Nachlassende Konjunktur dämpft Verbrauch / Etwas niedrigere Temperaturen /
Erste Jahresprognose erstellt.
Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen)
auf Basis vorläufiger Berechnungen ermittelte, wurden die verbrauchssteigernde
Effekte der kühleren Witterung, des leichten Wirtschaftswachstums sowie der diesjährige
Schalttag offenbar durch verbrauchsdämpfende Faktoren wie Energieeffizienzsteigerungen
und die statistischen Effekte des Kernenergieausstiegs weitgehend ausgeglichen.
Die von AG Energiebilanzen auf Basis des Verbrauchs der ersten neun Monate erstellte Jahresprognose
geht davon aus, dass der Energieverbrauch in Deutschland 2012 gegenüber
2011 weitgehend unverändert bleiben wird. Nur ein starker und andauernder Kälteeinbruch
könnte noch zu einer stark abweichenden Entwicklung führen.
Der Mineralölverbrauch lag in den ersten neun Monaten knapp 1 Prozent unter dem Wert des
Vorjahres und setzte damit seine rückläufige Entwicklung fort. Zuwächse verzeichneten der
Verbrauch von Diesel und Flugkraftstoffen. Beim Ottokraftstoff kam es erneut zu Rückgängen.
Eine gegenläufige Tendenz gab es auch beim Heizöl: Während der Verbrauch an schwerem
Heizöl um 11 Prozent anstieg, verharrte der Absatz von leichtem Heizöl auf dem Niveau des
Vorjahres. Auch bei den Produkten für die Grundstoff- und Chemieindustrie gab es überwiegend
Rückgänge, die auf die konjunkturelle Abschwächung zurückzuführen sind.
Der Erdgasverbrauch verminderte sich um knapp 2 Prozent. Vorrangigen Einfluss auf diese
Entwicklung hatte der rückläufige Erdgaseinsatz zur Strom- und Wärmeerzeugung in Kraftwerken.
Der Verbrauch von Steinkohle erhöhte sich um über 3 Prozent. Während der Einsatz in
Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung aufgrund der in den letzten Monaten erhöhten
Auslastung um nahezu 6 Prozent anstieg, verminderten sich die Lieferungen an die Stahlindustrie
um gut 3 Prozent. Der Verbrauch an Braunkohle stieg im Zuge der Inbetriebnahme
von drei neuen Kraftwerksblöcken um knapp 6 Prozent. Bis zum Jahresende werden mehrere
Altanlagen vom Netz gehen, so dass der Einsatz zur Stromerzeugung wieder sinken wird. Die
Kernenergie verringerte ihren Beitrag zur Energiebilanz im Zuge des Ausstiegsbeschlusses
um knapp 13 Prozent.
Die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhte sich insgesamt um über 9 Prozent. Die Windkraft
konnte in den ersten neun Monaten um 7 Prozent zulegen. Bei der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher)
gab es einen Zuwachs um 16 Prozent. Die Fotovoltaik setzte ihren Aufwärtstrend
dynamisch fort und legte mit etwas mehr als 50 Prozent besonders stark zu. Insgesamt
deckten die erneuerbaren Energien in den ersten neun Monaten mehr als 12 Prozent des
gesamten inländischen Energieverbrauchs.
Energieverbrauch auf Vorjahresniveau
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs der ersten drei Quartale 2012
in Deutschland - Veränderungen in Prozent
Gesamt 9.905 PJ oder 338,0 Mio. t SKE
Der Verbrauch an Primärenergien stagniert nach Ablauf der ersten neun Monate auf
dem Niveau des Vorjahres. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen
wurden von Januar bis September 9.905 Petajoule (PJ) beziehungsweise 338,0 Millionen Tonnen
Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) verbraucht. Beim Mineralöl setzte sich der Verbrauchsrückgang fort.
Der Erdgasverbrauch sank infolge eines geringeren Einsatzes zur Strom- und Wärmeerzeugung in
Kraftwerken. Stein- und Braunkohle verbuchten dagegen Zuwächse beim Einsatz in Kraftwerken. Die
erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zur Energiebilanz um insgesamt fast 10 Prozent.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen