, Kommunikationsanschlüssen oder
Anschlüssen für Leuchten erstellen. Für eine optimale Planung unter
Berücksichtigung aller sicherheitstechnischen Anforderungen sollte man unbedingt
den Rat des Elektrofachmanns einholen. Darüber hinaus hat die Initiative
ELEKTRO+ auf Basis der Planungsnorm RAL-RG 678 Empfehlungen für die
verschiedenen Komfortstandards formuliert und in den Broschüren „Raumplaner“
und „Modernisierungsratgeber“ zusammengefasst. Zu finden sind diese
Informationen im Internet unter www.elektro-plus.com als kostenloser Download.
Nicht an Steckdosen und Licht sparen
Für eine komfortable Ausstattung im Bad sollten mindestens drei
Beleuchtungsanschlüsse und fünf Steckdosen eingeplant werden. Aber Vorsicht bei
der Positionierung: Die Norm DIN VDE 0100-701 definiert für Räume mit
Badewanne oder Dusche verschiedene Bereiche mit speziellen
Sicherheitsanforderungen, in denen gar keine oder nur eingeschränkt elektrische
Leitungen und Steckdosen installiert werden dürfen. Daher sollte auf jeden Fall ein
Elektrofachmann hinzugezogen werden.
Grundsätzlich dürfen Steckdosen neben dem Waschbecken installiert werden,
üblicherweise 1,05 bis 1,1 Meter über dem Fußboden. Sie sollten dort platziert
werden, wo elektrische Geräte wie Rasierapparat, elektrische Zahnbürste oder
Munddusche betrieben werden, sofern es den Sicherheitsanforderungen entspricht.
Für eine gute Beleuchtung sind zwei Anschlüsse für Leuchten am
Handwaschbecken empfehlenswert, jeweils rechts und links von diesem an der
Wand. Dann ist das Gesicht beim Rasieren oder Schminken gut zu sehen und es
entstehen keine störenden Schatten. Zusätzliche Deckenstrahler sind ideal, um
bestimmte Bereiche im Bad punktuell auszuleuchten. Praktisch ist es, wenn jede
Leuchte am Raumeingang ein- und ausgeschaltet werden kann. Vor allem bei
fensterlosen Bädern sind Bewegungs- oder Präsenzmelder besonders komfortabel.
Fehlerstromschutzschalter sind ein Muss für jedes Badezimmer
Morgendliche Hektik oder Bequemlichkeit verdrängen oft den Sicherheitsgedanken.
Nach dem Baden oder Duschen werden Fön oder Rasierer daher mit feuchter Haut
und barfuss benutzt. Haben diese Geräte einen Defekt oder besteht in den
elektrischen Leitungen ein Schaden, kann es lebensgefährlich werden. Im Bad ist
der Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern (FI) deshalb nicht nur wichtig, sondern
als Sicherheitsmaßnahme grundsätzlich gefordert. Bei einem Defekt schützt der
Schalter vor dem gefährlichen Stromschlag: Innerhalb von Bruchteilen einer
Sekunde unterbricht er die Stromzufuhr zum Gerät und rettet damit im Ernstfall
Leben.
Angenehme Wärme erzeugen
Elektrische Heizlüfter sind zwar eine Möglichkeit, um das Badezimmer auf
Temperatur zu bringen – allerdings benötigen diese Geräte dafür 1500 bis 2000
Watt. Der Stromkreis im Bad wird dadurch bereits zu etwa 50 Prozent ausgelastet.
Deshalb ist es sinnvoll, für den elektrischen Heizlüfter einen eigenen Stromkreis
einzuplanen. Noch besser ist jedoch eine elektrische und platzsparende
Fußbodentemperierung, die unter den Fliesen verlegt wird. Auch dafür wird ein
separater Stromkreis empfohlen.
Mit Musik in den Tag starten
Wer im Badezimmer gerne Musik oder Nachrichten hören möchte, findet in
Unterputzradios eine praktische Lösung. Sie sind einfach an Stelle einer
Unterputzsteckdose zu installieren und besonders komfortabel in kleinen Räumen
mit wenig Ablagefläche. Aber auch die Verbindung von der zentralen HiFi-Anlage im
Wohnzimmer mit dem Bad ist möglich. Über eine Funkfernbedienung werden die
Nachrichten oder die Musik am Morgen dann in die Lautsprecher eingespeist, die
vorzugsweise in der Decke des Badezimmers eingebaut werden.
Um das Badezimmer auch später noch aufrüsten zu können, sollte man sicherheitshalber Installationsrohre einplanen. Sie bieten die Möglichkeit, Leitungen für Lautsprecher oder andere Geräte unkompliziert auszuwechseln oder nachzurüsten.