
Umweltminister begrüßt Initiative der deutschen Mineralölwirtschaft .
"Die Emissionen beim Einsatz von Heizöl EL in modernen Feuerungsanlagen unterscheiden sich (abgesehen von Schwefeldioxid) nicht mehr bedeutend von denen beim Einsatz von Erdgas." Diese ökologische Einschätzung beispielsweise der bayerischen Landesregierung darf als überholt betrachtet werden. Jetzt nämlich zieht der bewährt wirtschaftliche Wärmeenergieträger Heizöl auch beim Schwefeldioxid mit Erdgas nahezu gleich: Im nächsten Jahr bietet die deutsche Mineralölwirtschaft ein Heizöl mit einem deutlich abgesenkten Schwefelgehalt an, und zwar bundesweit flächendeckend. Damit ist die neue Heizölqualität in puncto Schwefelgehalt auf vergleichbar niedrigem Niveau wie das Erdgas.
Gegenüber dem bisherigen Heizöl mit einem maximalen Anteil von 0,2 Prozent, das weiterhin zu haben ist, wurde der Schwefelgehalt bei der zusätzlich angebotenen Qualität um das Vierzigfache reduziert. Auf Initiative des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) hat sich der "DIN-Fachausschuss Mineralöl- und Brennstoffnormung" soeben auf diese neue Heizölqualität mit einem Schwefelgehalt von nur 50 ppm (parts per million) geeinigt. Das sind 0,005 Prozent oder 50 Milligramm pro Kilo. Zum Vergleich: Der zugelassene Maximalschwefelgehalt liegt derzeit bei 2000 ppm, tatsächlich beträgt er jedoch bei in Deutschland ausgeliefertem Heizöl im Mittel lediglich 1400 ppm.
Das neue schwefelarme Heizöl, mit dem die Schwefeldioxidemissionen um 97,5 Prozent reduziert werden, kann grundsätzlich in jeder Ölheizung eingesetzt werden. Es eignet sich aber besonders für die neue Generation hocheffizienter Öl-Brennwertkessel, die von immer mehr Herstellern auch in Form sehr kompakter Wandgeräte angeboten werden.
Öl-Brennwertanlagen, die auch die in den Abgasen "versteckte" Wärme zu Heizzwecken nutzen, verbrauchen nochmals bis zu zehn Prozent weniger Heizöl als Öl-Niedertemperaturkessel. Nach dem Austausch einer technisch veralteten Ölheizung etwa aus den siebziger Jahren gegen einen aktuellen Öl-Brennwertkessel können mithin bis zu 40 Prozent Energie eingespart werden.
Kein Wunder, dass Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Einführung des schwefelarmen Heizöls ausdrücklich begrüßt, und zwar nicht nur "als einen großen Schritt zur Senkung der Schwefelbelastung, sondern auch in Richtung Klimaschutz". Wegen der mit dem Einsatz von Öl-Brennwertgeräten verbundenen deutlichen Senkung des Energieverbrauchs wird auch "deutlich weniger klimaschädliches Kohlen-dioxid ausgestoßen und zugleich der Geldbeutel geschont", stellte der Grünen-Politiker fest. Und im Zuge der am 1. Februar 2002 in Kraft tretenden Energie-Einspar-Verordnung (EnEV), die einen Austausch der vor 1978 installierten Heizkessel vorschreibt, komme "nunmehr auch die Brennwerttechnik für Öl als Alternative in Betracht", so Trittin weiter. Gesamturteil des Bundesumweltministeriums: "Schwefelarmes Heizöl macht den Weg frei für klimafreundliche und sparsame Technik."
Durchweg positive Stimmen kommen auch aus den Chefetagen der Heizgeräteindustrie. "Mit der Einführung des schwefelarmen Heizöls gehört die Ölheizung zu den Umwelt schonendsten Heizsystemen für Raumheizung und Warmwasser", erklärte beispielsweise Dr. Heinrich-Hermann Schulte vom Hersteller Buderus. Und da nun preisgünstige metallische Werkstoffe verwendet werden können, so Schulte weiter, "können Öl-Brennwertgeräte durch ein verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis stärker im Markt etabliert werden."
Professor Dr. Helmut Burger vom Gerätehersteller Viessmann urteilt ähnlich: "Eine deutliche Absenkung des Schwefelgehalts im Leichten Heizöl trägt nicht nur wesentlich zu einer Weiterentwicklung von Öl-Brennwertgeräten bei, sondern sie schafft auch die Voraussetzung für eine breite Markteinführung dieser innovativen Technik."