In den Diskussionen zum Thema Energiewende wird häufig übersehen: Rund zwei Drittel des Endenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien in Deutschland stammen aus Biomasse. Sie wird als Bioenergie im Strom- ebenso wie im Wärme- und Kraftstoffmarkt genutzt und sorgte dort im Jahr 2012 mit einer Treibhausgasvermeidung von insgesamt knapp 71 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten für Umwelt- und Klimaschutz. Wegen ihres Flächenbedarfs sieht sich die Bioenergie jedoch zugleich Ansprüchen des Umwelt- und Naturschutzes ausgesetzt. Eine neue, von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) herausgegebene Broschüre mit dem Titel „Den Boden bereiten für die Energiewende“ widmet sich unter anderem diesem Spannungsfeld. Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Politik nehmen in sieben Kapiteln, 20 Aufsätzen und fünf Kurzinterviews Stellung zu den künftigen Aufgaben der Bioenergie.
Die neue Broschüre soll helfen die gesellschaftliche Akzeptanz für die „Energiewende" zu stärken. Bild: AEE
Die Nutzung der Bioenergie entwickelt sich stetig weiter. Dies macht die neue Broschüre anhand vieler Beiträge namhafter Autor(inn)en aus Wissenschaft und Praxis deutlich. „Standortangepasste regionale Lösungen, wie sie sich für den Energiepflanzenanbau entwickeln, haben positive Auswirkungen nicht nur für Landwirtschaft und Umweltschutz“, resümiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Im Spannungsfeld von Anbauentwicklung, gesellschaftlicher Akzeptanz und technischen Innovationen macht die Bioenergie Boden gut. So wird sich beispielsweise der Stellenwert der Bioenergie zum Ausgleich einer schwankenden Stromerzeugung aus fluktuierenden Quellen wie Wind- und Solarenergie erhöhen“, unterstreicht Vohrer.
In der öffentlichen Diskussion sieht sich die Bioenergie indes Kritik ausgesetzt, die von der Sorge um einen zu starken Maisanbau in der heimischen Kulturlandschaft bis hin zur pauschalen Klage über Biokraftstoffe reicht. Die Broschüre „Den Boden bereiten für die Energiewende“ geht auf zentrale Punkte der Bioenergie-Debatte ein. Es werden Zustandsbeschreibungen aus der Perspektive der Autoren geliefert und Möglichkeiten künftiger Bioenergienutzungen ausgelotet. Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner in ihrem Grußwort betont, „müssen wir sicherstellen, dass die künftig benötigte Biomasse langfristig und ökologisch unbedenklich erzeugt und genutzt werden kann“.