Alternative Antriebskonzepte machen den klassischen Kraftstoffen an der Tankstelle zunehmend Konkurrenz. Besonders Autogas, also Flüssiggas als Antriebsenergie in Fahrzeugen, hat sich dabei sowohl für die private als auch für die gewerbliche Mobilität als praxisgerechter Kostendämpfungsfaktor bewährt. Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) geht bereits von mehr als 500.000 zugelassenen Autogasfahrzeugen aus – eine Größenordnung, von der alle anderen Antriebs-Alternativen in Deutschland noch weit entfernt sind.
Dabei dürfte der Impuls zum Umstieg auf Autogas in den meisten Fällen von der Aussicht auf den steuervergünstigten und deshalb niedrigen Preis beim Tanken ausgehen. Neben dieser Tankkosten-Ersparnis prädestinieren die Angebotspalette an Fahrzeugen sowie die ausgereifte Technik das Autogas für den Einsatz in Betriebsflotten. Überall dort, wo hohe jährliche Fahrleistungen die Regel sind, also beispielsweise bei Kurierdiensten, kommunalen Fuhrparks, aber natürlich auch bei den Service-Fahrzeugen der SHK-Betriebe, empfiehlt sich das schadstoffarme Autogas als ebenso wirtschaftliche wie umweltverträgliche Mobilitätslösung. Ein Fachbetrieb, dem der Umgang mit flüssiggasbetriebenen Heizungsanlagen ein vertrautes Terrain ist, kann durch den Einsatz von besonders emissionsarmen Fahrzeugen sogar seine ökologische Glaubwürdigkeit unterstreichen.
Unter den aktuell verfügbaren Neuwagen-Modellen mit Auto-gasantrieb gibt es mehrere Kleintransporter, die für die speziellen Bedürfnisse eines SHK-Fachbetriebs geeignet sind. So bieten z. B. Mercedes, Volkswagen, Fiat oder Dacia jeweils Autogasversionen ihrer Nutzfahrzeuge, entweder direkt ab Werk oder in Kooperation mit spezialisierten Umrüstbetrieben. Die Auswahl reicht von Kombis und Kastenwagen über Pritschenwagen bis zu Fahrgestellen mit Fahrerhaus oder Doppelkabinen. Selbst die nachträgliche Ausstattung einer Flotte kann die Fuhrparkkosten entlasten: Der Steuervorteil gegenüber dem herkömmlichen Benzin sorgt für kurze Amortisationszeiten. Der zusätzliche Autogas-Tank der bivalent einsetzbaren Fahrzeuge vergrößert die Reichweite, verursacht aber durch die bei Nutzfahrzeugen meistens übliche Unterflurmontage keine Laderaumeinbußen. Und durch die Option, günstiger zu Tanken, erhöht sich der Wiederverkaufswert aller Fahrzeuge aus einem umgerüsteten Fuhrpark.
Vorbildlich bei CO2-Einsparung
Dass Autogas mit einem Anteil von 80 Prozent die Spitzenposition unter den alternativen Antriebsarten belegt, liegt nicht zuletzt am einfachen Handling. Weil das Gas im Tank bei einem Druck von lediglich ca. sechs bis acht bar gespeichert wird, kann dieser Tank mit wesentlich weniger Eigengewicht als z. B. in Erdgasfahrzeugen ausgelegt werden. Außerdem ist seine Formgebung durch den niedrigen Betriebsdruck völlig flexibel. Dies ermöglicht mehrere Varianten der Tank-Positionierung: in der Reserveradmulde, im Kofferraum, unter dem Fahrzeugboden, bei manchen Transportern auch hinter den Sitzen. Auch der Gewichtsvorteil des Tanks zählt zu den Gründen, dass sich Autogasfahrzeuge bei einer ganzheitlichen Betrachtung (Well-to-Wheel-Analyse) als emissionsärmer gegenüber erdgasbetriebenen Modellen erweisen. Laut einer aktuellen Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) ergeben die gemittelten Werte sämtlicher berücksichtigter Fahrzeugtypen für Erdgas einen durchschnittlichen Ausstoß von 142,7 Gramm CO2 auf einen Kilometer, bei Autogas sind es 137,2 g CO2/km. In dieser Berechnung wurde neben der Kraftstoff-Verbrennung im Motor auch der davor liegende Aufwand für Förderung und Transport der Kraftstoffe berücksichtigt. Autogas entlastet die Umwelt aber nicht nur beim CO2, sondern setzt auch weniger Feinstaub und Stickoxide frei. Im innerstädtischen Verkehr trägt das zur Verbesserung der Luftqualität bei.
Flächendeckende Infrastruktur
Für Autogasfahrzeuge steht heute bundesweit ein engmaschiges Netz mit rund 6.500 Tankstellen zur Verfügung. Wegen der leitungsunabhängigen Transportmöglichkeiten befinden sich viele dieser Stationen auch an Autobahn-Standorten, wo eine Netzanbindung für Erdgas nur selten realisiert wird. In großen Teilen des europäischen Auslands gehört Autogas (LPG) ebenfalls schon seit Jahrzehnten zum Standardangebot zahlreicher Tankstellen. Bei insgesamt rund 40.500 Stationen in ganz Europa sind grenzüberscheitende Transport- oder Servicedienste mit Autogasfahrzeugen heute kein Problem mehr. Für Fuhrpark-Manager bietet die Autogasflotte noch einen weiteren Vorteil: Bei mehreren Fahrzeugen am gleichen Standort kann die Errichtung einer eigenen Autogas-Tankstelle auf dem Betriebsgelände für zusätzliche Kostenreduzierung durch bessere Bezugsbedingungen sorgen.