Brennstoffzellen-Heizgeräte gehören zur Zukunftstechnologie mit den besten Wirkungsgraden, sind technisch so gut wie ausgereift und bereit für den Markt. Was fehlt ist ein Technologieeinführungsprogramm, eine begrenzte finanzielle Förderung, um die Serienfertigung anzukurbeln.
Den raschen Markteinstieg für die innovative Energieversorgung im Eigenheim will die europäische Arbeitsgemeinschaft enefield erreichen - mit Fördermitteln der EU. Hier im Gespräch von links nach rechts: Guido Gummert (2. von links), Baxi
Innotech, Adrian Richardson, British Gas, und Bert de Colvenaar, Fuel Cells
und HydrogenJoint Undertaking. Bild: Baxi Innotech
Brennstoffzellen-Heizgeräte (BZH) werden als die
zukünftig effizienteste Kraft-Wärme-Kopplungstechnik zur Energieversorgung
von Einfamilienhäusern gehandelt. Darin waren sich die Experten der
europäischen Wirtschaft einig, die in einer Forumsdiskussion auf der Hannover
Messe die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum
Markteinstieg formulierten. „Die Brennstoffzelle im Heizgerätemarkt wird zudem
volkswirtschaftlich wichtig sein und der europäischen sowie heimischen
Industrie Innovationskraft verleihen“, äußerte sich Guido Gummert, Geschäftsführer
des Hamburger BZH-Herstellers Baxi Innotech. Was er fordert ist
Planungssicherheit zum Aufbau der Serienfertigung. Die Geräte produzieren
hocheffizient Strom und Wärme, auf besonders umweltverträglich Art.
Energieeffiziente Lösungen brauchen ein Einstiegskonzept,
das für ganz Europa gilt
Insulare Lösungen der Energieversorgung sind, angesichts eines gut strukturierten
europäischen Verbundsystems für Strom, Öl und Gas, auch für die
alternativen und erneuerbaren Energien längst nicht mehr denkbar. Die
Brennstoffzellen-Technologie im Heizgerätemarkt bietet, so die Expertenrunde,
mit ihren höchstmöglichen Wirkungsgraden ein enormes Absatzpotenzial, das
es zu schöpfen gilt. Allen Anstrengungen der Industrie, die Hocheffizienz-
Technologie in den Markt zu bringen, sei, so die Runde, jedoch eine gemeinsame
Aufgabe von Politik und Wirtschaft.
Das setzt zum einen Produktaufklärung auf Seiten der Verbraucher, des
Fachhandwerks und des Handels voraus, um Nachfrage zu stimulieren. Die
Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung, die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und
Strom, auf der das Funktionsprinzip des BZH basiert, muss noch mehr in den
Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden. Der eigentliche Anreiz,
konventionelle Technologien gegen eine derart hocheffiziente Vor-Ort-Lösung
wie die des BZHs auszutauschen, gelingt jedoch erst mit einem preislich
wettbewerbsfähigen Gerät.
Enefield, ein gefördertes Projekt der Europäischen Union, greift diese
Forderung auf. Rund 53 Millionen Euro sollen in den kommenden fünf Jahren
investiert werden, um ca. 1.000 Brennstoffzellen-Mikro-KWK-Geräte in Wohngebäuden in zwölf Ländern der EU einzubringen. Das Ziel soll sein, die
Vermarktung stationärer Brennstoffzellen-Heizgeräte zu fördern. Ein Projekt
wie ene.field hilft den Herstellern beim Aufbau von Vertriebswegen und lindert
das Investitionsrisiko zum Aufbau einer Serienproduktion.
„Neben diesem EU-Projekt brauchen wir Hersteller in Deutschland zusätzlich
ein Technologieeinführungsprogramm,“ betont Guido Gummert, „anders als bei
der Photovoltaik-Förderung sehen wir allerdings ein klar begrenztes Budget,
dessen Vergabe auch stufenweise an Kontrollen und Erfolgsmeldungen
geknüpft sein kann. Es wird kein Fass ohne Boden geben, aber anders werden
die notwendigen Stückzahlen mit sinkenden Gerätekosten nicht erreicht.“ Einer
Studie des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme, IZES, zufolge, wird die
Produktion von Brennstoffzellen-Heizgeräten allein in Deutschland im Jahr
2020 auf jährlich 75.000 Geräte steigen.
„Es wäre gut“, so Gummert weiter,
„wenn wir unsere Innovationskraft verstärkt nutzen und das Qualitätssiegel
„Made in Europe“ weiter profilieren. Alles andere ginge zu Lasten von
Arbeitsplätzen, mit nicht zu unterschätzenden Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaft.“
Die GAMMA PREMIO: technisch bestens aufgestellt
Das Ergebnis, als höchst effiziente Mikro-KWK-Technologie aus der
Entwicklung hervorzugehen, zeichnete sich für Baxi Innotech bereits vor zwei
Jahren ab. Die Effizienz seines Brennstoffzellen-Heizgerätes ließ sich jedoch
nochmals steigern. Mit 1,87 kW thermischer Leistung ist der KWKGesamtwirkungsgrad
auf nunmehr 96 Prozent gestiegen. „Mit diesem Ergebnis
liegen wir mit der GAMMA PREMIO weit vor allen anderen derzeit bekannten
Heizungstechnologien“, so Guido Gummert. Weitere Verbesserungen, wie die
der veränderten Anordnung der Komponenten und die hydraulische Einbindung
garantieren zudem eine leichte Installation, Wartung und Reparatur.
Entscheidend für das technisch ausgefeilte Ergebnis war die Überlegung, im
Feld das gesamte Energieversorgungssystem auf Herz und Nieren zu prüfen.
„Der Blick aufs Ganze hat uns gezeigt, dass erst eine optimale Abstimmung
aller Komponenten wie das BZH, der Wärmespeicher in Form eines
Trinkwasserspeichers, das Hydraulik-Modul und der Energiemanager zur
optimalen und hocheffizienten Energieversorgung von Einfamilienhäusern
führt“, gab Gummert zu verstehen. Schlussfolgernd daraus wird Baxi Innotech
künftig als Systementwickler und -lieferant den Markt bedienen.