Zukünftige Trends und Herausforderungen bei der Badplanung schon jetzt zu erfahren, ist für viele Planer und Architekten, SHK-Handwerker und Großhändler von brennendem Interesse. In einer bundesweit stattfindenden Trendshow gelingt dem Sanitärspezialisten Geberit mit Hilfe des Kelkheimer Zukunftsinstituts ein Blick in die Zukunft schon recht gut. Andreas Steinle, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, stellt dabei drei gesellschaftliche Megatrends vor, informiert wie sie sich auf Körperbewusstsein und Hygiene auswirken und welche Auswirkungen diese Trends auf das Badezimmer haben. Spezialisten von Geberit "übersetzen" diese Trends in konkrete Badentwürfe und zeigen welche Produkte vor und hinter der Wand die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden heute und morgen erfüllen.
Stefan Herborn Verkaufsberater Geberit AquaClean, Andreas Steinle Geschäftsführer des Zukunftsinstituts und Dirk Engelhardt, Vertriebsleiter Technik Geberit (v.r.n.l) informieren bei der geberit Trendshow über das Bad der Zukunft und was die Kunden morgen wollen.
Design und Technik - Produkte vor und hinter der Wand, die die Bedürfnisse der Kunden heute und morgen erfüllen können, zeigt die Trendshow-Ausstellung mit Badausstattungen.
Kluge Alltagshelfer im Familienbad gefragt: Innovative Technik soll Stress und Hektik im Alltag mindern helfen. Ein doppelter Waschplatz mit mobiler Sitz- oder Stehgelegenheit und ein intuitiv bedienbares Dusch-WC erfreuen durch ihre Raffinesse und bieten Mama, Papa und auch Kindern Hilfestellung bei der Körperpflege.
Gesundheitspflege mit Wohlfühl- und Vergnügungsaspekten: Im Megatrend der Gesunderhaltung fließen Fun und Funktion zusammen. Berührungslose Armaturen und ein Komfort-WC mit Duschfunktion verbinden hohe Ansprüche an Sauberkeit und
Wohlgefühl mit der Freude an innovativer Technik.
Das Badezimmer als Jungbrunnen der Silver Ager: Optisch anspruchsvolle und innovative
Produkte stehen im Fokus. Die bodenebene Wellness-Dusche und ein schicker Whirlpool bieten Komfort, vermitteln Jugendlichkeit und stehen zugleich für einen modernen Lebensstil. Grafiken: Geberit Trendstudie: Der Einfluss gesellschaftlicher Megatrends auf Körperbewusstsein und Hygiene
Der wachsende Wohlstand, der demografische Wandel und eine neue Rollenverteilung
in den Familien – das sind Faktoren, die unsere Gesellschaft in den
kommenden Jahren grundlegend verändern werden. Mit den gesellschaftlichen
Umbrüchen wandeln sich auch die Bedürfnisse der Menschen, beispielsweise in
puncto Körperpflege. Welche Anforderungen dadurch in naher und mittlerer
Zukunft an das Badezimmer gestellt werden, zeigt die aktuelle Studie des
Zukunftsinstituts, Kelkheim, die von Sanitärtechnik-Spezialist Geberit in Auftrag
gegeben wurde. Im Fokus der Untersuchungen stand die Entwicklung
menschlicher Bedürfnisse bei der Körperreinigung in den nächsten fünf bis zehn
Jahren.
Lockerung von Tabus: Bad- und Toilettenkultur wird vielfältiger
Um herauszufinden, welche kulturellen Muster den Gewohnheiten im Umgang mit dem
Körper zugrunde liegen, setzt sich die Studie zunächst mit Tabus der Vergangenheit
und der Rolle technischer Innovationen im Bereich der Hygiene auseinander. Ein Blick
auf das Beispiel der Geschichte des Toilettenpapiers macht deutlich, dass Innovation
allein die Gewohnheiten der Menschen nicht ändert. Auch die sozio-kulturellen
Bedingungen müssen stimmen, damit sich eine neue Technik, und sei es nur die Rolle
Klopapier, durchsetzen kann. So war es selbst 30 Jahre nach der Erfindung des
Toilettenpapiers (1928 durch die Firma Hakle) noch schwierig, eine Rolle zu kaufen
und zu verkaufen, weil bereits die Frage nach dem Hygieneartikel im Geschäft als
unschicklich galt. Andersherum betrachtet hat es eine Innovation leicht von den
Menschen angenommen zu werden, wenn die Zeit reif dafür ist, wenn sie also den
aktuellen Bedürfnissen entspricht und ihre Einführung nicht durch Tabus behindert
wird. Die Studie zeigt deutlich, dass Tabus überwunden werden können. Gerade die
Tabuisierung von Hygiene und Sexualität – beides geht, so weist die historische
Betrachtung nach, Hand in Hand – wird in der heutigen Gesellschaft immer weiter
aufgehoben, was in eine freizügigere, vielfältigere und individuellere Bad- und
Toilettenkultur mündet.
Neue Bedürfnisse der Menschen ändern die Anforderungen an Bad und WC
Nach der historischen Betrachtung der Hygienegewohnheiten widmet sich die Studie
den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen, die einen Einfluss auf die Hygienekultur
ausüben. Dabei spielen die Megatrends Female Shift, Gesundheit und Silver Society
eine zentrale Rolle.
Female Shift – steht für das wachsende Streben der Frauen nach beruflicher
Autonomie. Infolge dessen funktioniert die traditionelle Rollenverteilung in der Familie
nicht mehr und muss neu organisiert werden. Der Rückzug der Frauen aus der Familie
geht mit einer stärkeren Einbeziehung der Männer in die Kindererziehung und -pflege
einher. Indem die Väter ihre Sprösslinge zunehmend bei der Körperhygiene
unterstützen, verbringen sie mehr Zeit im Badezimmer. Entsprechend werden sie
künftig mehr Einfluss auf die Ausstattung von Bad und Toilette nehmen als bisher. Und
da Männer, davon geht die Studie aus, Spaß an Technik und Gadgets haben, könnte
dieser gesellschaftliche Megatrend den Einzug technischer Innovationen in Bad und
Toilette fördern.
Für mehr Technik im Bad könnte ein weiterer Aspekt von Female Shift sprechen:
Durch die steigende Komplexität des Alltags nehmen Zeitdruck und Stress in den
Familien zu. Entsprechend rücken technische Helfer wie Staubsaug- oder Rasenmähroboter
in den Fokus, die den Stress mindern. Das Bedürfnis nach zeitsparenden
Lösungen könnte ebenso technischen Innovationen im Bad zu einem schnellen
Durchbruch verhelfen.
Die Neuorganisation der Familie durch die zunehmende Berufstätigkeit der Mütter
bringt außerdem eine Umdefinition von Privatsphäre mit sich. Da die Familienmitglieder
immer weniger Zeit miteinander verbringen, gewinnt das Badezimmer als Ort familiärer
Kommunikation an Bedeutung. Das Bad ist dann weniger Rückzugsort, sondern mehr
Treffpunkt der Familie. Hier könnten neue Rituale der Gemeinsamkeit geschaffen
werden. Das hätte zur Folge, dass sich die Tabus bei der Hygiene (und Sexualität)
stetig weiter auflösen.
Gesundheit – als Megatrend meint heute viel mehr als die bloße Vermeidung von
Krankheit. Vor dem Hintergrund steigenden Wohlstands und einer alternden
Gesellschaft rückt die Gesunderhaltung ins Zentrum der kollektiven Aufmerksamkeit
und wird sogar zum nationalen Interesse. Um ihre Sozialsysteme und ihre
Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten zu können, braucht die Gesellschaft Menschen,
die gesund bleiben, um bis ins höhere Alter arbeitsfähig zu sein. Zugleich ist die
Gesunderhaltung von steigendem privaten Interesse: Wer gesund ist, hat mehr
Möglichkeiten, um seine ganz individuellen Lebensentwürfe umzusetzen.
Körper und Geist werden stärker verquickt, die seelisch-geistige Gesundheit wird
wichtiger. Wer sich glücklich fühlt, versteht sich als gesund. Als Wohlfühl- und
Entspannungsort kann das Badezimmer künftig noch stärker zur Regeneration von
Körper und Geist beitragen.
Bereits heute ist für 80 Prozent der Umfrageteilnehmer der Studie die Körperhygiene
ein elementarer Bestandteil ihrer Gesundheit. 70 Prozent der Befragten sagen sogar,
dass Körperhygiene Spaß machen muss. Und da Spaß zur seelisch-geistigen
Entspannung beiträgt, trägt er auch direkt zur ganzheitlichen Gesunderhaltung bei. Für
das Badezimmer der Zukunft bedeutet das: Die Grenzen zwischen Fun und Funktion
lösen sich zunehmend auf. Die Akzeptanz für Innovationen im Badezimmer steigt, je
stärker Wohlfühl- und Vergnügungsaspekte in die Gesundheitspflege einfließen.
Dass die Mehrheit der Menschen heute bereits offen für Innovationen im Bad ist, zeigt
die Umfrage des Zukunftsinstituts. 63 Prozent der Befragten gaben an für Neuerungen
im Bad aufgeschlossen zu sein. Ein Drittel legt sogar großen Wert auf innovative
Technik. Das gilt besonders für die einkommensstärkste Gruppe mit einem
Haushaltsnettoeinkommen von 4000 Euro und mehr (47 Prozent der Befragten).
Megatrend Silver Society: Im Jahr 2020 werden Männer eine durchschnittliche
Lebenserwartung von 84 Jahren und Frauen von 87 Jahren haben. 60-Jährige haben
heute noch einen Großteil ihres Lebens vor sich. Die „jungen Alten“ planen und leben
bewusst und ganz individuell. Das wirkt sich auf den Wohnraum und speziell auf das
Badezimmer aus. Das Bad entwickelt sich zum Jungbrunnen der Silver Ager. Im Fokus
stehen Produkte, die Jugendlichkeit vermitteln, indem sie innovativ sind, optisch gut
aussehen und für den Lifestyle ihrer Zeit stehen.
Und zugleich wird die Pflege des eigenen Körpers immer wichtiger. 70 Prozent der
befragten über 55-Jährigen gaben an, dass Körperpflege für sie eine wichtige
Voraussetzung sei, um sich wohlzufühlen. 44 Prozent sagen, sie würden sehr viel für
einen schönen Körper tun.
Zum Selbstverständnis dieser Generation gehört die Teilnahme an einem Marathon
ebenso dazu wie Sex. Die Überzeugung, dass Körperhygiene eine der wichtigsten
Voraussetzungen für guten Sex ist, trifft in der Gruppe der 55-Jährigen mit 80 Prozent
auf die breiteste Zustimmung. In der jüngsten Altersgruppe, der 16- bis 24-Jährigen
sagen das immerhin schon 69 Prozent. Im Kontext von Hygiene, Wohlbefinden und
Sexualität kann beispielsweise eine Innovation wie das Dusch-WC stark an Bedeutung
gewinnen.
Bei aller Jungerhaltung ist den Silver Agern jedoch auch bewusst, dass sie mit
körperlichen Einschränkungen rechnen müssen. Ziel ist es, ihre Eigenständigkeit so
lange wie möglich zu erhalten. 89 Prozent stimmten der Aussage zu „Mir ist es wichtig,
dass ich mich auch im Alter noch ohne Einschränkungen um meine Körperpflege
kümmern kann.“ Eine eingeschränkte Beweglichkeit macht sich besonders bei der
Körperpflege bemerkbar. Daher haben Neuerungen im Bad, die der Erhaltung der
Eigenständigkeit dienen, eine hohe Akzeptanz.
Investitionen in Bad und Toilette nehmen zu
Die Studie des Zukunftsinstituts macht deutlich, dass die Anforderungen an
Badezimmer und Toilette künftig wachsen werden. Im gleichen Maße, in dem sich
Körperbewusstsein und Hygienebedürfnisse wandeln, erfährt das Bad als Wohn- und
Entspannungsraum eine immense Aufwertung. Ein Großteil der Befragten nutzt das
Bad heute bereits zu weit mehr als nur zum Waschen und Baden: 70 Prozent wollen
sich hier entspannen. 53 Prozent gaben an, im Bad zu lesen, Radio oder Musik zu
hören. 26 Prozent telefonieren im Bad und 24 Prozent haben hier Sex.
Dieser Bedeutungswandel des Bades führt zu höheren Investitionen in seine
Ausgestaltung als bisher. Die Akzeptanz für technische Innovationen, die der
Gesunderhaltung und Entspannung dienen, steigt. Körperpflege soll nicht nur der
Hygiene dienen, sondern Spaß bereiten – denn Spaß macht glücklich und wer
glücklich ist, fühlt sich gesund.
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Die Studie
Die „Körperbewusstsein und Hygiene im Wandel“ wurde 2012/13 im Auftrag des
Sanitärtechnik-Spezialisten Geberit vom Zukunftsinstitut, Kelkheim, erarbeitet.
Grundlagen der Arbeit sind eine Trendanalyse auf Basis aktueller Daten verschiedener
Forschungsinstitute und eine repräsentative Onlineumfrage von 1.020 Personen, die
im Januar 2013 durchgeführt wurde. Zusätzlich wurden Quellen und Artikel
ausgewählter Print- und Online-Medien analysiert. Ein Dusch-WC (Geberit AquaClean
8000plus) wurde im Dezember 2012 im Zukunftsinstitut installiert und stand allen
Mitarbeitern und Autoren zu Testzwecken zur Verfügung.
Über das Zukunftsinstitut
Das Zukunftsinstitut wurde 1998 von Matthias Horx gegründet und hat die Trend- und
Zukunftsforschung in Deutschland von Anfang an maßgeblich geprägt. Heute gilt das
Institut als eine der einflussreichsten Denkfabriken der europäischen Trend- und
Zukunftsforschung. In seinen Studien und Projekten setzt sich das Zukunftsinstitut mit
der Frage auseinander, welche Veränderungen – welche Trends und Megatrends – die
Gegenwart prägen und welche Rückschlüsse sich daraus für die Zukunft von
Gesellschaft, Unternehmen und Kultur schließen lassen.
Über Andreas Steinle
Andreas Steinle ist Zukunftsexperte für Konsumententrends, New Marketing und
Medien sowie Innovationskultur. Der Geschäftsführer, Autor und Vortragsredner berät
nationale und internationale Kunden in Strategie- und Innovationsprozessen. Er
verfolgt das Ziel, Trends konkret nutzbar zu machen, um neue Märkte zu erschließen
und innovative Marketingstrategien zu entwickeln.
Nur noch wenige Restplätze
Die noch kommenden Veranstaltungen sind weitestgehend schon ausgebucht. Es gibt leider nur noch ganz wenige Restplätze für Mittwoch, den 19. Juni in Freiburg und Donnerstag, den 27. Juni in Heidelberg.
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