Jeder fünfte Kunde fragt selbst nach / 20.000 Experten kennen Kampagne „Meine Heizung kann mehr“ / 62 Prozent bemängeln fehlende rechtliche Bestimmungen.
Während im Januar 2012 nur jeder zehnte Kunde (9
Prozent) bei seinem Installateur nach einem hydraulischen Abgleich
fragte, ist es ein Jahr später bereits jeder fünfte (19 Prozent). Bild: co2online
Durchschnittlich werden von jedem SHKHandwerksbetrieb
in Deutschland pro Jahr 15 Heizungsanlagen
hydraulisch abgeglichen. Jeder fünfte Kunde fragt selbst beim
Handwerker danach. Vor einem Jahr war es nur jeder Zehnte. Das ist
das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von „Meine Heizung kann
mehr“. Die vor einem Jahr gestartete bundesweite Kampagne wird
vom Bundesumweltministerium gefördert. Über die Hälfte der
hydraulischen Abgleiche (51 Prozent) erfolgen bei einer Erneuerung
des Kessels im Gebäudebestand, rund ein Viertel (28 Prozent) bei
einer Heizungsinstallation im Neubau. Bei gut einem Fünftel (21
Prozent) werden bestehende Heizanlagen im Rahmen einer
Optimierungsmaßnahme nachträglich hydraulisch abgeglichen. Für
die Umfrage werden regelmäßig 390 Heizungsinstallateure und
jeweils 120 Energieberater und Schornsteinfeger interviewt. Nach nur
einem Jahr ist die Kampagne innerhalb der Branche bekannt. Fast
jeder vierte SHK-Handwerker (22 Prozent) weiß um die Angebote der
Kampagne. Bei den Energieberatern (39 Prozent) und
Schornsteinfegern (38 Prozent) ist der Bekanntheitsgrad ebenfalls
hoch. Auf die jeweiligen Branchen hochgerechnet bedeutet dies, dass
rund 20.000 Experten „Meine Heizung kann mehr“ und die Website
www.meine-heizung.de kennen.
Heizungsexperte Wolff: Hydraulischer Abgleich muss in EnEV
Fast drei Viertel (71 Prozent) der befragten SHK-Handwerker
begrüßen die Einführung eines standardisierten
Berechnungsnachweises, etwa für Förderanträge von BAFA und
KfW. Nur dieser gewährleistet eine präzise Berechnung des
hydraulischen Abgleichs. Fast genauso viele (62 Prozent) meinen,
dass es an rechtlichen Bestimmungen fehle, die den hydraulischen
Abgleich einfordern und kontrollierbar machen. Professor Wolff von der Ostfalia Hochschule teilt diese Einschätzung. „Der hydraulische
Abgleich muss über die EnEV endlich für Gebäudebestand und
Neubauten gesetzlich vorgeschrieben werden. Wichtig ist dabei das
Vereinheitlichen der Mindestanforderungen und eine einheitliche
Ergebnisdokumentation, für die die Branche gemeinschaftlich eine
Norm erarbeiteten sollte“, fordert der Heizungsexperte und
wissenschaftliche Partner der Kampagne.Zudem setzt sich Wolff für
ein neues Förderprogramm ein, das einen Erfolgsnachweis für
durchgeführte Maßnahmen honoriert.
Nachfrage für hydraulischen Abgleich steigt
Energieberater, Schornsteinfeger und SHK-Handwerker können auf
www.meine-heizung.de kostenlos Service-Pakete mit
herstellerneutralen Flyern für die Kundenansprache bestellen. Rund
300.000 dieser Broschüren wurden bislang angefordert. Zugleich
haben 90.000 Hauseigentümer innerhalb eines Jahres mit dem
Online-Ratgeber WärmeCheck herausgefunden, wie schnell sich ein
hydraulischer Abgleich individuell rechnet. Dieses gestiegene
Interesse schlägt sich auch in den Ergebnissen der aktuellen
Umfrage nieder: Während im Januar 2012 nur jeder zehnte Kunde (9
Prozent) bei seinem Installateur nach einem hydraulischen Abgleich
fragte, ist es ein Jahr später bereits jeder fünfte (19 Prozent). „Wir
sind mit der Kampagne angetreten, um gemeinsam mit unserem
Partnernetzwerk die Nachfrage für den hydraulischen Abgleich
spürbar zu erhöhen. Die Ergebnisse zeigen: Wir sind auf einem sehr
guten Weg“, zieht Tanja Loitz, Geschäftsführerin der co2online
gemeinnützigen GmbH, ein positives Fazit nach einem Jahr „Meine
Heizung kann mehr“.