Erstmals entschieden sich Bauherrn, Planer und Architekten der Großhallen-Neubauten der Firmen DHL (Logistik), Decathlon (Zweiräder, Sportartikel), MTU (Maschinenbau), Autogyro (Leichtflugzeuge) für das rohrbühnen-freie Flächenheizsystem Kreilac-Quattro-T. Die den Alternativen überlegenen innenarchitektonischen und installationsseitigen Besonderheiten überzeugten sie.
Auf einer Presseveranstaltung bei Kutzner und Weber stellte Günther Kreitz, Geschäftsführer der Kreilac GmbH, das Hallenheizungssystem Kreilac-Quattro-T vor. Bild: Intemann/HaustechnikDialog
Jeweils drei Vor- und Rücklaufleitungen aus 32 x 3 mm Kunststoffrohr (pink/hellblau) verbinden den Zentralverteiler mit den einzelnen Heizkreisverteilern. Ein einziges dickes Zuleitungsrohr DN 50 mit ähnlichem Querschnitt wie die drei Stränge zusammen würde nicht in den Stahlfaserbeton mit 20 cm Dicke passen.
Am Zentralverteiler sitzen im Rücklauf von den Hallenverteilern entsprechende Kontroll- und Stellventile (TacoSetter) für den hydraulischen Abgleich der Heizkreise. Jene Anbindung, die den höchsten Druckverlust anzeigt, dient als Referenz für den Abgleich.
Quattro-T gliedert die Verteilung in Zentralverteiler, Hallenverteiler und Unterverteiler auf. Die Unterverteilung zu den eigentlich Heizkreisen übernehmen die Kunststoffrohrschleifen im Betonboden. Bilder: Kreilac GmbH
In einer 5.000 m
2 großen Halle als Beispiel setzt sich eine konventionelle Wärmezuführung (Verbindung) vom Wärmeerzeuger im Technikraum zu den Armaturengruppen für die Heizkreisen einer Flächenheizung üblicherweise aus zweimal 140 m Rohr (Vor- und Rücklauf) mit einer Nennweite DN 65 und noch einmal mindestens 80 m DN 50 zusammen. Diese Stränge verlaufen oberhalb der Hallentore auf einer massiven und dominanten Rohrbühne zu den Ventilregistern oder Heizkreisverteilern, die an den Wänden stehen oder verschraubt sind. Rohrbühne und Umlenkungen ziehen erstens einen erheblichen Installationsaufwand nach sich, sie beschneiden zweitens die Stellmöglichkeiten und bedeuten drittens Energieverlust. Beziehungsweise es muss teuer gedämmt werden, weil diese Trasse nach Energieeinsparverordnung nicht zur Hallentemperierung beiträgt.
Kreilac-Quattro-T dagegen gliedert den Vor- und Rücklauf von Kessel/Wärmepumpe zu den Ventilstationen in mehrere parallel geschaltete schlanke Zuführungen aus Kunststoff auf und bettet die in die Sohlplatte ein (im erwähnten DHL-Paketzentrum liegen die ausnahmsweise unterhalb der Sohlplatte mit im geplanten Kabelschacht). Nennweite DN 65 mm klassisch reduziert sich so auf Nennweite 32 Quattro-T. Ein 32er-Rohr darf in den Beton, da hat der Statiker nichts gegen. Demzufolge bedarf es lediglich eines zusätzlichen Zentralverteilers in unmittelbarer Nähe zum Kessel oder zur Wärmepumpe, der die Verbindung zur Flächenheizung in Teilströme aufgliedert und die Teilströme in die jetzt abgemagerten Zuleitungen in der Fundamentplatte zu den Ventilregistern (Zwischen- oder Hallenverteiler, die die Heizkreise beliefern) schiebt. Die Verbindungsrohre im Boden übernehmen gleichzeitig Heizfunktion.
Zwischen- oder Hallenverteiler soll darüber hinaus sagen, Kreilac-Quattro-T arbeitet mit einer Verteilerhierarchie: erstens Zentralverteiler, zweitens Zwischen- oder Hallenverteiler, drittens Unterverteiler. Diese besondere Hierarchie orientiert sich konsequent an der Idee, störende Installationstechnik außerhalb des Bodens auf ein Minimum zu reduzieren. Der oder die Unterverteiler nämlich besteht/bestehen aus jenen Kunststoffrohren, die von den Hallenverteilern in die Sohlplatte eintauchen. Sie laufen jedoch als nur relativ kurze Vor- und Rücklaufschleifen in den Betonkern hinein und wieder zurück zur Ventilstation – um ausschließlich im Hallenfundament über T-Stücke die einzelnen Heiz- und Kühlkreise zu bedienen.
Das entscheidende Plus dieser Konzeption: Wegen der Unterverteilung der Heizwasserströme im Betonkern kommt Kreilac-Quattro-T spezifisch gesehen mit einer einzigen „oberirdischen“ Ventilgalerie aus, gegenüber vier bis sechs solcher Stationen bei klassischer Verlegung. Die Wandfreiheit bleibt folglich weitgehend erhalten.
Beispiel-Fläche von 5.000 m
2: Ausschlaggebend für die Anzahl der Hallenverteiler ist der Druckverlust. Der beschränkt die Länge eines Heizkreises einer Fußbodenheizung – aus Kunststoffrohr in üblicherweise NW 20 – auf etwa 150 m. Demzufolge bedarf es mindestens 30 Heizkreise und damit bei konventioneller Betonkerntechnik, ohne Unterverteilung, insgesamt 30 Ventilpaare (Vor- und Rücklauf), die sich in der Regel auf fünf bis sechs aufgeständerte Armaturengruppen in der Halle verteilen. Die Kreilac-Lösung dagegen schließt an jeden unsichtbaren Unterverteiler aus 25er Rohr in der Bodenplatte je sechs Heizkreise an. Quattro-T kommt deshalb bei solchen Hallengrößen außerhalb der Fundamentplatte mit einer einzigen Armaturenstation mit fünf oder sechs Ventilpaaren aus.
Weitere Informationen zum Kreilac Quattro-System finden sich hier in einer PDF.