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News vom 24.07.2013

Baubiologie - Zunahme von Umweltgiften

Der Verband Baubiologie Bonn kritisiert, dass deutlich zu viele Umweltgifte beim Bau und der Ausstattung von Wohngebäuden verwendet werden. Die Zunahme von Allergien um 20 bis 30 Prozent in den letzten zehn Jahren sei alarmierend.

20 Millionen Allergiker leben heute in Deutschland. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft geht von einem Anstieg bei Allergien um 20 bis 30 Prozent in den letzten zehn Jahren aus. Dennoch kommen viele alte und neue künstliche Giftstoffe beim Hausbau und bei Modernisierungen zum Einsatz. Formaldehyd in Spanplatten, Weichmacher in PVC-Böden, die Schockmeldungen nehmen kein Ende. Zudem schädigen Schimmelpilze, Hausstaubmilben und andere Allergene die Gesundheit nachhaltig – und das von den Bewohnern oft unbemerkt. „Wir verbringen rund 80 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen“, betont Joachim Gertenbach, erster Vorsitzender des Verbands Baubiologie. „Die Zunahme von Allergien und Krankheiten sind Alarmsignale, die ein Umdenken zwingend erfordern.“ Die rund 500 im VB organisierten Baubiologen beschäftigen sich seit nunmehr 25 Jahren mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf den Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung und haben international anerkannte Richtwerte für die Risikofaktoren aufgestellt.

Gefahren erkennen...
„Dass unsere Richtwerte die gesetzlichen Vorgaben oft unterschreiten hat gute Gründe“, so Gertenbach. „Würden die gesetzlichen Vorgaben ausreichen, müssten wir heute nicht diesen Anstieg von Allergien und Krebserkrankungen beklagen.“ Neben den Wohngiften nähmen auch physikalische Belastungen durch Elektrosmog und Handystrahlung deutlich zu. „Schon 2011 hat die Weltgesund-heitsorganisation (WHO) Handystrahlung als möglicherweise krebserregend eingestuft“, betont Gertenbach.

Risiken bewerten
Vor Umweltgiften und -belastungen können sich Betroffene aber auch schützen und den Rat eines zertifizierten Baubiologen einholen. Der Experte untersucht Wohnräume und Wohnumfeld, interviewt die Bewohner und empfiehlt geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen. Die Untersuchung sollte nur von ausgebildeten Baubiologen durchgeführt werden, rät Gertenbach. „Leider ist Baubiologie in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Seriöse Anbieter weisen aber ihre Sachkenntnis durch kontinuierliche Weiterbildung nach und arbeiten mit wissenschaftlich anerkannten Messmethoden.“

Umweltgefahren beseitigen
Im Falle einer erhöhten Konzentration von Hausstaubmilben kann es da schon helfen, die Zimmertemperatur und die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer niedrig zu halten. Ein kleinflächiger Befall von Schimmelpilzen an der Oberfläche sollte mit einem Allergiker-Staubsauger abgesaugt werden. Anschließend kann eine Desinfektion mit hochprozentigem Alkohol erfolgen. Ist der Schimmel bereits in tiefere Schichten vorgedrungen, sind jedoch umfangreichere Maßnahmen dringend angeraten. In jedem Fall muss die Ursache der vorhandenen Feuchtigkeit beseitigt werden, um einen erneuten Befall zu verhindern.

Interview mit Joachim Gertenbach, 1. Vorsitzender des Verband Baubiologie

„Die gesetzlichen Grenzwerte reichen nicht aus“

1. Warum liegen die Richtwerte der Baubiologen unter den gesetzlichen Vorgaben?

Die baubiologischen Richtwerte sind weltweit anerkannte Vorsorgewerte für den Schlafbereich. Sie schützen speziell sensible Menschen und bieten ein Höchstmaß an Vorsorge auch vor mannigfaltigen Langzeiteinflüssen, denen wir uns in unserem Umfeld ständig ausgesetzt sehen. Sie wurden in langjähriger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Ärzten und Instituten entwickelt und orientieren sich am technisch machbaren. Unsere vielseitige Erfahrung hat gezeigt, dass die gesetzlichen Grenzwerte nicht ausreichen, um die gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Probleme empfindlicher Personengruppen zu lindern.

2. Wie zuverlässig messen Baubiologen die Wohngifte?

Baubiologische Messtechniker untersuchen physikalische, chemische und mikrobiologische Umweltbelastungen mit Geräten, die auch in der Industrie und bei Behörden eingesetzt werden und nach Verfahren, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Hierdurch kommt es zu zuverlässigen und belastbaren Ergebnissen. Grundlage baubiologischer Messtechnik ist eine umfangreiche theoretische und praktische Ausbildung, die mit Prüfungen abgeschlossen wird. Eine ständige Aktualisierung des Wissenstands wird durch ein vielfältiges Fortbildungsangebot gewährleistet. Viele Messtechniker sind qualifizierte Ingenieure oder Sachverständige mit langjähriger Berufspraxis.

3. Wie helfen Baubiologen den Betroffenen mit konkreten Maßnahmen?

Baubiologen haben als Architekten bereits die Möglichkeit, z. B. mit der Auswahl von Materialien oder durch spezielle Installationen frühzeitig planerisch und gestalterisch Risiken zu verhindern. Wurden aber in einer baubiologischen Untersuchung Wohngifte festgestellt, wird ein Sanierungsziel definiert und ein Katalog von Maßnahmen zur Minimierung der Belastungen erarbeitet. Doch nicht jede Sanierung muss sehr teuer sein. Auch „Kleinigkeiten“ können Probleme bereiten, wie ein verkeimter Duschkopf, eine belastete Zahnbürste, eine stinkende Energiesparlampe oder die Basisstation des schnurlosen Telefons als Dauersender. Hier hilft oft schon ein Austausch durch eine kostengünstige Alternative.



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tepee schrieb: Es gibt ja einige wenige Fälle, bei denen der RGK nicht ganz...
ddjst schrieb: Die Bundesregierung beabsichtigt die Förderung von kleinen PV...
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